Torjäger Rankl bläst zum Angriff

Die Schnelligkeit ist eine der großen Stärken von Danny Rankl (vorne links).
Die Schnelligkeit ist eine der großen Stärken von Danny Rankl (vorne links).
Foto: Dombrowski
Was wir bereits wissen
Dinslaken/Lara. Angreifer hat sein sportliches Zuhause beim TV Jahn gefunden und will mit dem Fußball-Oberligisten mindestens noch auf den fünften Platz.

Danny Rankl greift an. Er sitzt in der Lobby des Hotels Titanic, das Vormittagstraining des Fußball-Oberligisten TV Jahn Hiesfeld ist gerade vorbei, und der Torjäger hält nichts von defensivem Verhalten. „Es sind nicht viele Punkte bis zum fünften Platz“, sagt Rankl bestimmt. Vier Zähler Abstand, keine Welten. Rang fünf, da will er mindestens hin mit seiner Mannschaft, wenn’s geht noch ein bisschen höher. Dass überhaupt die Möglichkeit besteht, dieses Ziel zu erreichen, daran trägt Rankl großen Anteil.

In 16 Meisterschaftsspielen lief der 25-Jährige in dieser Saison auf, traf dabei 14-mal ins gegnerische Netz. Genauso oft wie in der vergangenen Spielzeit – die Erfolgsquote liegt im Vergleich allerdings deutlich höher: 2013/14 stand er in insgesamt 26 Partien auf dem Feld. Dass es bisher dennoch nicht zu mehr als dem achten Rang in der Tabelle reichte, ist seiner Meinung nach dem Umstand geschuldet, dass „wir viele blöde Fehler gemacht haben – hinten wie vorne“.

Für ihn gilt letztlich: Es läuft gut. Er läuft gut. Die Schnelligkeit ist ein großes Plus des Rheinbergers, seine Kopfballstärke kommt dazu, „mein Schuss ist auch nicht so schlecht“. Mit Millingen gelang ihm einst von der Kreisliga B mit zwei Aufstiegen hintereinander und 33 Rankl-Toren der Durchmarsch in die Bezirksliga, im Sommer 2013 wechselte Danny Rankl vom SV Sonsbeck zu den „Veilchen“, seitdem ging es für das Team vom linken Niederrhein in der Oberliga bergab und für den TV Jahn bergauf. Sicher nicht nur sein Verdienst, schränkt der Stürmer zurückhaltend ein: „Die Mannschaft hilft mir unheimlich, ohne das gute Zusammenspiel hätte ich nicht den Erfolg.“

Eben das Zusammenspiel wird im Training immer wieder geübt, damit beim Umschalten von Abwehr auf Angriff der Knipser in der Offensive zum Zug kommt. Da liegt bisher seine Schwachstelle, gibt Rankl offen zu, „das Entgegenkommen, den Ball behaupten, mal den Ball klatschen lassen – daran arbeite ich, bin auf einem guten Weg“, findet er.

Selbstkritisch und sensibel

Sein Trainer notiert es mit Wohlwollen, als ehemaliger Stürmer weiß Jörg Vollack genau, worauf es in vorderster Reihe ankommt. Er schätzt die Qualitäten seines Schützlings, der sich abseits des Spielfelds bisweilen als ebenso selbstkritisch wie sensibel erweist, aber vor dem gegnerischen Tor eiskalt bleibt.

In der Torjägerliste der Oberliga schoss der Angreifer sich mit seiner bisherigen Bilanz auf Platz eins, nur Philipp Goris aus Rot-Weiß Oberhausens U 23 erzielte seit Saisonbeginn ebenfalls 14 Treffer. „Ich fühl’ mich wohl an der Spitze“, sagt Rankl, „da möchte ich gerne bleiben“.

Stichwort Wohlfühlen: Das Umfeld in Hiesfeld ist ihm wichtig und war Grund, bereits im vergangen Jahr seinen bis Mitte 2016 laufenden Vertrag vorzeitig um weitere zwölf Monate zu verlängern. „Mir gefällt es hier, das ist entscheidend“, meint er, zum privaten Glück mit Freundin Selina und dem beruflichen als Substitut beim Handelskonzern Metro, wo er einen Abteilungsbereich verantwortet, hat er sein sportliches Zuhause beim TV Jahn gefunden. An einen anderen Verein denkt er deshalb nicht: „Natürlich träumt man davon, mal eine Klasse höher zu spielen, aber ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste“.

Am 23. Februar wird Danny Rankl 26 Jahre alt.