Voerde war wieder ganz nah dran

Jan-Niklas Wolff legt auf für Philip Hofmann. Kevin Schmalbach (links) schaut zu.
Jan-Niklas Wolff legt auf für Philip Hofmann. Kevin Schmalbach (links) schaut zu.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Voerde. Die Bundesliga-Faustballer unterlagen Berlin nach großem Kampf und vielen vergebenen Chancen mit 3:5.

Als die Faustballer des TV Voerde im achten Satz zwei Matchbälle abwehrten und drauf und dran waren, den großen Favoriten aus der Hauptstadt doch noch in einen entscheidenden neunten Durchgang zu zwingen, da kam am Rande des Rasens an der Rönskenstraße noch einmal richtig Stimmung auf. Rund 30 Fans feuerten das Heimteam an, hätten die bis dahin schon fast zweieinhalb Stunden andauernde Begegnung gerne noch ein wenig länger verfolgt. Die Unterstützung brachte jedoch nichts mehr. Die nächsten zwei Punkte gingen an den VfK Berlin. Erneut hatte der Voerder Erstligist einen der Großen richtig gefordert. Erneut gaben nur Kleinigkeiten den Ausschlag für den Kontrahenten. Beim 3:5 (10:12, 5:11, 10:12, 13:11, 12:10, 7:11, 11:8, 11:13) kassierte der TVV die vierte Saisonniederlage.

Sehr gut gespielt und gekämpft, aber in den entscheidenden Momenten meist mit einem Fehler mehr als der Gegner – die Analyse von Voerdes Coach Sebastian Pynappel fiel hinterher dementsprechend zweischneidig aus: „Natürlich ärgern wir uns jetzt erst einmal, denn die Möglichkeit zum Sieg war heute sicher da, aber wie wir Berlin Paroli geboten haben, das war schon stark.“

Für den 37-jährigen Sparkassenfachwirt kommt die positive Entwicklung seines Teams fast schon überraschend: „Ich hätte vor der Saison nicht gedacht, dass wir gegen solche Teams schon in dieser Form mithalten können. Das ist auf jeden Fall ein riesiger Schritt nach vorne“, findet Pynappel.

Gegen den Deutschen Vizemeister lagen seine Schützlinge nach drei Sätzen zwar schon mit 0:3 hinten, hätten zu diesem Zeitpunkt aber durchaus führen können, wenn nicht sogar müssen. Im ersten Durchgang verspielte der TVV eine 9:6-Führung, im dritten reichte sogar ein 9:3 nicht zum Satzgewinn.

Aber trotz dieser herben Rückschläge ließen sich die Voerder nicht hängen, fassten in der ersten Pause neuen Mut und verkürzten nach zwei weiteren engen Sätzen auf 2:3. Der nächste Abschnitt ging dann vielleicht wieder ein wenig zu schnell an den Gast. Auch im darauf folgenden Durchgang lagen die Hausherren schon mit 4:8 hinten, stellten dann aber noch einmal ihre große Kampfkraft unter Beweis und erarbeiteten sich sogar einen Satzball. Der blieb ungenutzt, und nach einigen weiteren spannenden Ballwechseln endete der Faustball-Krimi schließlich mit dem besseren Ende für den Favoriten. „Berlin ist vielleicht einfach noch ein bisschen erfahrener“, vermutete Pynappel, bei dessen Team die Hauptlast im Angriff nun mal auf dem erst 20 Jahre alten Philip Hofmann liegt. Der U 21-Nationalspieler stand seinem Pendant auf der anderen Seite Lukas Schubert, 2011 immerhin schon Weltmeister, am Samstag aber in kaum etwas nach.

TVV: Hofmann, Wolff, Fischer, Schmalbach, Hansen.