Özer verlässt Wacker Dinslaken

Wacker-Spieler Hasip Özer (rechts) wechselt nach der Saison zum VfB Lohberg.
Wacker-Spieler Hasip Özer (rechts) wechselt nach der Saison zum VfB Lohberg.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Dinslaken. Stürmer sagte dem Nachbarn und aktuellen A-Liga-Spitzenreiter VfB Lohberg für die kommende Saison zu. Am Sonntag steigt beim SuS 09 das Derby.

Mit der Ernennung von Ingo Hermann als Nachfolger von Harry Copi setzte der A-Ligist SuS 09 Dinslaken offensichtlich den richtigen Hebel an. Die Rückrunde begann vielversprechend, von sechs Spielen verloren die 09-Kicker nur eines gegen den Tabellendritten TV Voerde (0:1). Dann die Überraschung: 3:5 gegen den abstiegsgefährdeten TSV Bruckhausen. „Ein schlechter Tag“, resümiert Hermann. Trotz der Niederlage sieht der Übungsleiter die Chancen im Derby am Sonntag um 15 Uhr beim SC Wacker Dinslaken bei „50:50“. Und stimmt in diesem Punkt mit Thorsten Bohnert überein. Der Wacker-Coach hofft trotz der ausgeglichenen Verhältnisse auf den Start einer Serie, die das Selbstbewusstsein stärken könnte. Auch wenn am Rande ein Abgang bereits feststeht. Hasip Özer wechselt nach der Spielzeit zum momentanen Liga-Konkurrenten VfB Lohberg.

„Das Derby-Fieber ist ausgebrochen“, bemerkte Bohnert unter der Woche. Die Trainingsbeteiligung sei gut gewesen, die Jungs machten einen hochmotivierten Eindruck. Das ein oder andere „Zipperlein“ würde wegen des brisanten Derbys auch in Vergessenheit geraten. Niemand möchte gern den Kräftevergleich mit dem Nachbarn verpassen.

Bohnert, der am Sonntag auf seinen Ex-Verein treffen wird, möchte, dass seine Mannschaft „an die letzten beiden Spiele anknüft.“ Das 4:1 über Viktoria Wehofen und das 1:1 gegen Wacker Walsum taten dem angeknacksten Selbstvertrauen gut. Das Selbstbewusstsein sei im Moment in der Wachstumsphase, ein Sieg wie Hinspiel, das Wacker mit 3:2 für sich entschied, könne den Tabellenelften stabilisieren. Auf die Unterstützung von Kapitän Niko Tzikas, der derweil im Urlaub ist, müssen die Hausherren genauso verzichten wie auf den Langzeitverletzten Björn Siedentopf.

Bohnerts Gegenüber Ingo Hermann machen ebenfalls Urlauber ein Strich durch die Rechnung. So wird neben Tobias Spiegel und Andreas Siebert auch der Doppeltorschütze aus dem Hinspiel, Max Suchomel, nicht dabei sein. Ob Marcel Ehrhardt rechtzeitig fit wird, ist ungewiss: „Im Moment sieht es nicht so gut aus.“

Das Derby habe seine eigenen Gesetze, erklärt Hermann: „Da zählt kein Tabellenplatz.“ Er fordert von seiner Elf, dass sie „hinten kompakt steht. Nach vorne haben wir immer unsere Chancen. Die müssen wir nur mehr nutzen.“

Nach Einschätzung des Lohberger Trainers Thomas Grefen ist mittlerweile bei jedem VfB-Kicker angekommen, welche Chance sich bietet: Mit einem Spiel und vier Zählern Vorsprung auf den Verfolger RWS Lohberg kann der A-Liga-Spitzenreiter für den Moment mehr als zuversichtlich sein. Damit der Optimismus in der Bergarbeiter-Siedlung nicht gebrochen wird, müssen vermeintlich leichte Aufgaben wie das Auswärtsspiel am Sonntag beim Tabellenletzten SC Hertha Hamborn gelöst werden. „Wir müssen das Spiel ernst nehmen und hochkonzentriert reingehen, damit uns kein Fauxpas passiert“, appelliert Grefen, der sich schon jetzt auf den Neuzugang des Nachbarn SC Wacker Dinslaken freut.

