Nach dem Kantersieg kam kein Jubel auf

08/29-Keeper Christian de Groodt war nur bei Standards hin und wieder gefragt.
08/29-Keeper Christian de Groodt war nur bei Standards hin und wieder gefragt.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Dinslaken. Friedrichsfelder 7:2 über Olympia Bocholt brachte 08/29 nichts mehr, weil Hönnepels Reserve gegen Krechting die Meisterschaft perfekt machte.

Dass die Fußballer der SV 08/29 ihre Pflicht erledigen würden, war ziemlich schnell klar. So beschäftigten sich viele Anhänger am Rande der Partie gegen Olympia Bocholt mehr mit dem eigenen Handy und den Zwischenergebnissen aus Hönnepel-Niedermörmter. Ein wenig Hoffnung keimte am Tannenbusch kurz auf, als der SV Krechting bei der Hö/Nie-Reserve in der Schlussphase den 1:2-Anschluss erzielte. Aber als Schiedsrichter Heiner Portz in Friedrichsfeld beim Stand von 7:2 (5:1) für die Hausherren abpfiff, wurde rund 40 Kilometer weiter an der Düffelsmühle schon gefeiert. Die „Vereinigten“ können den Spitzenreiter, der sich am Ende mit 3:1 gegen das Team aus dem Rheder Vorort durchsetzte, am letzten Spieltag nicht mehr einholen. Der Meisterschaftszug in der Bezirksliga ist für die Mannschaft von Mark Lanfermann endgültig abgefahren.

„Schade, aber damit war zu rechnen. Man kann jetzt natürlich nachkarten und gucken, wo wir überall Punkte haben liegen lassen, aber das bringt ja auch nichts mehr“, erklärte Lanfermann, der sein letztes Heimspiel als Friedrichsfelder Coach erlebte. Zur neuen Saison übernimmt bekanntlich Dirk Lotz das Team.

Auch für Angreifer Daniel Hinnemann war es die letzte Partie im 08/29-Dress. Hinnemann, der zum TV Jahn Hiesfeld wechselt, zeigte gestern noch einmal deutlich, warum er es in der Oberliga versuchen will. Der schnelle Stürmer erzielte nicht nur nach etwas mehr als zwei Minuten das erste Tor für die Gastgeber, sondern bereitete auch noch einige weitere sehenswert vor, war zudem an fast allen gefährlichen Aktionen beteiligt.

Eray Tuncel markierte zügig das zweite Tor (6.), nach dem 3:0 von Andreas Gnielka (23.) war die Begegnung eigentlich schon durch, Thomas Giesen (31.) und Vedat Bengü (34.) bauten die Führung aber fast spielerisch weiter aus. „Wir haben über weite Strecken wirklich eine bombige erste Hälfte gespielt“, lobte Lanfermann. Der gute Eindruck konnte auch durch das 5:1 von Marvin Uebbing (36.) kaum getrübt werden.

Nach dem Wechsel nahmen die Hausherren einen Gang heraus, kamen aber gegen ziemlich nickelig werdende Bocholter immer noch zu Gelegenheiten. Goalgetter Thomas Giesen schraubte sein Trefferkonto mit zwei Toren dann auch noch in die Höhe (75./80.). Der zweite Olympia-Treffer nach einem Freistoß von Güven Bogazliyan wurde kaum noch zur Kenntnis genommen (88.).

Der Jubel über den Kantersieg fiel angesichts der Nachrichten aus Hönnepel natürlich verhalten aus. Noch dazu hatten sich die 08/29-Kicker gerade einmal mehr selbst bewiesen, dass sie das Zeug zur Meisterschaft definitiv gehabt hätten.