Spellener „Festplattenabsturz“

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Markus Osthoff brauchte nach der Partie seines Fußball-Bezirksligisten SV Spellen beim Hamminkelner SV ein paar Minuten, um sich zu beruhigen: Was der ehemalige Bundesliga-Profi in den letzten drei Stunden erlebt hatte, kannte er sonst nur aus dem Fernsehen oder vom Hörensagen. „Wir sind disziplinlos. Nicht nur auf dem Platz, sondern schon wie wir uns vor der Partie gegeben haben, das ging gar nicht“, ärgerte sich Osthoff. Kein Wunder, dass der SVS die Partie mit 1:3 (0:1) verlor und weiter tief im Tabellenkeller steckt.

Einer seiner Akteure vergaß seine Sporttasche in Spellen und musste aus Hamminkeln noch einmal zurück, um überhaupt spielen zu können. Ein anderer kam ohne Meldung an den Trainer erst eine Viertelstunde vor dem Spiel in Hamminkeln an. „Das ist einer der Hauptgründe, warum ich im Sommer aufhöre. Das ist nicht mehr normal und wirklich eine Frechheit“, schimpfte Osthoff weiter.

Früher Gegentreffer

Schlafmützig zeigte sich in der Anfangsphase dann die SVS-Defensive: Daniel Kuckhoff und Silas Bargmann – bezirksligaerfahrene Spieler – schafften es nicht, einen Ball an der Eckfahne ins Aus zu klären. Spellen versuchte es spielerisch zu lösen: Nach dem Fehlpass klingelte es keine fünf Sekunden später im Gehäuse von Keeper Hendrik Gockel: 1:0 für Hamminkeln durch Tom Wirtz (6.). In der 18. Minute parierte Gockel stark gegen HSV-Knipser Raik Wittig und verhinderte das frühe 0:2. „Das ist natürlich wie ein Festplattenabsturz, wenn die Erfahrenen solche Fehler machen“, so Osthoff. Spellen hatte zudem viel zu viel mit dem Schiedsrichter zu tun. Vier gelbe Karten wegen Meckerns in der ersten Hälfte belegten dies.

Im zweiten Durchgang war Spellen besser in der Partie und kam durch Sebastian Göhl zum Ausgleich (58.). Doch nur acht Minuten später sprang Bargmann unter einem langen Ball durch und Wittig brachte Hamminkeln erneut in Front. Noch schlimmer wurde es für Bargmann in der 77. Minute, als er nach erneutem Meckerns mit der gelb-roten Karte vom Platz flog. Nach dem 3:1 durch Julian Weirather (80.) machte es ihm Roman Kiosze nach und sah ebenfalls die „Ampelkarte“ (81.).

Osthoff regte sich zwar auch ziemlich lautstark über den Schiedsrichter auf, aber „die Platzverweise sind natürlich einfach nur dumm, weil ich irgendwann einfach auch an das nächste Spiel denken muss. Da fehlen uns die beiden jetzt.“

Am Ostermontag (15 Uhr) ist am heimischen Groelberg trotz dieser Ausfälle ein Sieg gegen den Uedemer SV Pflicht. Uedem hat momentan noch zwei Zähler mehr auf dem Konto als der SVS.