RWS Lohberg macht VfB Lohberg zum Meister

Vor der Partie bei RWS Lohberg schienen die Spieler des TV Voerde gelöst, fokussiert und wild entschlossen den Dreier aus der Vorwoche gegen den VfB Lohberg (2:1) zu vergolden, um näher an den Tabellenführer der Fußball-Kreisliga A heranzurücken. Ein ums andere Mal strich die Kugel während der letzten Torschussübungen in die Maschen. Akkurat getreten, ruhig und souverän. Im Spiel ließ die Mannschaft von Trainer Torsten Klump dann allerdings viele essenziell wichtige Attribute vermissen und verlor gegen einen kaltschnäuzigeren Gegner aus Lohberg mit 0:1 (0:0).

Der TV Voerde besaß gleich nach zwei Spielminuten die erste große Tormöglichkeit. Nach einer Flanke aus dem Halbfeld versuchte Andre Kühnen den Ball aus circa acht Metern volley aufs Tor zu dreschen. Die Kugel rutschte ihm jedoch über den Schlappen und flog rechts am Gehäuse vorbei. Der TV Voerde hatte meist den Ball, kontrollierte das Geschehen, ohne allerdings zwingend vor dem gegnerischen Tor zu werden. Torjäger Florian Peschen rieb sich in Duellen mit den gegnerischen Innenverteidigern auf, kam abgesehen von zwei eher harmloseren Abschlüssen (10., 35.) aber auch nicht gut in Position. In Spielminute zehn ließ Selcuk Calik sehenswert per „McGeady Spin“ den letzten Verteidiger aussteigen, scheiterte allerdings in der Eins-gegen-Eins-Situation an TVV-Schlussmann Jan Czarnetzki.

Voerdes Coach Torsten Klump versuchte in dieser Phase seine Mannschaft aufzuwecken: „Wir müssen mehr tun! Mehr Laufbereitschaft!“ Das Team investierte zu wenig, es fehlte die Durchschlagskraft.

Verkrampft und hektisch

Kurz nach der Pause drängte der TVV seinen Gegner immer mehr in die eigene Hälfte, verpasste es allerdings, einen Treffer zu landen. In der Folge verkrampfte das Team zunehmend und wurde hektisch. Auf schwer bespielbarer Asche häuften sich die Ungenauigkeiten. Mehr als eine Hand voll gefährlicher Hereingaben konnten die 100 Schaulustigen nicht mehr verzeichnen. Wenn es im Fußball eine Timeout-Regel geben würde, Klump hätte diese mit Sicherheit genutzt, um seine Spieler für die letzten Minuten einzuweisen. Nach einem schwachen Klärungsversuch zog dann Lohbergs Tayfun Kazkondu trocken aus 20 Metern per Dropkick ab. Die Kugel schlug im rechten oberen Eck ein, der Knockout für den TVV.

„Ich bin absolut enttäuscht und sauer auf die Leistung meines Teams. Spielerisch, läuferisch und kämpferisch war das heute einfach zu wenig“, so Klump. RWS-Coach Mahmut Tas war dagegen zufrieden: „Wir hatten heute extrem wenig Personal und mussten improvisieren. Ich denke, wir haben verdient gewonnen.“ Nebenbei leistete RWS seinem Erzrivalen VfB Lohberg einen Dienst und machte ihn zum Meister.