Tas: „Wenn wir verlieren, sind wir weg vom Fenster“

Grenzwertig: Bei einer Derby-Pleite würde  RWS-Coach Mahmut Tas kaum noch Chancen auf den Aufstieg sehen.
Grenzwertig: Bei einer Derby-Pleite würde RWS-Coach Mahmut Tas kaum noch Chancen auf den Aufstieg sehen.
Foto: WAZ Fotopool
Was wir bereits wissen
Dinslaken/Voerde. Niederlage im Derby gegen Voerde könnte Kreisliga-A-Aufstiegswünsche zerstreuen. Wackers Not-Elf trifft auf Laar.

Wenn es das Wetter will, steigt heute (15 Uhr) beim TV Voerde das Kreisliga-A-Derby gegen den Verfolger RWS Lohberg. Der Rahmen hätte angenehmer sein können, denn für den Tabellenvierten aus Dinslakens Bergarbeiter-Siedlung, geht es gleich um alles. „Wenn wir verlieren, sind wir weg vom Fenster“, warnt RWS-Coach Mahmut Tas und meint damit das Aufstiegsrennen. Bei einem Sieg gegen Voerde zieht RWS punktgleich auf Rang drei ein. Doch auf die drei Punkte setzt auch TVV-Trainer Torsten Klump. Und will nichts von der langen Verletzungsliste wissen.

„Es gibt nichts zu jammern. Die Saison geht los“, beschwört Klump. Lange und intensiv bereiteten sich die Voerder trotz der schlechten Wetterbedingungen auf die Rückrunde vor, testeten gegen höherklassige Teams, um die Taktik zu schulen. Zuletzt gelang ein 3:3 gegen den Bezirksligisten SGP Oberlohberg. Klump macht die Winterpause Mut. Dabei könnte der Kader besser aussehen. Stefan Feder, Stephan Schwarz, Christian Steup und Marcel Warmann werden aufgrund ihrer Verletzungen noch Monate ausfallen. Zudem werden Thorben Isenberg und der bisher gefährlichste Stürmer Florian Peschen (13 Tore) im Derby fehlen. „Ich bin froh, dass wir unseren Kader am Anfang der Saison so breit aufgestellt haben“, atmet Klump auf. Qualitativ sei seine Elf nicht schlechter als die der Lohberger. Im Gegenteil erwartet Voerdes Trainer ein Spitzenspiel auf Augenhöhe. „Wir haben die beste Abwehr der Liga. Das Spiel wird im Mittelfeld entschieden.“

Für Gäste-Coach Tas ist das erste Aufeinandertreffen der Kreisligisten nicht bloß richtungsweisend. Es entscheidet darüber, ob RWS Lohberg noch ein Wort um den Aufstieg mitreden kann oder vorerst zum Schweigen verdammt ist. Der Abstand von bislang drei Zählern auf den TVV würde auf sechs wachsen. Aus Tas’ Sicht könnte sich aber auch der TV Voerde bei einer Niederlage von den Aufstiegswünschen verabschieden. Mit einem Remis könnte der RWS-Coach nicht leben, für den TV Voerde, mutmaßt er, könnte ein Punkt reichen.

Die letzten fünf Derbys gegen Voerde verlor allesamt der amtierende Stadtmeister. „Voede ist eine taktisch sehr versierte Mannschaft, die einen sehr ruhigen Fußball spielt“, hat Tas Respekt vor dem Kontrahenten, der in seinen Augen „mit zu den drei besten Teams der Liga“ zählt. Die Gastgeber dürfen sich aber schon auf die geballte Angriffspower rund um den 15-fachen Torschützen Murat Dinc gefasst machen: „Wir haben den besten Sturm der Liga.“ Im letzten Test gegen den Bezirksligisten Mülheimer SV 07 stellten die Lohberger ihren Tordrang mit einem 5:4-Sieg unter Beweis.

„Einen unglücklicheren Termin als den am Karnevalswochenende kann ich mir nicht vorstellen“, ist Wacker-Coach Thorsten Bohnert genervt. Wenn heute (16 Uhr) der Tabellensechste VfvB Ruhrort/Laar in der Feldmark aufläuft, werden die Dinslakener nur eine Not-Elf aufbieten können.

Bohnert sieht darin aber auch eine Chance: „Häufig sind das die Spiele, wo einzelne Leute über sich hinauswachsen.“

Gegen Vierlindens Reserve wuchs keiner über sich hinaus. Das 1:3 versaute den Rückrunden-Start. „Wir sind früh eingebrochen. Das müssen wir abstellen“, fordert der SC-Coach. Zwar haben die Dinslakener noch sieben Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone, aber „ich möchte nicht bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern.“