„Katastrophe“

Hasip Özer wird in der kommenden Saison gelb-schwarz tragen. Den 27 Jahre alten Offensivspieler umwarb der VfB bereits in der letzten Spielzeit, jetzt hat der Dinslakener zugesagt – unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit, wie Grefen betonte. „Welche Position er einnehmen wird, hängt von der Liga und von dem System ab.“

Zu Gast bei der Hamborner Schießbude wäre alles andere als ein Sieg eine Enttäuschung: „Wir wollen und wir müssen gewinnen“, so Grefen.

Drei Zähler sind auch das Mindeste für den Verfolger RWS Lohberg im Auswärtsspiel gegen den SV Hamborn 90. Allerdings begeistert Trainer Mahmut Tas die Aussicht auf die Reise nach Hamborn nicht gerade: „Dort sind die Spiele immer eine Katastrophe. Ich bin froh, wenn wir die drei Punkte mitnehmen können.“ Der Grund: Das Hamborner Publikum habe eine eigenwillige Gangart, wenn es um Gastmannschaften geht: „Wir dürfen uns nicht provozieren lassen“, ruft Tas zur Besinnung auf, „wir müssen von der ersten Minute an für klare Verhältnisse sorgen.“ Schließlich steht am Ostermontag das vielleicht vorentscheidende Nachholspiel gegen den VfB an, eine Sperre käme genau zum falschen Zeitpunkt. „Wir müssen die Kirche im Dorf lassen“, sagt Tas mit Blick auf die Tabelle, „ aber solange es die Aufstiegsmöglichkeit gibt, müssen wir Gas geben.“

Bereits um 13 Uhr tritt der TV Voerde beim Tabellennachbarn Hamborn 07 III an. Wenn die anderen Sonntagsspiele beginnen, möchte TVV-Coach Torsten Klump gerne „die Rolle des Jägers“ festgelegt haben. Denn diese möchte der Tabellendritte in Hamborn nicht abgeben.

„Wir wollen die Spannung halten“, sagt Klump. Seinem Team fehlen im Augenblick sechs Punkte auf die Tabellenspitze. Der Abstand soll gewahrt werden, ganz gleich, dass mit Hamborns Drittvertretung ein technisch starkes Team aufläuft, das der TVV im Hinspiel nicht bezwingen konnte (2:2). „Die werden ihre heimische Dominanz ausspielen“, rechnet Klump mit Gegenwehr, dem die Vorstellung, auf Kunstrasen zu spielen, durchaus gefällt: „Das liegt uns. Schon in den Testspielen haben wir auf Kunstrasen gut ausgesehen.“ Wie der Kader sich darstellen wird, kann Klump noch nicht prophezeien. Fest steht, dass Jörn Stemmer (beruflich verhindert), Sebastian Caniels, Dennis Domnik (beide muskuläre Probleme) und Mateusz Hawryluk nicht zur Verfügung stehen.

Nach dem lang ersehnten Punktgewinn beim 3:3 gegen GWR Meiderich will die Reserve des TV Jahn Hiesfeld gegen den Abstiegsrivalen Viktoria Wehhofen nachlegen. „Wir müssen gewinnen, dann sieht das schon ganz anders aus“, fasst Jahn-Trainer Peter Haas vor dem Heimspiel Mut.

Anschluss möglich

Im Erfolgsfall können die „Veilchen“ den Anschluss an Wehofen schaffen, die zuletzt ebenfalls ein Remis gegen den SV Walsum erreichten. Haas wird am Sonntag auf die gesperrten Sven Schwark und Alban Ujkani sowie auf den verletzten Sebastian Haas verzichten müssen. Eventuell kommt aber Verstärkung aus dem Oberliga-Team.