Vom Statisten zum Hauptdarsteller

Dennis Hecht (links) musste nach einer knappen Stunde für Pascal Spors weichen.
Dennis Hecht (links) musste nach einer knappen Stunde für Pascal Spors weichen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Dinslaken. Fabian Gombarek sollte eigentlich gar nicht spielen, übernahm bei Hiesfelds 2:1 über Bocholt dann aber eine tragende Rolle.

Trotz zuletzt ansprechender Leistungen war für Fabian Gombarek eigentlich nur die Reservistenrolle vorgesehen. Bloß weil sich Torjäger Danny Rankl beim Aufwärmen den Oberschenkel zerrte und schließlich frustriert abwinken musste, rückte der 24-Jährige doch noch in die Startaufstellung des TV Jahn Hiesfeld. Derart befreit vom Part des Statisten wollte sich „Gomba“ dann anscheinend auch auf dem Rasen nicht mit einer Nebenrolle zufrieden geben. Beim 2:1 (2:0)-Heimerfolg über den 1. FC Bocholt avancierte der Offensivmann im Stadion am Freibad zu einem der Hauptdarsteller.

Schon am 1:0 in der 26. Minute war Gombarek direkt beteiligt. Seine Flanke erreichte auf der rechten Seite Oliver Rademacher, der in die Mitte ablegte, wo Gino Mastrolonardo völlig freistehend einnetzen konnte.

Traumtor mit der Hacke

Fünf Minuten später stand Gombarek dann endgültig im Rampenlicht. Mit dem Rücken zum Bocholter Tor und dem Gegenspieler im Nacken entschied sich der 1,92 Meter große Blondschopf für die wohl ungewöhnlichste Variante und setzte den Ball, statt sich zu drehen, mit der Hacke aus knapp neun Metern ins lange Eck – 2:0. „Sehr schön anzusehen“, musste sogar Gästecoach Manuel Jara anerkennen. „Dafür trifft er aber aus acht Metern das leere Tor nicht“, lamentierte Jahn-Trainer Jörg Vollack, denn die Hiesfelder Nummer 30 trat kurz nach seinem Traumtor noch einmal bemerkenswert in Aktion. Nach einem kapitalen Schnitzer in der Bocholter Hintermannschaft hätte Gombarek auf 3:0 stellen müssen, doch sein Schuss auf das verwaiste FC-Tor geriet viel zu lahm. Der zurückeilende Keeper Maik Welling konnte doch noch klären.

Es wäre natürlich die Vorentscheidung gewesen, doch so wurde es tatsächlich noch einmal richtig eng. Christian Gurny hätte für Bocholt durchaus schon verkürzen können (37.). Aber erst mit dem Anschluss von Michael Prost (68.) begann das große Zittern. Jetzt gerieten die „Veilchen“ phasenweise richtig ins Schwimmen, weil sie ihre Konter nicht gut genug ausspielten und sich hinten den ein oder anderen Bock leisteten.

Die Hiesfelder Fehler wurden aber nicht mehr bestraft. Anders als das rüde Einsteigen von Bocholts Florian Hahm gegen Soufian Rami in der Nachspielzeit. Hahm sah die rote Karte von Schiedsrichter Martin Wiatrek, der kurz darauf abpfiff. „Es war am Ende ein glücklicher Sieg. Wenn wir noch das 2:2 kassieren, dürfen wir uns nicht beschweren“, gab Vollack zu.