Rot-Weiß wehrt sich gegen CDU-Kritik

RWS hofft weiter auf einen neuen Nutzungsvertrag.
RWS hofft weiter auf einen neuen Nutzungsvertrag.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Dinslaken. Lohberger Fußballclub weist die Vorwürfe vehement zurück und hofft weiter auf einen modifizierten Nutzungsvertrag.

Manches lässt sich mit einem einfachen Handgriff klar stellen. Eine türkische Flagge im Vereinslogo sei nicht der integrativste Weg. Das hatte Rainer Hagenkötter, Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Feldmark/Lohberg vor einer Woche in einer Pressemitteilung seiner Partei mit Blick auf den Lohberger Fußballclub Rot-Weiß Selimiyespor verkündet. Ali Acabuga nimmt ein Blatt Papier, drückt den Vereinsstempel in die Tinte und dann auf das Blatt. Zum Vorschein kommt die Dinslakener Burg, umrundet vom Vereinsnamen. Keine Flagge weit und breit. Für den RWS-Vorsitzenden ist das jedoch längst nicht der einzige Schnitzer, den sich die Christdemokraten bei ihrer Kritik an der Kündigung des Nutzungsvertrages des Ascheplatzes am Fischerbusch geleistet haben.

Zur Erinnerung: Der Verein hatte den Vertrag mit der Stadt vor einigen Wochen überraschend zum 15. September 2015 gekündigt und steht nun mit der Verwaltung im Dialog über einen neuen Kontrakt. Acabuga stimmt in seiner Antwort auf die CDU-Kritik traurig, „dass erst die Kündigung des Rotgrandplatzes für die CDU Anlass ist, sich überhaupt mit der Entwicklung in Lohberg zu befassen. Es wäre eigentlich die Aufgabe der Politik, sich ständig mit der Entwicklung in Lohberg zu beschäftigen und nicht erst, wenn sich die Auswüchse der Untätigkeit zeigen. Nachhaltige Lösungen erfordern eine stetige Entwicklung und keinen Aktionismus“, schreibt der Selimiyespor-Vorsitzende.

Resultat von Vandalismus

Den aktuell bestehenden Vertrag, den noch sein Vorgänger Nihat Kemaloglu unterschrieben hatte, sieht Acabuga jedenfalls nicht als gute Lösung an. „Laut Vertrag darf RW Selimiyespor nicht mehr als vier Mannschaften stellen und ist verpflichtet, ohne jegliche finanzielle Unterstützung den Sportplatz sowie die vom Verein selbst bezahlten und errichteten Kabinen instand zu halten. Allein diese beiden Punkte stellen eine Benachteiligung dar“, so Acabuga. Daher sei es notwendig, den Vertrag auf Basis der Gleichberechtigung aller Sportanlagenpächter in Dinslaken zu modifizieren.

Dass die Stadt nach Aussage der CDU Etliches für die Rot-Weißen investiert habe, ist nach Meinung von Acabuga einfach eine zu ungenaue Behauptung: „Dr. Holzborn möge Zahlen, Fakten und Beträge nennen“, fordert der Vorsitzende, für den der Vorwurf, dass der Verein die Umkleidecontainer einfach verkommen lassen würde, „unwahr“ ist. „Der Zustand der Umkleidekabinen ist das Resultat von Vandalismus und Einbruchschäden, die zwar mit größter Mühe im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten des Vereins anfangs beseitigt wurden, was mangels hinreichender Unterstützung aber nicht fortgeführt werden konnte, zumal sämtliche der unzähligen zur Anzeige gebrachten Sachbeschädigungen ohne Ergebnis geblieben sind“, schreibt Ali Acabuga weiter.

Der RWS-Chef streitet den Vorwurf, dass er nun der Stadt die Pistole auf die Brust setzen würde, vehement ab. Die ersten Änderungswünsche des Vertrages habe der Verein bereits im März 2013 geäußert, so dass von einer Drucksituation keine Rede sein könne.

Ausdrücklich will sich Rot-Weiß auch gegen Vorwürfe wehren, dass der Verein Integration nicht fördern würde, verweist dabei auf die mittlerweile 25-jährige Vereinsgeschichte. „Wir unterstreichen nochmal, dass RW Selimiyespor ein Verein mit großer sozialer Verantwortung ist“, heißt es in der Presseerklärung des Vorstands.

Weil ein Konsens nur über Dialog und Austausch erfolgen könne, sei RWS „jederzeit zu Gesprächen mit allen Interessenten, Fraktionen, Vereinen und Verbänden und natürlich der Verwaltung bereit.“

Offensive fordert Besichtigung

Die Offensive Dinslaken hat derweil bei Bürgermeister Michael Heidinger beantragt, dass vor Verhandlungen über einen neuen Vertrag eine Besichtigung der Anlage mit dem Verein, der Verwaltung und dem Vorsitzenden des Sportausschusses sowie eines Mitglieds jeder Fraktion sowie Ratsmitglied Heinrich Mühmert vorgenommen wird.

Außerdem solle nach dem Willen der Offensive Dinslaken bei Verhandlungen berücksichtigt werden, „dass die Anlage wieder in den Zustand versetzt wird, wie sie dem Verein RWS Lohberg ursprünglich übergeben wurde“.