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Team München fehlen 3000 Euro

22.02.2012 | 16:11 Uhr
Team München fehlen 3000 Euro
Foto: Heinz Kunkel, WAZ FotoPool

Hünxe. Ihre Schützlinge hätten das noch nicht verinnerlicht, glaubt Gabi Gramsch. Aber alle anderen seien jetzt schon überaus stolz auf die sieben Judo-Kämpfer des Budokan Hünxe, die im Mai bei den Special Olympics in München antreten.

Ihre Schützlinge hätten das noch nicht verinnerlicht, glaubt Gabi Gramsch. Aber alle anderen seien jetzt schon überaus stolz auf die sieben Judo-Kämpfer, die im Mai bei den Special Olympics in München antreten. Eine von ihnen ist Jasmin Siebelitz: „Unsere Lehrer freuen sich total.“ Und auch ihre Mitschüler von der Waldschule würden am liebsten mitfahren, wenn die 15-Jährige mit der „Auswahl für München“ des 1. Budokan Hünxe vom 20. bis zum 26. Mai bei den nationalen Spielen für Menschen mit geistiger Behinderung um die Medaillen kämpfen wird.

Von den finanziellen Problemen, die die Teilnahme überschatten, ahnt Jasmin wenig. Rund 5100 Euro kostet die Reise, 2000 davon mussten bereits angezahlt werden. Das ohnehin knappe Budget der kleinen Abteilung ist damit beinahe ausgeschöpft. Nun sucht Abteilungsleiterin Gramsch händeringend nach Sponsoren.

14 000 Zuschauer und 5000 Aktive

An der Umsetzung des Projekts lässt sie keinen Zweifel: „Wir werden auf jeden Fall fahren. Ich bin fest davon überzeugt, dass das eine gute Sache für unsere Jugendlichen ist.“ Im Oktober erreichte die G-Judo-Gruppe (G für gehandicapt) in Essen die Qualifikation für die Special Olympics. Eine tolle Gelegenheit für die Sportlerinnen und Sportler, die größtenteils an psychischen Erkrankungen leiden. Damals qualifizierten sich 20 Aktive, aus denen sich eine siebenköpfige Gruppe herauskristallisierte: „Viele haben von sich aus gesagt, dass sie nicht mitfahren möchten“, erklärt die Lehrerin der Hünxer Waldschule, die gemeinsam mit Trainer Frank Schuhknecht die Auswahl begleiten wird. Jörn Reidick, Julia Wardemann, Jasmin Siebelitz, Patrick Schröer, Timo Karmasch, Andreas Gramsch und Angelina Pillitterie-Simon treten die Reise zu den Sommerspielen an, bei denen 14 000 Zuschauer und 5000 Aktive erwartet werden. Bis dahin ist es aber noch ein steiniger Weg. Nachdem einer der Hauptsponsoren die Firma wechselte, spitzt sich die Lage zu. Rund 2000 Euro musste die Abteilung für die Übernachtung in einem Münchener Hotel anzahlen. „Ich habe versucht, noch zu handeln. Aber es half nichts“, bedauert die Lehrerin. Das Hotel wurde von den Organisatoren empfohlen, Alternativen ließen sich keine mehr finden. Zur großen Erleichterung der Abteilungsleiterin spendete ein Unternehmen aus Sonsbeck den Bus für die Reise. Auf finanzielle Unterstützung seitens der Schule könne sie nicht hoffen.

100 Euro Eigenbeteiligung

Zwar unterrichtet Gabi Gramsch fast alle auch in der Schule, aber die Judo-Gruppe gilt als eigene Vereinsabteilung. Darauf legte die Gründerin, deren behinderter Sohn Andreas vor sieben Jahren den Anstoß gab, viel Wert. „Ich dachte mir damals, mein Kind muss doch auch irgendwo Sport machen. In vielen Bereichen wurden die Kinder abgelehnt.“ Seitdem wuchs aus der Schul-AG eine eigenständige Abteilung. „Dafür habe ich lange gekämpft.“

Auch die Erziehungsberechtigten kommen nicht in Frage. Zähneknirschend belastet Gabi Gramsch die Teilnehmer mit 100 Euro Eigenbeteiligung. Zahlreiche Kinder aus der Abteilung wohnen in Pflegeeinrichtungen und können nur per Rezept oder Patenschaft in der Judo-Gruppe mitmachen. So auch Timo Karmasch, der als Heimkind in der Judo-Gruppe menschliche Wärme findet. „Wir sind seine Familie, sagt er immer. Timo ist ein sehr kreativer und ehrgeiziger Kämpfer“, meint Gramsch stolz. Dem talentierten 17-Jährigen werden wie auch der 19-jährigen Angelina und dem 22-jährigen Andreas große Chancen zugerechnet. Trainer Frank Schuhknecht trainiert das begabte Trio unter anderem im NRW-Kader und kennt die Konkurrenz aus Hessen und Berlin: „Ich denke schon, dass wir in die Medaillenränge kommen können.“

Gabi Gramsch hofft auf finanzielle Unterstützung von den umliegenden Banken und Firmen. „Vielleicht komme ich ja gleich nach Hause und habe schon Post von einem Sponsor.“ Rund 3000 Euro fehlen noch. Mittlerweile ist bei der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe ein Spendenkonto eingerichtet worden. Wer die Reise des Teams nach München unterstützen möchte, kann auf das Konto 670 935 600 (Bankleitzahl: 352 510 00) spenden. Verwendungszweck: G-Judogruppe, München.

Dominik Loth

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