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RWS feuert Tas und holt Sevinc

25.05.2012 | 15:42 Uhr
RWS feuert Tas und holt Sevinc

Dinslaken. „Apache“ coacht ab sofort den Lohberger Fußball-A-Ligisten. Kommende Saison als Spielertrainer. Tas wohl nach Oberlohberg.

Auch ein paar Stunden nach der Mitteilung wollte es Mahmut Tas noch nicht so richtig verstehen: „Ali Topal hat da irgendetwas rumgefaselt“, sagt Tas, bis zum späten Donnerstagabend Trainer des Fußball-A-Ligisten Rot-Weiß Selimiyesspor Lohberg, dann vom Vorsitzenden darüber in Kenntis gesetzt, dass er an den letzten beiden Spieltagen nicht mehr für den Tabellendritten verantwortlich sei. Sein Job ist schon vergeben. Ab sofort leitet Erkan Sevinc das Training. In der kommenden Saison will der „Apache“ dann auch selbst wieder für die Rot-Weißen auflaufen. Erst zur Rückrunde hatte der Angreifer dem Nachbarn VfB Lohberg, der brisanterweise am Pfingstmontag um 15 Uhr RWS-Gastgeber in der Dorotheen-Kampfbahn ist, den Rücken gekehrt. Doch beim Niederrheinligisten Bösinghoven wurde der 33-Jährige gar nicht glücklich und verabschiedete sich vor einigen Wochen wieder.

Für Mahmut Tas ist die Entscheidung des Vorstands sportlich überhaupt nicht zu begründen: „Wir haben in der Rückrunde ein einziges Spiel verloren, als wir in Vierlinden einen rabenschwarzen Tag erwischt haben. Sonst haben wir alle Partien richtig überzeugend gewonnen“, stellt der Ex-Coach, der im Herbst einmal selbst zurückgetreten war, sich dann aber zu einem Comeback überreden ließ, klar.

Nach Oberlohberg

Allerdings soll Tas sich bereits mit der SGP Oberlohberg, dem großen Selimiyespor-Konkurrenten im Kampf um den Bezirksliga-Relegationsplatz, für die kommende Saison einig sein und mit Rafet Yildirim auch einen RWS-Akteur mit an die Gärtnerstraße nehmen. Für den Gefeuerten kann das aber kein Grund sein: „Erstens steht das noch gar nicht fest, und zweitens wollte ich das hier unbedingt durchziehen und mich mit dem Aufstieg bei RWS verabschieden. Dass für mich hier zum Saisonende Schluss sein würde, war schon lange klar“, sagt Tas.

Ali Topal sieht das alles ein wenig anders und betont auch, sich einvernehmlich getrennt zu haben: „Ich habe den Mahmut gerne und immer gut mit ihm zusammengearbeitet.“ Dass es jetzt zum Bruch kommen musste, war für den Vorsitzenden unvermeidlich: „Der Trainer hat der Mannschaft schon vor dem Spiel gegen Marxloh gesagt, dass er in der nächsten Saison nach Oberlohberg geht. Das ist seitdem in den Köpfen der Spieler drin und sicher auch ein Grund für die hohe Niederlage in Vierlinden“, glaubt Topal, der auch meint, den Coach mit seiner Entscheidung zu schützen: „Wenn wir es nachher nicht schaffen, kann keiner sagen, Mahmut wäre schuld gewesen.“

Dessen Nachfolger glaubt, dass er den Aufstieg trotz der Turbulenzen noch packen kann. Für Samstag hat Sevinc noch ein leichtes Training angesetzt. Bei seinem Ex-Verein muss dann am Montag unbedingt ein Sieger her, um am letzten Spieltag noch mit der SGP gleichziehen zu können und ein Entscheidungsspiel zu erzwingen. „Es war ein großer Fehler, dass ich den VfB Lohberg verlassen habe. Da gibt es so viele Leute, die ich gerne habe“, sagt der „Apache“, wischt im nächsten Satz aber schon wieder alle Sentimentalitäten beiseite: „Ich weiß, wie wir die packen können.“

Auch wenn der VfB Lohberg als Vierter keine Chance mehr auf den Aufstieg hat, ist, so Coach Thomas Grefen, „die Motivation auf jeden Fall noch da. Wir können RWS immerhin noch einholen. Das sollte auch unser Mindestziel sein.“

Die Personalsituation ist bei den „Knappen“ allerdings sehr angespannt: Kadir Günes (Handbruch), Ritchie Maaß (Leistenbruch) und Tim Bruß (gesperrt) fehlen auf jeden Fall. „Aber letzte Woche haben wir das ja auch wunderbar hingekriegt“, sagt Grefen. Da siegten die Lohberger nämlich zu Hause gegen die DJK Vierlinden überraschend deutlich mit 8:4.

Timo Kiwitz

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