Murat Dinc lässt RWS tanzen

Jubel beim neuen Stadmeister RWS Lohberg.
Jubel beim neuen Stadmeister RWS Lohberg.
Foto: FUNKE Foto Services
Die Fußballer von RWS Lohberg haben die Dinslakener Stadtmeisterschaft in der Hans-Efing-Halle gewonnen.

Dinslaken..  Eigentlich war für RWS Lohberg noch nicht Schluss. Das letzte Spiel gegen die SGP Oberlohberg stand noch auf dem Turnierplan. Doch die Kreisliga-A-Kicker konnten bereits nach dem 6:1-Sieg über TV Jahn Hiesfeld ihren einstudierten Sieges-Tanz aufführen. „Ich denke, wir haben verdient gewonnen“, resümierte stolz RWS-Trainer Mahmut Tas. Daran gab es nach sechs Siegen in sechs Spielen, in denen Torjäger Murat Dinc elf Treffer erzielte, nichts zu bezweifeln. Das fand auch Thomas Grefen vom Liga-Konkurrenten und Nachbarn VfB Lohberg.

„Glückwunsch an RWS“, gratulierte der VfB-Trainer. „Sie sind verdient Stadtmeister geworden.“ Grefen war aber auch mit seiner Mannschaft, dem Spitzenreiter der Kreisliga A, „hochzufrieden“. Allein gegen die Hiesfelder, die in diesem Jahr wieder nicht mit der ersten Mannschaft antraten, schwächelte der Turnier-Favorit, unterlag 3:4. „Da haben wir die Ordnung verloren“, haderte Grefen. Die Disziplin abhanden ging allerdings auch im vorletzten Spiel zwischen SuS 09 und den „Knappen“. Beide Mannschaften heizten die Partie durch harte Fouls an. Es knisterte hörbar, ehe es knallte: Nach einem überharten Foul an VfB-Spieler Danny Knezevic sah Kristian Sljivic die rote Karte. 09-Coach Ingo Herrmann frustrierte weniger die daraus resultierende Sperre als die Hitzköpfigkeit bei der 2:4-Niederlage. „Mich ärgert, dass wir uns so hochgepeitscht haben.“ Bis auf das letzte Spiel hatte Herrmann nämlich wenig zu beanstanden. Da viele seiner Fußballer mit Verletzungen zu kämpfen haben, sei der letzte Platz „nicht tragisch“.

Ganz oben residierte der diesjährige Ausrichter RWS Lohberg, dessen Team von Beginn an keinen Zweifel an seiner Rolle als Titelänwärter ließ. „Wir haben sehr gut, sehr klug gespielt“, lobte Tas. Murat Dinc traf aus jeder Lage, Hakan Tütüncü strahlte permanent Torgefahr aus. Dazu erwischte der erst 21 Jahre alte Cem Aydin einen Sahne-Tag. Selbst gegen Mitfavorit VfB Lohberg setzte sich das Tas-Team mit 5:1 durch. Im letzten Spiel brauchte Bezirksligist SGP Oberlohberg einen Sieg, um auf den zweiten Platz zu kommen. Die Tor-galligen Lohberger ließen trotz des feststehenden Turnier-Triumphs nicht nach und fuhren ein 7:0 ein. Die Trickser von RWS sorgten dafür, dass Akar Turgay mit 35 Jahren noch einmal den Stadtmeister-Pokal in die Luft stemmen durfte.

Futsal Bulls überzeugten

Neu war in diesem Jahr die Teilnahme der Futsal Bulls Dinslaken. Die Kurzpass-Spezialisten um Ritchie Maas, dem Vorsitzenden des 2013 gegründeten Vereins, kicken derzeit gegen den Abstieg in der Niederrheinliga. Während die übrigen sechs Mannschaften damit rechneten, dass die Hallen-Fußballer mit um den Turniersieg spielen werden, war Maas klar, dass „wir nicht Erster werden. Vom Einsatz her ist das hier ganz anders, viel körperbetonter.“ Im Futsal sind Grätschen verpönt. Auch ist der Ball kleiner und schwerer, springt schwächer auf, das Feld ist auf beiden Seiten durch Aus-Linien begrenzt. Die Bullen schlugen sich dennoch achtbar, fuhren einen 4:3-Sieg gegen Hiesfeld ein, schlugen den SC Wacker Dinslaken mit 3:0 und landeten in der Endabrechnung auf dem vierten Rang. „Hat Spaß gemacht“, fand Maas, „nächstes Jahr sind wir wieder dabei“.

Dagegen überzeugten die „Veilchen“ nicht wirklich. Die Hiesfelder Reserve hat im Liga-Alltag nicht nur mit dem drohenden Abstieg aus der Kreisliga A und dem Trainerwechsel Kai Wellmann/Peter Haas zu kämpfen, sondern auch mit dem Ruf, nicht ihr bestes Turnier-Pferd ins Rennen zu schicken. Unter anderem aus Angst vor den Verletzungen, doch mit dieser müssen auch die übrigen Teams zurecht kommen. Diesmal liefen mit Damiano Schirru, Pascal Spors und den Nachwuchstalenten Lukas Kratzer und Marco Horstkamp immerhin vier Spieler aus dem Oberliga-Kader auf. Das Quartett konnte das Abschneiden positiver gestalten. Platz fünf durch den Sieg über die „Knappen“ und einem 4:2 gegen den SC Wacker Dinslaken. Haas war zufrieden: „Wir haben uns für eine zweite Mannschaft gut verkauft.“