Personeller Anzug droht eng zu sitzen

Planungssicherheit bezüglich der Spielklasse in der kommenden Saison hat die HSG Wesel schon länger. Der Aufsteiger rangiert mit 21:21 Punkten drei Spieltage vor dem Ende auf dem beeindruckenden fünften Platz der Verbandsliga und könnte angesichts seines Restprogramms diesen sogar halten. Die gute Nachricht in der Personalfrage für die nächste Spielzeit ist: Bis auf Michael Nölscher, der seine Karriere in seinem Wohnort in der Reserve des SV Schermbeck ausklingen lassen möchte, sowie Heiko Kreilkamp, der in der Verbandsliga verletzungsbedingt fast gar nicht zum Zuge gekommen war und wohl aufhören wird, wurden die Leistungsträger gehalten beziehungsweise überredet, noch eine Saison dran zu hängen. Die schlechte Nachricht ist, dass es noch zwei große Fragezeichen im aktuellen Kader gibt und bislang kein externer Neuzugang verpflichtet werden konnte.

Jonathan Reinartz und Jonas Gorris sind die beiden Akteure, die beruflich bedingt nicht sagen können, ob sie im Sommer noch für die Hansestädter auf dem Parkett stehen. „Wir würden sie gerne weiterhin hier sehen, aber da haben wir keinen Einfluss drauf“, erläutert HSG-Trainer Sven Esser, dem ohne das Duo lediglich neun Feldspieler plus die beiden Torhüter Richard Kalus und Phillip Busjan zur Verfügung stehen würden.

„Schmaler Grat“

„Damit würden wir uns schon auf einem schmalen Grat bewegen. Viel passieren dürfte dann nicht mehr“, räumt auch der Weseler Coach ein, der auf der anderen Seite betont: „Es ist auch nicht das Schlechteste, eine eingespielte Mannschaft zu haben.“ Sehr froh sei er jedoch, dass Björn Fehlemann und Oliver Rühl entgegen der ersten Überlegung noch ein Jahr dranhängen. „Wenn uns beide abgesagt hätten, dann hätten wir ein echtes Problem gehabt“, so Esser. Bei Reinartz und Jonas Gorris heißt es für die Weseler nun abwarten.

Ein Problem ergebe sich für die HSG wohl auch, wenn Fabian Gorris mal bei einem der höherklassigen Angebote schwach werden würde. Doch der Haupttorschütze der Weseler bleibt ebenso wie Fyn Walla, Christoph Heffels, Christopher Timmermann, Daniel Weber und Pascal Prchala, der Last-Minute-Neuzugang der aktuellen Saison.

HSG-Spieler als Derby-Zuschauer

Endgültig in den Kader der „Ersten“ wird Matthias Kalus aufrücken. „Er hat noch ausbaufähige Qualitäten, auf die aber auch wir unser Spiel noch umstellen können“, so Esser über den 20-Jährigen, der großen Anteil am vorzeitigen Bezirksliga-Aufstieg der HSG-Reserve hat. „Er ist groß, schnell und kann in einer 5-1-Deckung ganz unangenehm als Spitze verteidigen.“

Auf weiteren Nachwuchs aus den eigenen Reihen müssen die Rot-Weißen, derzeit ohne A-Jugend, noch mindestens zwei Jahre warten. Zusagen von externen Spielern liegen dem HSG-Trainer bislang auch nicht vor. „Handballer sind in ihren Klubs meistens fest verwurzelt“, meint Esser. Außerdem gebe es ein großes Angebot an höherklassigen Vereinen. „Wenn die Mannschaften vom Ruhrgebiet aus zu uns fahren, liegen etliche attraktive Klubs auf der Strecke. Geographisch sind wir da nicht gerade im Vorteil.“ Trotzdem will er natürlich Augen und Ohren weiter offen halten.