Podwornis Leistung war nicht selbstverständlich

Sascha Hubbert (389) hatte keine echte Konkurrenz.
Sascha Hubbert (389) hatte keine echte Konkurrenz.
Foto: Lars Fröhlich
Was wir bereits wissen
Voerde. Nach zwei Krebsoperationen 2014 war der Triminators-„Chef“ beim Voerder Silvesterlauf schon wieder in guter Form.

Im Ziel angekommen blieb Reiner Podworni kaum Zeit zum Durchschnaufen. Nur wenige Meter hinter der Linie warteten die ersten Gratulanten auf den „Chef“ der ausrichtenden Voerder Triminators. Die Glückwünsche gab’s dabei nicht nur zum 65. Geburtstag des passionierten Ausdauersportlers, sondern auch für eine bemerkenswerte Leistung. Podworni beendete den Voerder Silvesterlauf in nur wenig mehr als 46 Minuten. Ein Jahresabschluss, der das Geburtstagskind selbst am meisten freute, den hinter dem Abteilungsleiter der TVV-Triathleten liegen keine einfachen Monate. „Ich hatte 2014 zwei schwere Krebsoperationen und hätte nicht gedacht, dass ich so schnell wieder in Form komme“, erzählt der 65-Jährige, der mit dem Beginn des neuen Jahres auch in Rente geht.

Überall hätte es nach dem Entdecken der Tumorerkrankung bei einer Vorsorgeuntersuchung geheißen, Sport könne helfen. Ein langjähriger Triathlet brauchte sich da natürlich gar nicht erst aufraffen. Die Operationen verliefen erfolgreich, und Podworni hatte reichlich Gründe, sich am letzten Abend des Jahres die ein oder andere Flasche einer Dortmunder Bierspezialität zu gönnen: „Ein paar Hövels kann ich jetzt genießen.“

Trainingslauf für den Sieger

Ein Prosit auf die Gesundheit, auf die gute Form, aber auch auf einen reibungslosen Ablauf des 25. Silvesterlaufes, dem 24. über die zehn Kilometer (die erste Auflage fand nur über die halbe Strecke statt). Dass alles so gut lief wie immer, war diesmal keine Selbstverständlichkeit, denn die Organisatoren hatten nach dem nachweihnachtlichen Schnee und Eis eigentlich schon den Plan B aus der Schublade gezogen. Im Stadion sollte gar nicht gelaufen, eine Extraschleife auf der Straße eingefügt werden.

Doch weil es in den letzten Tagen vor dem Start wieder wärmer wurde und es auch weitgehend trocken war, blieb letztlich alles beim alten. Podworni inspizierte die Strecke noch mehrfach und konnte schließlich sein Okay geben. Dass der Parcours problemlos zu laufen war, bestätigten auch die Sieger. „Es ging gut, der Boden war eigentlich überall fest“, meinte Sascha Hubbert, in 35:59 Minuten Gewinner des Hauptlaufes. Der 24-jährige Alpener nutzte die Veranstaltung als Trainingslauf, ging sogar ohne Uhr an den Start, hielt sich trotzdem fast ganz genau an die eigene Vorgabe. Dass er keine echte Konkurrenz hatte, passte ihm dabei sogar gut in den Kram. „Gott sei Dank waren die Anderen nicht so schnell, sonst hätte ich ja auch schneller laufen müssen“, lachte Hubbert, dessen Bestzeit bei 33:30 liegt, im Ziel.

Einverstanden mit Strecke und eigener Leistung war auch Voerdes Nachwuchsläufer Bastian Nitz, der die 5000 Meter in 18:35 Minuten ganz souverän für sich entscheiden konnte. „Die Runde war wirklich gut zu laufen. Mit der Zeit kann ich zufrieden sein. Ein guter Jahresabschluss“, erklärte der TVV-Athlet.

Im Hause Nitz gab es vor dem Jahreswechsel einen weiteren Grund zum Feiern, denn Bastians jüngerer Bruder Florian holte sich den Sieg im Schülerlauf. Für die 1,74 Kilometer benötigte der Neunjährige 7:09 Minuten.