Madley übertraf die Erwartungen

Die Formation Madley vom TSV Kastell Dinslaken
Die Formation Madley vom TSV Kastell Dinslaken
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Seit Jahren wünschte sich der TSV Kastell Dinslaken, dass die Gruppe „Madley“ einen Zweitliga-Wettkampf in ihrer Heimat bestreitet.

Dinslaken..  Seit Jahren wünschte sich der TSV Kastell Dinslaken, dass sein Aushängeschild, die Jazz- und Modern-Dance-Gruppe „Madley“, einen Zweitliga-Kampftag in ihrer Heimat bestreitet. Nach zehn Jahren nun war es so weit, die von Ljalja Horn-Ivanisenko trainierte Gruppe trat zum Saisonstart in der Hans-Efing-Halle auf – und übertraf nicht nur sportlich die Erwartungen. Hunderte Zuschauer feierten den zweiten Platz. Der Andrang riss auch am zweiten Tag nicht ab, als „Esperanza“ und „Glissard“ in die Saison tanzten.

„Super“, sagte Horn-Ivanisenko nur. Das war es in der Tat. Die Erfolgs-Formation setzte in den vergangenen Jahren auf schnelle Interpretationen und wagte sich in diesmal auf neues Terrain. Das Stück des isländischen Interpreten Ólafur Arnalds wird von einem langsamen Elektro-Beat getragen, unter den sich ein Klavier mischt. Bevor die sieben Tänzerinnen mit ihrer Choreografie begannen, rauschten Wellen durch die Halle.

Ein bisschen mehr Angst als sonst

Fast hatte die Darbietung etwas Melancholisches, wenn nicht angesichts der zahlreichen Unterstützer immer wieder ein Lächeln das Gesicht der Tänzerinnen geziert hätte. Das Stück schloss mit dem Motiv des Anfangs – und zeitgleich brandete der Applaus auf. „Wir hatten schon ein bisschen mehr Angst als sonst“, erklärte Silke Krebbing hinterher. Ein halbes Jahr bereitete sich die JMD-Gruppe auf die Saison vor, deren Ziel es ist, am Deutschlandfinale in Essen teilzunehmen. Dafür holten sich die Tänzerinnen professionelle Unterstützung von Fernando Dominguez und Jessica Neugebauer. „Ohne geht’s auch gar nicht mehr“, sagt die Pressesprecherin. Die Konkurrenz ist in der zweithöchsten Klasse erwartungsgemäß groß. Am Samstag sahnte die Hamburger Formation „Topas“ den ersten Platz ab. Hinter „Madley“ platzierten sich die Berlinerinnen „Jo Ma Da’s“.

Im vergangenen Jahr machte „Esperanza“ den Aufstieg in die Regionalliga perfekt. Die Aufregung war groß. Doch statt zum Saisonauftakt nervös zu werden, ließen sich die Tänzerinnen von dem Publikum tragen und holten in der höchsten Klasse NRWs gleich mal den Turniersieg. Die dynamische Choreographie zu den elektronischen Klängen der Berliner Formation Monolake warf die Jury schlichtweg um, die der Gruppe eine Wertung von 1-1-1-1-2 gab. „Release“ aus Brühl musste sich mit dem zweiten Platz begnügen.

Vor dem Auftritt der Regionalliga-Tänzerinnen startete auch Dinslakens dritte Formation „Glissard“ in die Saison. Die tänzerische Interpretation des experimentell angehauchten amerikanischen Drehz-Songs verdiente sich stürmischen Beifall. Im Ranking reichte es aber nur für den geteilten siebten Platz. „Die Konkurrenz ist sehr groß. Das hätte ich nicht erwartet“, staunte Horn-Ivanisenko, die zusammen mit Karina Proba die Tänzerinnen trainiert.

„Experiment“ geglückt

Joanna Eckard, die Sportwartin des TSV Kastell, freute sich, dass Madleys „Experiment“ auf Anhieb glückte, und war auch sonst hellauf begeistert von der Veranstaltung. „Wir sind super zufrieden.“ Da es in der zweiten Liga nur vier Wettkampftage gibt und alle zehn Mannschaften gerne in ihrer Heimat auftreten wollen, ist das Bewerbungsverfahren entsprechend hart. Nach dem Aufstieg im Jahre 2004 hat es endlich geklappt. Der TSV Kastell Dinslaken würde es erneut tun: „Wir werden uns auf jeden Fall wieder bewerben.“