Skurriler Strafstoß kostet den Sieg

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Dinslaken. Fußball-A-Ligist VfB Lohberg bringt sich beim 1:1 gegen 07 selbst um den Dreier.

85 Minuten sind gespielt, als der VfB Lohberg die Tür zur Bezirksliga ganz weit aufstoßen kann. Aydin Ökmen ist gerade im gegnerischen Sechzehner gelegt worden. Bastian Bruß tritt zum fälligen Strafstoß an, hat aus elf Metern die große Chance, das vorentscheidende 2:0 gegen Hamborn 07 III zu erzielen. Doch was folgt, lässt die 220 Zuschauer in der Dorotheen-Kampfbahn ungläubig mit dem Kopf schütteln. Bruß schießt den Ball nicht auf das „Löwen“-Tor. Nein, er schiebt die Kugel quer nach vorne, wo der heraneilende Manuel Viltuznik vollstrecken soll. Ein grotesker Plan, der nicht aufgeht, denn der Mitspieler erreicht den Ball nicht. Es kommt, wie es kommen muss. Drei Minuten später lässt Hamborn Kevin Hesse Trainer Thomas Grefen im VfB-Tor mit einem Sonntagsschuss keine Abwehrchance. Nach fünfminütiger Nachspielzeit muss sich der Spitzenreiter der Fußball-Kreisliga A mit einem 1:1 (0:0) begnügen.

Sofort nach dem Schlusspfiff versammelt Grefen seine Schützlinge sofort auf dem Rasen, tobt regelrecht und kann es einfach nicht verstehen. „Wie bekloppt muss man sein? Wir stehen kurz vor der Meisterschaft und machen so eine arrogante Scheiße“, flucht der Übungsleiter, „es war ja klar, dass wir dafür bestraft werden. So ist Fußball einfach.“

Gegen sehr engagiert und phasenweise sogar sehr spielfreudig auftretende Hamborner tat sich der VfB lange Zeit richtig schwer. Eigene Angriffsmöglichkeiten spielten die Hausherren nicht konsequent genug aus, häufig geriet der Abschluss einfach viel zu harmlos. 07 versteckte sich nicht und setzte immer wieder Nadelstiche. Gar nicht selten musste Grefen in höchster Not eingreifen.

Doch wenn nicht viel geht, dann geht beim VfB häufig Manuel Viltuznik. Aus fast 40 Metern zog der Lohberger in der 68. Minute ab. Von der Latte sprang der Ball zurück an den Rücken von Hamborns Torwart Robin Meyer und dann ins Tor – 1:0. Spätestens jetzt schienen den bissigen „Löwen“ die Kräfte zu schwinden. Muhammed Ayaz hätte für den nun dominanter auftretenden Spitzenreiter schon treffen können (78.), dann folgte der skurrile Elfmeter, der die Gäste noch einmal wach rüttelte und schließlich mit dem Ausgleich durch Hesse belohnte.

Nur wenn der TV Voerde am Sonntag bei RWS Lohberg verliert, ist der VfB endgültig aufgestiegen. Sonst brauchen die „Knappen“ Ende Mai einen Sieg im nächsten Heimspiel gegen den SC Wacker Dinslaken.