„Veilchen“ werfen Kevin Kirchner raus

Kevin Kirchner wirft ab sofort keine Tore mehr für den TV Jahn.
Kevin Kirchner wirft ab sofort keine Tore mehr für den TV Jahn.
Foto: WAZ FotoPool
Dinslaken. TV Jahn trennt sich nach 19:29 in Langenfeld vom Rückraumspieler. Er soll seine Zusage zurückgezogen haben.

Schon kurz nach der Schlusssirene rückte die schwache Leistung, die Handball-Oberligist TV Jahn bei der 19:29 (8:14)-Schlappe in Langenfeld zeigte, in den Hintergrund. Denn noch in der Halle warf der „Veilchen“-Vorstand vor versammelter Mannschaft Rückraumspieler Kevin Kirchner aus dem Team. „In der schwierigen Phase, in der wir uns zurzeit befinden, sind Ehrlichkeit und Geradlinigkeit ganz wichtige Tugenden. Wenn sich jemand nicht daran hält, dann können wir denjenigen nicht mehr bei uns gebrauchen“, erklärte Abteilungsleiter Thomas Bigger gestern. Kirchner soll Trainer Matthias Waclawczyk und Manager Horst Helsper vor einigen Wochen bereits seine Zusage für die nächste Saison gegeben haben, nun aber mit dem aktuellen Spitzenreiter TV Aldekerk verhandeln.

„Noch gar nicht fest zugesagt“

Der Spieler selbst zeigte sich vollkommen überrascht von der Entscheidung des Vorstandes. „Ich war erst einmal sprachlos. Ich hatte in Hiesfeld noch gar nicht fest zugesagt, sondern nur meine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, zu bleiben“, so Kirchner, der betont, bisher weder in Hiesfeld abgesagt, noch in Aldekerk zugesagt zu haben. Besonders habe ihn die „Art und Weise“ des Rauswurfs geärgert: „Das hätte man sicher auch anders klären können, unter vier oder sechs Augen. Ich habe in den letzten Jahren schließlich auch ein bisschen was für die Mannschaft geleistet.“ Vermutlich wolle der Verein an ihm ein Exempel statuieren, weil viele Spieler abwanderungswillig seien, spekuliert der Halblinke, der nun möglichst in dieser Saison noch für einen anderen Verein auflaufen will.

„Ich trage die Entscheidung des Vorstandes mit“, sagt Trainer Matthias Waclawczyk, der jetzt wie Thomas Bigger darauf hofft, dass sich die restlichen Akteure des Kaders wieder auf den Sport konzentrieren und nach sieben Niederlagen aus den letzten acht Spielen eine Kehrtwende einleiten.

Waclawczyk hätte auch schon bei der schwierigen Aufgabe in Langenfeld „mit ein bisschen mehr Gegenwehr“ seines Teams gerechnet. Für den Trainer war der Auftritt „das Ergebnis der letzten Wochen. Ich habe auch gar nicht mit einer Glanzleistung gerechnet, aber der Gegner musste nicht einmal überragend spielen, um uns so deutlich zu schlagen.“

Zum Unvermögen kam Pech

In der Hinrunde hatte sich der TV Jahn noch mit exakt demselben Resultat gegen die SGL durchgesetzt, doch mit der furiosen Partie im September hatte das Jahn-Spiel nicht mehr viel gemein. „In allen Bereichen hat ein Stück gefehlt“, erklärte Waclawczyk. Zum Unvermögen sei allerdings auch noch etwas Pech gekommen.

TV Jahn: Meyer, Adrian Schnier; Schwarz (1), Enders (1), Kirchner (3), Schwengers (4), Weghaus (3/1), Busjan (1), Tuda (1), Reede (1), Mergner (3), Cedric Schnier (1).