Menzels Verletzung trübte die Siegesfreude

Pierre Klein (Dinslakener Kobras) schiebt den Puck zum 1:0 ins Tor.
Pierre Klein (Dinslakener Kobras) schiebt den Puck zum 1:0 ins Tor.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Regionalliga-Eishockeyspieler der Dinslakener Kobras konnten sich über das 7:4 gegen den Kölner EC nicht uneingeschränkt freuen.

Dinslaken..  Schockmoment am Sonntagabend, als Joey Menzel nach hartem Check zweier Gegenspieler in der 35. Minute plötzlich zu Boden fällt und minutenlang regungslos liegen bleibt. Sanitäter und Mannschaftskameraden eilen zum Eishockey-Stürmer der Dinslakener Kobras, um ihn auf einer Trage vom Eis zu befördern. Zwar wurde die Regionalliga-Partie gegen die Zweitvertretung der Kölner Haie nach einer Achterbahnfahrt inklusive Kampf und Krampf mit 7:4 (4:1, 0:2, 3:1) gewonnen, doch wurde dieser Erfolg von der schweren Verletzung des Torgaranten mit Kämpfernatur überschattet.

„Das war ein sehr teurer Sieg“, sagte Kobra-Coach Thomas Schmitz, „wir haben am Ende definitiv noch mal nachgelegt und für Joey gewonnen“. Von einer ruhigen Partie konnte nicht die Rede sein. Im ersten Drittel schien eine Vorentscheidung gefallen, als die Kobras nach zwei Toren von Pierre Klein (5., 15.) und jeweils einem Treffer von Daniel Pleger (8.) und Sebastian Haßelberg (14.) innerhalb von einer Viertelstunde sicher mit 4:0 führten. Die Haie hatten, auch dank starker Safes von Kobra-Keeper Björn Linda, kaum Chancen. Doch zum Ende des ersten Drittels zeichnete sich mit dem ersten Tor der Kölner (18.) nahezu ein Wendpunkt ab.

Nach der ersten Drittelpause kamen die Kobras wie ausgewechselt aus der Kabine: Es schien, als hätten die Gastgeber das Toreschießen verlernt. Mit provokanten Ansagen und Spielaktionen der Haie häuften sich die Strafzeiten auf beiden Seiten. Insbesondere die Kobras bekamen die Ahndungen vom Schiedsrichtergespann zu spüren. Mehrere Entscheidungen der Unparteiischen waren für die 180 Zuschauer in der Dinslakener Eishalle kaum nachvollziehbar. So wurde beispielsweise auch Menzel ungestraft ausgeknockt (35.). Zwischenzeitlich hatten sich die Gäste aus der Domstadt mittlerweile auf 3:4 (22., 30.) rangekämpft.

Und auch im Schlussdrittel setzten die Kölner Haie ihre Torserie fort: der 4:4-Ausgleich in der 44. Minute. Das Spiel drohte zu kippen.

Platz zwei untermauert

Eine Niederlage der Kobras wurde immer wahrscheinlicher. Wäre da nicht das Kobra-Dreigespann Sven Linda, Daniel Pleger und Sebastian Haßelberg gewesen: die Erlösung in der 50. Minute. Nach bemerkenswerter Vorarbreit seiner beiden Tor-Assistenten netzte Linda gnadenlos zum 5:4 (50.) ein und brachte sein Team zurück ins Spiel. Kurz darauf legte Pleger (51.) nach und Benedikt Hüsken (55.) schoss den siebten Treffer der Kobras und den letzten des Spiels.

„Hut ab vor der Moral, die meine Mannschaft bewiesen hat, als sie sich im letzten Drittel noch mal zurückgekämpft hat“, sagte Schmitz. Über die drei wichtigen Punkte, mit denen die Kobras nicht nur den zweiten Tabellenplatz untermauert haben, sondern auch den Oberliga-Play-offs einen Schritt näher gekommen sind, konnte sich der Kobra-Trainer trotzdem nicht wirklich freuen. „Wie Joey von den Kölner Gegenspielern angegangen wurde, ist ein absolutes No-Go und hinterlässt einen ganz bitteren Beigeschmack“, so Schmitz, „Joey wird jetzt sicherlich lange ausfallen“.

Menzel musste mit Schmerzmitteln versorgt, zeitweise sogar bewusstlos ins St. Vinzenz-Hospital gebracht werden. Nach ersten Untersuchungen konnten Brüche am verletzten Bein des 24-Jährigen ausgeschlossen werden. Allerdings war das Knie des Kobra-Stürmers stark geschwollen.

Strafminuten: Dinslaken 18 + 10 (Linse) + 10 (S. Linda) + 10 (Macaj); Köln Haie 24 + 10 (Dreschmann).