„Pizza Hawaii“ muss noch ein wenig warten

Mareen Hufe
Mareen Hufe
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Mareen Hufe hat die vorzeitige Qualifikation für den wichtigsten Triathlon-Wettbewerb der Welt knapp verpasst.

Voerde..  Mareen Hufe hat die vorzeitige Qualifikation für den wichtigsten Triathlon-Wettbewerb der Welt knapp verpasst und spürte die Auswirkungen nicht zuletzt beim Essen. Nach ihrem siebten Platz beim Ironman Brazil in Florianópolis verzichtete die Athletin der Triminators Voerde auf eine Pizza Hawaii, die sie sich in Anlehnung an den Austragungsort der Ironman-Weltmeisterschaft als Belohnung selbst in Aussicht gestellt hatte. Stattdessen gönnte sich die Profi-Triathletin nur eine Tiefkühl-Tonno, die sie allerdings mit „gemischten Gefühlen“ aß.

Denn einerseits ärgerte sich Hufe, dass sie Rang fünf verfehlt und das damit verbundene Ticket für Hawaii nicht bereits gebucht hatte. Andererseits zeigte sie sich mit ihrem Rennen „zufrieden, vor allem wegen meiner mentalen Leistung“. Nach dem Top-Ten-Ergebnis in 9:14,50 Stunden scheint es überdies nur eine Frage der Zeit, bis das Aushängeschild der Triminators die nötigen Punkte für das Treffen der 35 besten Profi-Athletinnen am 10. Oktober beisammen hat.

Ein „Verpflegungsdesaster“

Nach 1:00,27 Stunde und einer soliden Schwimmleistung über 3,8 Kilometer war Hufe am Strand der brasilianischen Insel wieder dem Wasser entstiegen. „Beim Rad hatte ich leider nicht den Druck, den ich gern gehabt hätte, aber es war auch keine Vollkatastrophe“, sagte die 37-Jährige, die für die 180 Kilometer in ihrer Spezialdisziplin 4:51,32 Stunden benötigte. Dass sie damit rund zwölf Minuten über ihrer Bestzeit geblieben war, wollte Hufe nicht nur am „Verpflegungsdesaster“ festmachen. Obwohl ihr mitunter verzweifelter Kampf um Nahrung diesen Namen durchaus verdiente.

Bereits früh hatte die Athletin ihre Flasche mit Liquid Gel auf der unebenen Straße verloren und an der Verpflegungsstation erstaunt feststellen müssen, dass es dort weder Gel noch energiereiche Riegel gab. Das erdig schmeckende Wasser war auch keine Hilfe für den Magen. Hufe schlug sich also mit den für den Notfall eingepackten Gels und Rum-Nuss-Riegeln sowie vor allem mit Unmengen isotonischer Flüssigkeit durch. Den letzten Riegel nahm sie fünf Kilometer vor der Wechselzone zu sich. „Wenn schon ins Abenteuer, dann mit Krawumm“, meinte Hufe.

Vater Günter wartete im Ziel

Auch auf der Laufstrecke erlebte sie bescheidene Verpflegungsmöglichkeiten und ging den Marathon verhalten an. „Ich wollte progressiv laufen und habe versucht, jedes Drittel das Tempo zu steigern. Wenn auch auf suboptimalem Niveau – es ist mir geglückt“, analysierte die Amateur-Weltmeisterin von 2011. Auf den abschließenden vier Kilometern erhöhte sie noch einmal das Risiko und lief nach 3:17,09 ins Ziel, wo Vater Günter wartete. Dank einer Aufholjagd auf der Laufstrecke gewann die Brasilianerin Ariane Monticeli in 8:59,08 Stunden ihr Heimrennen.

„Ich bin stolz, dass ich auf oder nach dem Rad nicht das Handtuch geworfen habe und auch darauf, wie ich mich in der zweiten Hälfte des Marathons in das Rennen zurückgekämpft habe“, sagte Hufe. Weil sie unter schwierigen Bedingungen Nehmerqualitäten bewies, fiel auch das Warten auf die Pizza Hawaii ein wenig leichter.