Schritt für Schritt zu neuen Großtaten

Unzertrennlich: Markus Kuhlmann und die Kugel.
Unzertrennlich: Markus Kuhlmann und die Kugel.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Dinslaken. Markus Kuhlmann und sein Team wollen die Leichtathletik beim SuS 09 wieder zu alter Stärke bringen.

Markus Kuhlmann kann sich noch sehr gut an die grandiosen Zeiten erinnern. Schließlich gehörte der passionierte Kugelstoßer selbst zu den Vorzeige-Leichtathleten des SuS 09 Dinslaken, die in den achtziger und neunziger Jahren des letzten Jahrtausends deutschlandweit – und teilweise darüber hinaus – für sportliche Schlagzeilen sorgten. Wie auch Stabhochspringern Christine Adams, oder Annabell Schwendke, die 1994 und 1995 Deutsche Meisterin im Blockwettkampf und im Siebenkampf wurde. Schöne Erinnerungen, aber Kuhlmann ist keiner, der in der Vergangenheit lebt. Der 42-Jährige schaut nach vorne. Und was er da sieht, ist nicht nur düster. „Wir können es schaffen, wieder solche Talente wie damals zu finden“, sagt der Mann, der seinen Teil dazu auch als neuer SuS-Abteilungsleiter beitragen will. Heute ab 19.09 Uhr findet in den Gruppenräumen an der Voerder Straße die Versammlung statt, auf der Kuhlmann sich für diesen Posten zur Wahl stellen wird.

„Nicht in Stein gemeißelt“

Für den designierten Abteilungsleiter und sein Team um Jan Schlinkert, Niels Depner und Jessica Prpitsch soll es der Beginn einer neuen Ära werden. Dass es dabei aber nur Schritt für Schritt wieder aufwärts gehen kann, ist allen Beteiligten klar. Ihr Leitbild, das sie in den letzten Wochen zusammen ausgearbeitet haben, wollen sie der Versammlung vorstellen. „Aber das ist nicht in Stein gemeißelt. Wir wollen da auch die Ideen aus dem Plenum mit einarbeiten“, betont Kuhlmann.

„Leistungssport und mehr“ heißt Punkt zwei der ersten Leitbild-Fassung, denn neben dem Breiten- und Gesundheitssport wollen die Dinslakener auch Kinder und Jugendliche zum Leistungssport führen, um ihnen „zu ermöglichen, im Erwachsenenalter ihre besten Leistungen zu erzielen.“

Behutsam soll der Nachwuchs unter Berücksichtigung altersspezifischer Besonderheiten an die Leichtathletik herangeführt werden. Sind dann erst einmal die grundlegenden Fähigkeiten und Fertigkeiten vorhanden, kann die gezielte Förderung von sportlich interessierten und begabten Jugendlichen beginnen. „Wir müssen die Grundlagen schaffen, dann werden wir auch die Talente finden, die sich dann spezialisieren können“, glaubt Kuhlmann, dem bewusst ist, dass die Abteilung wieder ganz von vorne anfangen muss und einen langen Weg vor sich hat.

Mit seinen Mitstreitern verbindet Kuhlmann vor allem eines: „Uns liegt die Leichtathletik beim SuS sehr am Herzen. Wir wollten einfach nicht, dass sie stirbt.“ Nach dem angekündigten Abschied von Abteilungsleiter Johann Schibisch fand sich schnell ein Team, das dann auch sofort die Arbeit aufnahm.

Schon in den letzten Wochen und Monaten haben Kuhlmann und Co. einiges auf den Weg gebracht. Die erste Bestandsaufnahme geriet durchwachsen, denn es gibt zwar viele Kinder und Jugendliche beim SuS, die gerne zur Leichtathletik gehen, aber es fehlte an Elementarem. „Das fängt bei den Sportgeräten an. Vieles gibt es gar nicht mehr oder ist defekt. Ich habe gerade erst wieder Hallenkugeln gekauft“, sagt der Geschäftsführer und Theologe in der katholischen Erwachsenenfortbildung.

Dringend auf der Suche sind die neuen SuS-Verantwortlichen auch nach weiteren Übungsleitern. Momentan könnten zwar noch alle Gruppen betreut werden, eine Verstärkung des Trainerteams sei aber dennoch zwingend notwendig. Nach und nach soll dann auch der Wettkampfbetrieb wieder einen größeren Stellenwert bekommen. In den letzten Wochen schon schickte der SuS sowohl Nachwuchssportler, als auch Senioren zu einzelnen Veranstaltungen. „Wir wollen auch einfach wieder ins Gespräch kommen“, sagt Kuhlmann, „die Leute sollen merken, dass beim SuS wieder etwas passiert.“

Dabei geht es den neuen Machern aber beileibe nicht nur um den größtmöglichen sportlichen Erfolg. Nicht nur die Jedermanngruppe soll auch für Geselligkeit und buntes Vereinsleben stehen. Das neue Team hat schon viele weitere Ideen zusammengetragen. So soll es demnächst zum Beispiel auch einen Team-Dreikampf mit den Eltern und anschließendem geselligen Beisammensein geben.

Kuhlmann ist jedenfalls optimistisch, an der Voerder Straße in Zukunft einiges bewegen zu können. Auch weil die Zusammenarbeit mit dem Hauptvorstand bisher sehr gut funktioniere: „Man kennt sich halt, und mit Achim Odenkirchen haben wir da wirklich einen sehr guten Ansprechpartner.“