Tennisabteilung will sich abkoppeln

Schatzmeisterin Regina Schott zeigte sich von den Vorwürfen der Tennisabteilung überrascht.
Schatzmeisterin Regina Schott zeigte sich von den Vorwürfen der Tennisabteilung überrascht.
Foto: Foto: Heiko Kempken / WAZ FotoPo
Was wir bereits wissen
Dinslaken. Beim VfB Lohberg kehrt weiterhin keine Ruhe sein. Filzballfreunde warten auf Gelder und bangen um ihre Sommersaison. Trennung beschlossen

Seit er Ende Januar von seinem Amt als Präsident des VfB Lohberg zurücktrat, war Thomas Schott nicht zu erreichen. Berufliche und private Gründe sollten den Ausschlag für seine Entscheidung gegeben haben. In einer weiteren Pressemitteilung lieferte nun der restliche Vorstand um Schotts Mutter Regina und Klaus-Dieter Szymkowiak nach. „Von Problemen in den Abteilungen“ ist da die Rede und dass der junge Präsident „von verschiedenen Mitgliedern nicht respektiert wurde.“ Ärger hat es zuletzt auf jeden Fall mit der Tennisabteilung gegeben – und der scheint längst noch nicht aus der Welt geschafft.

Einstimmige Entscheidung

Auf einer außerordentlichen Versammlung haben die VfB-Filzballfreunde ihrem Abteilungsvorstand nun sogar den Auftrag gegeben, eine Abkoppelung vom Hauptverein voran zu treiben. 45 anwesende Teilnehmer von insgesamt 129 Mitgliedern der Tennisabteilung – ungefähr ein Drittel aller Lohberger Mitglieder – votierten einstimmig für diesen radikalen Schritt.

Der Wunsch nach Eigenständigkeit ist vor allem finanziell begründet, denn die Abteilung, die mit ihren Beiträgen, so Abteilungsleiter Marc Ochodlo, für 50 Prozent der gesamten VfB-Mitgliedsbeiträge sorge, warte seit längerem auf ihr zustehende Gelder. „Von der im November fälligen Quartalszahlung haben wir im Dezember die Hälfte bekommen. Die andere Hälfte sollte es im Januar geben, ist aber immer noch nicht da. Wir werden immer wieder hingehalten und vertröstet“, sagt Ochodlo.

Die Tennis-Abteilung benötigt das Geld dringend, um notwendige Reparaturen am Clubhaus durchzuführen und im kommenden Sommer überhaupt auf der Anlage am Fischerbusch spielen zu können. „Wenn wir nichts bekommen, ist die Saison definitiv gefährdet“, glaubt Ochodlo, der vermutet, dass die seiner Abteilung zustehenden Beträge genutzt wurden, „um irgendwelche Fußballer zu bezahlen und Löcher im Hauptverein zu stopfen.“ Dem Hauptverein, so der Abteilungsleiter, seien wohl auch einige Sponsoren abgesprungen. Das große Ziel der Tennisabteilung ist es nun, 2016 komplett auf eigenen Beinen zu stehen.

Regina Schott reagierte gestern sehr überrascht auf die Vorwürfe: „Das ist überhaupt nicht wahr, die Gelder gehen bei uns zu den vorgegebenen Terminen raus. Besser könnte es gar nicht laufen“, erklärte die VfB-Schatzmeisterin. Und überhaupt stünde der Hauptvorstand im engen Kontakt mit der Tennisabteilung.