MTV hofft jetzt auf Aldekerk und den OSC

Was wir bereits wissen
Dinslaken. Dinslakener Handball-Oberligist wird wohl Drittletzter bleiben und braucht deshalb Schützenhilfe.

Spätestens seit Sonntag Mittag haben die Handballer des MTV Rheinwacht zwei neue Lieblingsvereine: die OSC Löwen Duisburg und den TV Aldekerk. Nach dem überaus schwachen Auftritt bei der 24:33-Derbyniederlage gegen den TV Jahn Hiesfeld und dem anschließenden Erfolg des Konkurrenten Bergischer HC II über Lobberich deutet nämlich ganz viel darauf hin, dass die Dinslakener den drittletzten Platz in der Oberliga nicht mehr verlassen werden. Trifft der zu erwartende Fall ein, dann muss der MTV darauf hoffen, dass entweder der OSC in der dritten Liga den Klassenerhalt schafft, oder der TV Aldekerk in der Aufstiegsrelegation zur dritten Liga den Mittelrhein-Vertreter Longericher SC aus dem Rennen wirft.

Beides wäre zwar keine große Überraschung mehr, aber Rheinwacht müsste definitiv über das eigene Saisonende hinaus zittern, denn die dritte Liga spielt noch bis zum 9. Mai, und dann würde sich auch erst entscheiden, ob Aldekerk den Sprung schafft. „Wir haben uns diese Suppe selbst eingebrockt. Da kommen wir wohl auch nicht mehr raus“, sagt Obmann Heinz Buteweg, der dennoch optimistisch ist, die Klasse zu halten. Zum Glück muss er sich dabei, könnten Spötter behaupten, ja auch nicht mehr auf die Qualitäten des eigenen Teams verlassen, denn mit denen war es in der Rückrunde wahrlich nicht mehr weit her. Nur Schlusslicht HG Remscheid hat im neuen Jahr noch weniger Zähler gesammelt. Die letzten sieben Spiele gingen allesamt verloren. Und gerade in den wichtigsten Begegnungen gegen die direkte Konkurrenz wie Remscheid und Hiesfeld schienen in heimischer Halle die Nerven völlig zu versagen.

Ein Punkt fehlt noch

Rein theoretisch kann der MTV nun sogar noch direkt absteigen, denn Vorst trennt nach dem Sieg im Kellerduell gegen die HG nur noch drei Zähler von den Dinslakenern. Die Mannschaft von Spielertrainer Marius Timofte muss also aus den letzten beiden Spielen bei den Bergischen Panthern und zu Hause gegen Lobberich mindestens noch einen Zähler holen, um es aus eigener Kraft zu schaffen. Allerding gilt auch als wenig wahrscheinlich, dass die Vorster ihre letzten beiden Spiele in Langenfeld und gegen Haan gewinnen. Diesbezüglich kann Dinslaken vielleicht schon am Samstag aufatmen, wenn der Tabellendritte aus Langenfeld den TVV empfängt.

Die Kritik an den jüngsten Auftritten der Mannschaft kann Heinz Buteweg durchaus nachvollziehen („Ich bin damit ja auch nicht einverstanden“). Dass im Anschluss des Derbys gleich einige Stimmen aus dem Umfeld Neuzugang Ivan Stajic die Qualitäten absprechen wollten, dem Team in der Oberliga zu helfen, empfindet der Obmann dagegen fast schon als unverschämt und blödsinnig: „Er hat doch gerade einmal anderthalb Trainingseinheiten mit der Mannschaft absolviert. Was soll man denn da erwarten? Ivan wusste doch gar nicht, wie er laufen sollte, und seine Mitspieler haben sich gar nicht bewegt.“ Die kurzfristige Verpflichtung des 33-jährigen Linkshänders sei auch keinesfalls nur zustande gekommen, um durch ihn den Ligaverbleib zu sichern: „Ich wollte mir in den nächsten Wochen einfach in aller Ruhe anschauen, ob er für uns in der kommenden Saison eine Verstärkung sein kann“, so der Abteilungsleiter.

Dass die Dinslakener in der kommenden Saison unbedingt noch Leute brauchen, wenn die Qualifikation für die neue Nordrhein-Liga nicht frühzeitig zum Scheitern verurteilt sein soll, dürfte spätestens in den letzten Monaten deutlich geworden sein.

Sorgen auch in Hiesfeld

Ähnlich geht es dem TV Jahn Hiesfeld, der nach einem guten Spiel beim Nachbarn den Klassenerhalt zwar schon in der Tasche hat, aber auch mit einigen Sorgen auf die kommende Spielzeit blickt. Nicht nur wegen vieler schwächerer Auftritte im neuen Jahr, sondern vor allem, weil die „Veilchen“ bisher ganze acht Zusagen für die nächste Saison haben.

Eine Bündelung der Kräfte beider Dinslakener Clubs scheint eigentlich unausweichlich zu sein. Doch nach der ersten Ablehnung durch den Verband sind die Planungen wieder ins Stocken geraten.