Wanley Fendrich steht hoch im Kurs

Wanley Fendrich hat in den letzten Monaten gewaltig für Furore gesorgt. Der elf Jahre alte Wakeboarder aus Hünxe hatte bereits 2015 die Deutsche Meisterschaft gewonnen und legte dieses Jahr mit der Vizemeisterschaft nach. Außerdem holte er sich beim „Chill and Ride“, einem beliebten internationalen Wettbewerb, den Sieg. Umso erstaunlicher sind die Erfolge, da seine Konkurrenten in der Altersklasse „Boys“ (bis 14 Jahre) meist um einiges älter sind als er, doch mit seinen ausgefallenen Tricks überzeugt Wanley Jury und Publikum gleichermaßen.

„In diesem Sommer ist er explodiert. Normalerweise lernt man einen Trick, er hat drei Tricks gelernt“, ist Vater Markus Fendrich erstaunt über die derzeitige Entwicklung seines Sohn. Über seinen Vater ist Wanley überhaupt erst zum Sport gekommen. Die Eltern hatten ein Wasserskiboot, an dem Markus Fendrich Wakeboard fuhr. Wanley selbst startete mit dem Kneeboard, was ihm zunächst gar nicht so viel Spaß machte. Doch nach zwei Versuchen auf dem Wakeboard war der Schüler der Freien Waldorfschule Dinslaken schließlich Feuer und Flamme. Mit acht Jahren fing Wanley an, sein Training zu intensivieren und nach einem bis anderthalb Jahren stellte sein Trainer fest, dass der junge Hünxer das Talent hat, um bei Wettkämpfen zu starten.

Training in Bijland

„Ich versuche so oft aufs Wasser zu kommen, wie es geht“, erzählt Wanley. Dabei treibt ihn ein großer Ehrgeiz. „Wenn er weiß, dass er trainieren will, macht er erst seine Hausaufgaben und dann geht es los“, berichtet Mutter Sabine.

Das Training findet dann nahe der holländischen Grenze in Bijland statt. Dabei fährt Mutter Sabine dann das Boot und Vater Markus achtet vom Ufer aus auf mögliche Verbesserungen in Wanleys Lauf. Bei den Wettkämpfen haben die Fahrer jeweils 400 Meter, um ihre Darbietungen zu präsentieren, alle Teilnehmer fahren hinter dem selben Boot und können ihre Läufe selber zusammenstellen. Die Veranstaltungen finden meist von Freitag bis Sonntag statt. „Die Schule ist da sehr kulant“, sagen Wanleys Eltern, die die Freitage „abklemmen“ müssen, um die Anreise zu bewältigen. Am Freitag sind zunächst Probeläufe angesagt, bei denen man die Boote auf seinen jeweiligen Stil anpassen kann. Samstags sind dann Qualifikationsläufe für den Endlauf am Sonntag. Hierbei starten die vorne platzierten Fahrer zuletzt, um sich die Konkurrenz anschauen zu können.

Im nächsten Jahr möchte Wanley bei der Europameisterschaft in Riga starten, um sich erneut internationalen Konkurrenten stellen zu können. Auch Fachleute bescheinigen dem Hünxer Talent, und er war auch schon einige Male im Fachblatt „Wakeboard-Magazin“ vertreten. „Manchmal wird es ein bisschen viel, finanziell als auch zeittechnisch“, sagt Markus Fendrich, der viele Kilometer zurücklegen muss und natürlich auch für jede Tour Urlaub einreicht. „Wir machen erstmal so weiter und dann schauen wir, wie er bei der EM abschneidet“, lässt der Vater es ruhig angehen. „Wanley würde am liebsten jeden Tag auf dem Board stehen“, sagt Mutter Sabine. „Man muss unter Wettkampfbedingungen trainieren können“, ergänzt Markus Fendrich. Wanleys Trainer Alexander Neuwirth ist früher selber aus hohem Niveau gefahren, und sein Schützling vermag es, die Anweisungen des Trainers schnell umzusetzen.

Im anstehenden Winter kann Wanley naturgemäß nicht so viel trainieren, doch als Ergänzung zum Wassersport trainiert er zweimal die Woche beim TV Bruckhausen mit einer Hantel auf dem Trampolin, was als Trockenübung am ehesten mit dem Wakeboard fahren vergleichbar ist. „Wenn die Saison im März beginnt, braucht man erstmal Zeit, um wieder reinzukommen“, sagt Markus Fendrich. Doch bis zum Sommer dürfte Wanley wieder in Form sein. Er möchte bei der EM eine gute Rolle spielen.