Strapazierte Nerven

Denis Mühleweg (links) verdiente sich gegen Praest auch gute Noten in der Defensive.
Denis Mühleweg (links) verdiente sich gegen Praest auch gute Noten in der Defensive.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Voerde. Bezirksliga-Spitzenreiter 08/29 musste beim 5:3 über Praest lange zittern. Drei Tore von Tuncel, zwei von Giesen.

„Die machen mich wahnsinnig“ – Mark Lanfermann fluchte, haderte, trat vor die Bande und raufte sich die Haare – ein ruhiger Sonntagnachmittag sieht definitiv anders aus. Die Fußballer der SV 08/29 strapazierten die Nerven ihres Trainers im Heimspiel gegen den RSV Praest gewaltig. Weil das Resultat am Ende aber stimmte, hatte sich „Lampe“ nach dem Schlusspfiff schnell wieder beruhigt. „Wir haben die Punkte im Sack und sind damit gut aus den Startlöchern gekommen. Das war wichtig“, befand der Coach des Bezirksliga-Spitzenreiters nach dem 5:3 (1:1)-Erfolg seines Teams.

Der Start in die Rückrunde ist dem Liga-Primus damit geglückt, der Start in die Begegnung verlief wesentlich schleppender. Die abstiegsbedrohten Gäste entpuppten sich als der erwartet schwere Gegner. Friedrichsfeld fand überhaupt nicht ins Spiel, das 0:1 durch Yuri Wolff (24.) war keineswegs unverdient, diente aber auch als Weckruf. Mit der ersten gelungenen Angriffsaktion erzielte 08/29 den Ausgleich. Nach Balleroberung von Finn Müller steckte Marvin Prietzel geschickt zu Thomas Giesen durch, der Gästetorwart Markus Jansen umkurvte und dann keine Mühe mehr hatte (31.). Nach dem 1:1 übernahmen die Hausherren endgültig das Kommando, hatten bis zum Wechsel aber Pech mit einigen Abseitsentscheidungen von Referee Guido Tenhofen.

Nach dem Wechsel wurde es dann turbulent. Mit einem sehenswerten Treffer von Eray Tuncel, der den zu weit vor seinem Kasten stehenden Jansen aus 35 Metern mit dem Vollspann überwand (48.), ging es los. Nur Sekunden später hätte Dennis Mielke erhöhen können, traf aber nur die Latte (49.). Praktisch im Gegenzug glich Praest durch Jan Gasse wieder aus (50.). Friedrichsfeld ließ sich davon aber nicht schocken. Erst verwandelte Tuncel einen Foulelfmeter, nachdem Marvin Prietzel im Sechzehner umgerissen wurde (54.), dann legte Tuncel nach einem Freistoß von Stefan Giesen seinen dritten Treffer nach (62.).

Jetzt spielte nur noch 08/29, versäumte es aber, den Sack zuzumachen. Dass RSV-Akteur Michal Szczepinski in der 77. Minute die gelb-rote Karte sah, sorgte auch nicht für mehr Ruhe. Im Gegenteil: Marvin Müller brachte Praest noch einmal heran (84.), im nächsten Angriff wurde es gleich wieder brenzlig im Friedrichsfelder Strafraum. Erst als Thomas Giesen nach einem Konter den fünften Friedrichsfelder Treffer erzielte, konnte Lanfermann aufatmen. Ein Ärgernis gab’s trotzdem noch: Dennis Mielke handelte sich in der Nachspielzeit „Gelb-Rot“ und muss am nächsten Sonntag zuschauen.