Von Favoriten und Außenseitern

Samir mit Josef Franzl
Samir mit Josef Franzl
Foto: Sexauer
Was wir bereits wissen
Am Sonntag gibt es auf der Trabrennbahn am Bärenkamp die Neuauflage des „Großen Preises der NRZ“.

Dinslaken..  Am Sonntag gibt es auf der Trabrennbahn am Bärenkamp die Neuauflage des „Großen Preises der NRZ“, der mit 20 000 Euro eine überdurchschnittliche Dotierung gefunden hat. Mit von der Partie ist auch der Titelverteidiger Stanislawski (Robin Bakker), der im vergangenen Jahr dieses 2100-Meter-Rennen mit großer Autorität hatte gewinnen können. In diesem Jahr muss sich der fünfjährige Hengst aber sputen, möchte er nochmals die Oberhand behalten.

Nicht nur, dass Stanislawski aufgrund seiner hohen Gewinnsumme eine 25-Meter-Zulage wettmachen muss, er hat sich mit neun Toppferden aus sämtlichen deutschen Trainingszentralen auch hochkarätige Gegner eingeladen. Vom innersten Startplatz eins geht der aus Bayern anreisende Italiener Samir ins Rennen, der von „Sepp“ Josef Franzl aufgeboten wird. Der Andover Hall-Sohn wird sich als harter Prüfstein für Stanislawski entpuppen, hatte er doch im vergangenen Jahr von seinen dreizehn Jahrestarts nicht weniger als zehn gewinnen können. Nach einer verpatzten Generalprobe in Pfarrkirchen möchte Franzl am Sonntag die Weichen wieder auf Sieg stellen.

Michael Nimczyk, der amtierende deutsche Champion hat mit Easy Lover ebenfalls ein heißes Eisen im Feuer. Der für Besitzerin Marion Jauß antretende Hengst hat in der aktuellen Saison noch gar nichts verkehrt gemacht, verlor bei vier Auftritten in Hamburg und Berlin dreimal seine Gegner und sollte glattgehend eine weitere harte Nuss für den Vorjahressieger werden. 2014 war die Stute in diesem Grand Prix an Fehlern gescheitert.

Geheimtipp Greenspan

Chancen auf die 10 000-Euro-Siegprämie darf sich auch der als Geheimfavorit ins Rennen gehende Greenspan machen. Nach einer sehenswerten Siegesserie versuchte sich der von Victor Gentz gefahrenen Oscar Schindler SL-Sohn kürzlich im französischen Argentan, blieb allerdings nach einem verpatzten Bänderstart unter seinen Möglichkeiten und ging erstmals leer aus in der Saison 2015. Ansonsten ist der Wallach traumhaft beständig, gewann von seinen 33 Lebensstarts nicht weniger als 11 und kassierte 16 weitere Preisgelder.

Den Namen Gentz findet man in der Starterliste dann auch noch ein zweites Mal. Heinrich Gentz, Vater von Victor, erfolgreicher Amateurfahrer und Züchter, steuert hier mit Barnaby einen weiteren, hauseigenen Oscar Schindler SL-Nachkommen, der in diesem Jahr nur holperig auf die Beine findet, nach Galoppaden mehrfach disqualifiziert wurde und nur glattgehen muss, um ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Der „TV-Inspektor“ hatte sich zumindest angekündigt bei seinem letzten Start auf der Derbybahn in Berlin, wo er beim dritten Platz hinter guten Pferde seine persönliche Bestzeit noch auf 1:14,4 verbessern konnte.

Robin Bot, der Shooting-Star

Robbin Bot, aktueller Shooting-Star unter den Traberprofis, darf auf eine gigantische Saison 2014 zurückblicken, etablierte sich mit 64 Jahressiegen in der Top Ten der Berufsfahrer und wirft hier mit Jamil Cortina ebenfalls einen frischen Sieger in die NRZ-Schlacht. Dessen Besitzerin, Doris Wilhelm, dürfte zufrieden gewesen sein mit der Generalprobe in Hamburg, die der Hengst ohne Probleme löste und sich mit 1:13,6 noch eine neue Marke holte.

Zum erweiterten Favoritenkreis zählt dann auch noch die von der Spree anreisende Star Potential, die in der Hand von Dennis Spangenberg antritt und in diesem Jahr erst dreimal „unter Starters Order“ war, ihre Auftritte aber allesamt prächtig meisterte und neben zwei Ehrenplätzen auch einen Volltreffer landete. Hier muss die Berlinerin zeigen, was diese Laufen wert sind. Die Konkurrenz ist jedenfalls nicht von schlechten Eltern und der Start zu diesem Highlight erfolgt gegen 17.35 Uhr.