Spiel, Satz und Sieg für die Kobras

Jubeln durften die Kobras häufig.
Jubeln durften die Kobras häufig.
Foto: Grimme
Was wir bereits wissen
Dinslaken. Dinslakener Eishockey-Regionalligist machte mit dem 16:0 über einen Rumpfkader der Luchse aus Lauterbach den dritten Platz in den Play-Offs perfekt. Sander und Schmitz zogen ein positives Saisonfazit.

Wirklich viel zu tun hatte Felix Zerbe nicht. Zwischendurch langweilte sich der Keeper der Dinslakener Kobras sogar etwas: Genauso gut, so schien es, hätte Zerbe die vierte Serien-Begegnung um Platz drei der Eishockey-Playoffs in der Regionalliga West gegen die Luchse des EC Lauterbach von der Tribüne aus beobachten können. Tore erzielt wie beim Handball, den Matchball verwandelt wie beim Tennis, geschossen wie bei einem Schützenfest: Mit 16:0 (6:0, 6:0, 4:0) besiegten die Kobras die Gäste aus Lauterbach, sicherten sich durch den dritten Sieg in Folge frühzeitig die „Bronze-Medaille“ und mussten am Sonntag nicht mehr zum finalen Entscheidungsspiel nach Lauterbach fahren. Damit verabschiedeten sich die Dinslakener glücklich in die Sommerpause.

„Am Anfang der Partie waren beide Teams noch auf Augenhöhe“, sagte Kobras-Coach Thomas Schmitz, „wir haben das Heft dann ziemlich schnell in die Hand genommen und Lauterbach ist eingebrochen.“ Mit einem Rumpfkader von nur elf Feldspielern und einem Torwart waren die Luchse an den Niederrhein gereist. Auf Grund von Verletzungspech wurde der Kader noch dünner. So musste Nils Vogel, nachdem er zum Ende des Mittelabschnitts einen Stock ins Gesicht bekommen hatte, (Kobras-Kapitän Sven Linda kassierte schließlich eine Spieldauerstrafe) mit vier ausgeschlagenen Zähnen ins Krankenhaus gebracht werden. Sogar die letzte Drittelpause musste deswegen vorgezogen werden: dort, wo das Blut geflossen war, musste etwas das Eis etwas aufwendiger aufbereitet werden.

Spielabbruch angedacht

Luchse-Torhüter Sebastian Grunewald quälte sich über zwei Drittel mit einer Verletzung am Bein, verließ das Lauterbacher Gehäuse jedoch tapfer nicht, weil kein Ersatz-Goalie dabei war. Die Partie wurde zwischenzeitlich immer wieder minutenlang unterbrochen, als Grunewald schmerzverzerrt auf dem Eis liegen blieb. Sogar von Spielabbruch war die Rede. „Es ist wirklich sehr schade, dass es im letzten Saisonspiel noch zu solchen Verletzungen und Szenen kommen musste“, so Schmitz.

Im Schlussabschnitt verschonten die Hausherren ihre Hessener Gäste und schalteten einen Gang zurück. Im ersten und zweiten Drittel wurde geschossen, was das Zeug hält. Im letzten Abschnitt gab es hingegen nur noch vier Treffer. Die Torschützen beim Schützenfest waren: Timothy Tanke (6.), Pierre Klein (7.,45.), Kamil Vavra (11., 21., 26., 30., ), Sven Linda (17., 36.), Petr Macaj (20.), Daniel Grabner (20.), Marvin Linse (28.), Daniel Pleger (32.), Benedikt Hüsken (54.), Sebastian Schmitz (55.) und Tim Cornelißen (56.).

Der Saisonabschluss hatte auch beim Vorsitzenden der Kobras Eindruck hinterlassen: „In den regulären Saisonspielen haben wir uns immer sehr schwer getan gegen Lauterbach“, so Henner Sander, „klasse wie wir jetzt in den Playoffs einen Sieg nach dem anderen eingefahren haben.“ Sander weiter: „Unser Saisonziel war es einen der Plätze eins bis vier zu belegen, das haben wir auch super geschafft.“ Zudem fügte Sander hinzu: „Auch wenn es Höhen und Tiefen gab, der Trainerwechsel zu Beginn der Saison hat Früchte getragen. Wir spielen jetzt offensiveres Eishockey, und das Team ist einfach in jeder Hinsicht klasse.“

Auch Schmitz freute sich über den geglückten Saisonabschluss. „Wir wollten einfach nicht noch mal nach Lauterbach fahren“, schmunzelte der Coach, „wir haben eine schöne Saison gespielt und uns mit der Bronze-Medaille belohnt.“

In welcher Liga die Dinslakener Kobras nun in der kommenden Saison auflaufen werden, steht noch nicht fest. Die Aussicht auf die Oberliga scheint jedoch trotz des dritten Platzes, nicht außer Reichweite zu sein.

Strafzeiten: Kobras 7+20 (Linda); Luchse 11+20 (Matysek).