„Veilchen“ enttäuschten auf ganzer Linie

Niklas Weghaus wird von der Lobbericher Abwehr gestoppt.
Niklas Weghaus wird von der Lobbericher Abwehr gestoppt.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Dinslaken. Hiesfelder Handballer verloren gegen Lobberich mit 18:22. Normalform hatte nur der Torwart.

Die Oberliga-Partie zwischen den Handballern des TV Jahn Hiesfeld und des TV Lobberich war schon gut zehn Minuten vorbei, da saß Niklas Weghaus immer noch auf der Ersatzbank und vergrub sein Gesicht unter einem Handtuch. Mirco Schwarz suchte am Mittelkreis Trost bei der Freundin. In der ganzen Halle verteilten sich die „Veilchen“-Akteure, ließen ihrer Enttäuschung freien Lauf oder rangen nach Erklärungen. Erklärungen für einen katastrophalen Auftritt, der gegen einen biederen Gast in einer völlig verdienten 18:22 (11:12)-Niederlage mündete. Es wäre wahrlich kein Kunststück gewesen, gegen den Aufsteiger, der die letzten vier Partien verloren hatte und durch eine rote Karte Sekunden vor der Pause für Führungsspieler Christopher Liedtke zusätzlich geschwächt wurde, die Punkte zu Hause zu behalten. Doch bis auf Torhüter Adrian Schnier erreichte am Samstagabend kein Hiesfelder Spieler Normalform.

Jahn-Coach Matthias Waclawczyk blieb nach der Schlusssirene äußerlich ruhig, aber seine Analyse war trotzdem schonungslos: „Wir haben einfach nicht den nötigen Biss gezeigt und eine unglaubliche Anzahl von technischen Fehlern gemacht, die für zwei oder drei Spiele gereicht hätte. Ich kann mir nicht erklären, warum wir so unkonzentriert waren“, wunderte sich Waclawczyk über den Auftritt seiner Schützlinge.

Dabei ging es eigentlich noch gut los. Mit 4:1 (5.) gingen die Hausherren schnell in Führung, ehe plötzlich überhaupt nichts mehr gelang. Lobberich markierte sechs Treffer in Folge, und der TV Jahn konnte sich beim in dieser Phase überragend haltenden Schnier bedanken, dass der Rückstand nicht noch höher ausfiel. Der Keeper vernagelte das Tor regelrecht und bügelte mit seinen Paraden die vielen Ballverluste seiner Vorderleute wieder aus.

Schnier bügelte viele Fehler aus

Nur dank Schnier kam Hiesfeld zurück ins Spiel, wirklich besser wurde die Leistung auf dem Feld aber nicht. Weil sich TVL-Mittelmann Liedtke aber zu einem völlig überflüssigen Foul (die Uhr war fast abgelaufen, es drohte keinerlei Gefahr mehr) gegen Mirco Schwarz hinreißen ließ, das mit Rot geahndet wurde, und Lobberich in der Folge alles andere als eine Glanzleistung zeigte, hätte es trotzdem zum Sieg reichen können.

Nach dem 17:16 (43.) durch Max Reede sah es kurzzeitig so aus, als könnten die Gastgeber noch einmal die Kurve kriegen, doch Jahn fiel ganz schnell wieder in den alten Trott zurück. Zu wenig Druck und Bewegung, keinerlei Struktur im Aufbau, schwache Abschlüsse und eine zu wenig zupackende Deckung – Lobberich hatte fortan ganz leichtes Spiel. „Wenn es spielerisch nicht läuft, dann musst du es halt über den Kampf machen. Aber wir heute haben einfach in allen Bereichen zu wenig gezeigt“, ärgerte sich Waclawczyk hinterher über die verpasste Chance.

TV Jahn: Schnier; Mergner (1), Enders (1), Weghaus (4/2), Schwengers (1), Reede (5), Bückmann (4), Busjan, Schwarz, Tuda (2), Schnier.