Möllener Schlussoffensive wurde nicht mehr belohnt

Als Thomas Drotboom 18 Minuten vor dem Spielende Pierre Salewski auf das Feld schickte, hätte die Instruktion kaum eindeutiger sein können. „Du machst einfach zwei Tore, dann ist alles gut“, gab der Trainer des SV Glückauf Möllen seinem Joker mit auf den Weg. Salewski gab sich alle Mühe, den Wunsch seines Coaches zu erfüllen, doch mehr als der Anschlusstreffer in der Nachspielzeit gelang ihm, trotz weiterer guter Chancen, nicht mehr. Die Gäste verloren das Abstiegsduell beim Mülheimer SV 07 mit 2:3 (1:2) und finden sich nun zwei Spieltage vor dem Ende unter dem Strich wieder.

„Das ist schon ein Rückschlag. Damit müssen wir jetzt klar kommen. Ich bin da aber zuversichtlich. Die Jungs haben den Charakter“, erklärte Drotboom nach dem Schlusspfiff in der mit rund 300 Zuschauern richtig gut besuchten Waldschlößchen-Arena. Mit einem Dreier in der Fremde hätten seine Möllener richtig gute Karten im Kampf um den Klassenerhalt gehabt. Jetzt steht Glückauf erneut unter Druck. Ein Sieg am nächsten Sonntag gegen Arminia Klosterhardt II, einen weiteren direkten Konkurrenten, und ein abschließender Erfolg über Schlusslicht Vatangücü würden am Ende aber reichen.

In Mülheim geriet Glückauf früh durch einen Sonntagsschuss von Manuel Schulitz in Rückstand (7.), Torjäger Ertugrul Yirtik hatte aber per Kopf nach einer Ecke die richtige Antwort parat – 1:1 (19.). Absolut vermeidbar war dann die erneute Mülheimer Führung, als Blerim Hysenlekaj die halbe Möllener Abwehr stehen ließ und nur noch zu Enver Muzaffer durchstecken musste (35.). Auch den dritten MSV-Treffer durch Hysenlekaj (53.) hätte der Gast mit Leichtigkeit verhindern können.

Danach wurde es richtig turbulent. Erst hatten die Hausherren zwei weitere gute Einschussmöglichkeiten, dann kassierte auch noch Mehmet Rustemi vom rigorosen, aber nicht immer wirklich sicheren Referee Carsten Richter die gelb-rote Karte. Möllen steckte jedoch nicht auf und agierte plötzlich sogar in Überzahl, weil Manuel Schulitz die gelb-rote Karte (66.) und Florian Klasen die rote Karte (70.) sah.

In der Schlussphase erarbeitete sich die Drotboom-Elf dann Chancen fast im Minutentakt, aber zweimal Yirtik (83./85.) und einmal Salewski (87.) ließen klarste Gelegenheiten aus. Tobias Tönges (86.) und Olcay Dikmen (89.) hätten durchaus auch einen Strafstoß zugesprochen bekommen können.

In der Nachspielzeit sorgte Salewski dann noch einmal für ein klein wenig Hoffnung, doch nach dem nächsten Möllener Angriff pfiff Richter die Begegnung ab. „Wir haben uns einfach dumm angestellt, hätten vor allem den dritten Gegentreffer nie kassieren dürfen“, ärgerte sich Drotboom.