Schwarzenberg übernimmt Oberliga-Team

Werner Schwarzenberg mit Sohn Andre und Robert Jakobs, die beide schon Oberliga gespielt haben.
Werner Schwarzenberg mit Sohn Andre und Robert Jakobs, die beide schon Oberliga gespielt haben.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Dinslaken. Bisheriger Handball-Trainer der „Veilchen“-Reserve soll eine neue Hiesfelder Mannschaft formen.

26 Jahre und ein paar Wochen ist es her, da stiegen die Handballer des TV Jahn in die Oberliga Niederrhein auf. Seitdem haben sich die „Veilchen“ dort gehalten, sind damit die absoluten Dauerbrenner dieser Klasse. Auch in der abgelaufenen Spielzeit rettete sich das Team, wenn auch nur ziemlich knapp, vor dem Abstieg. Nach einer beispiellosen Abwanderungswelle in den letzten Monaten schien es dennoch ziemlich fraglich zu sein, ob die Hiesfelder auch in der kommenden Saison eine Mannschaft für die Oberliga würden stellen können. Doch einige Fragen haben die Verantwortlichen mittlerweile beantworten können. Es soll auf jeden Fall weiter Oberliga-Handball im Mühlendorf geben. Werner Schwarzenberg, bisheriger Erfolgscoach der Reserve, wird versuchen, das Unmögliche möglich zu machen und mit einer neu formierten Mannschaft den Klassenerhalt zu realisieren.

Wie dieses Team genau aussieht, das wird sich erst im Laufe der Vorbereitung, die Ende Juni aufgenommen wird, herausstellen. Aus dem bisherigen Oberliga-Kader sind nur noch Bastian Schwengers, Mirco Schwarz sowie Adrian und Cedric Schnier übrig. Der langjährige Rechtsaußen Felix Busjan hat sich noch Bedenkzeit ergeben. Einziger externer Neuzugang ist Lukas Stumpf. Der Torhüter kommt vom Landesligisten DJK Saarn und soll mit Addi Schnier ein festes Gespann bilden.

Aufgefüllt wird der Kader mit Akteuren aus der „Zweiten“, die in der abgelaufenen Spielzeit souverän den Aufstieg in die Verbandsliga schaffte, nun aber auseinander gerissen wird. Leicht fiel den Spielern das anscheinend nicht: „Wir haben lange diskutiert, wollten natürlich auch nach der durch den Aufstieg entstandenen Euphorie unbedingt zusammen bleiben, aber am Ende haben wir uns für das Wohl des Vereins entschieden“, erklärt Schwarzenberg. Überwiegend gemeinsam sollen die „Erste“ und die Reserve nun die Vorbereitung bestreiten. Nach ein paar Wochen will sich der Coach dann festlegen, wer in welches Team kommt. Nur bei den jüngsten Spielern sind auf Grund der U 21-Regelung Einsätze in beiden Teams angedacht.

Reservecoach gesucht

Derzeit sucht der Verein noch nach einer internen Lösung für den vakanten Trainerposten der zweiten Mannschaft, die ihr erkämpftes Startrecht in der Verbandsliga, obwohl nun wahrscheinlich enorm geschwächt, auf jeden Fall wahrnehmen wird. Schwarzenberg: „Das haben sich die Jungs auch einfach verdient.“

Dass beide Teams in ihren jeweiligen Ligen nun vor fast unlösbaren Aufgaben stehen, ist den Verantwortlichen durchaus bewusst, aber Bange machen gilt bei den „Veilchen“ nicht: „Wir werden uns nicht abschlachten lassen“, ist der Trainer überzeugt.

„Wir haben jetzt nunmal eine Durststrecke und müssen erst einmal kleine Brötchen backen“, sagt Abteilungsleiter Thomas Bigger, der eingesteht, dass auch der Vorstand Fehler gemacht und vor allem auch zu spät gehandelt habe („Da müssen wir uns an die eigene Nase packen“). Jetzt gehe es vor allem darum, für die talentierten Jugendlichen des Vereins „einen Anreiz und eine neue Perspektive zu schaffen“, in dem der Verein weiter höherklassigen Handball anbiete. Was Bigger auf jeden Fall für die Zukunft optimistisch stimmt: „Die beiden Mannschaften bestehen fast zu 100 Prozent aus echten Hiesfeldern.“

Zehn Wochen soll die Saisonvorbereitung des TV Jahn insgesamt laufen. Viermal in der Woche bittet Schwarzenberg dann zum Training, während der Spielzeit wird weiter dreimal wöchentlich trainiert. Kampflos wollen sich die Hiesfelder nicht geschlagen geben,