Linden: „Das ist viel zu wenig“

Erwischte keinen guten Tag: Andra Loredana-Pop (Mitte). An Einsatz mangelte es nicht, aber der Rumänin unterlief wie dem Rest der Mannschaft zu viele Fehler.
Erwischte keinen guten Tag: Andra Loredana-Pop (Mitte). An Einsatz mangelte es nicht, aber der Rumänin unterlief wie dem Rest der Mannschaft zu viele Fehler.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Voerde. Die 08/29-Handballerinnern kassierten die zweite Heimspiel-Pleite. VfL-Damen bestraften leichtsinnige Fehler.

Als Andra Loredana-Pop zehn Minuten vor Schluss ausgewechselt wurde, schlug sie wütend mit den Händen auf ihre Knie. Das war nichts. Weder von der Rumänin noch vom Rest der Mannschaft. Die Handballerinnen der SV 08/29 Friedrichsfeld unterlagen im Verbandsliga-Spiel gegen den VfL Rheinhausen mit 21:23 (9:13). Die zweite Heim-spiel-Pleite der Saison.

An dem phasenweise herrschenden Chaos auf dem Feld waren die unkonzentrierten Friedrichsfelderinnen allerdings nicht alleine schuld. Das Schiedsrichtergespann erwischte wie die „Vereinigten“ keinen guten Tag, ließen häufig Genauigkeit und angemessenes Maß vermissen. 08/29-Trainer Felix Linden“ fand nach Abpfiff auch deftige Worte: „Das war die schlechteste Schiedsrichterleistung, die ich seit eineinhalb Jahren gesehen habe.“ An der Niederlage trugen die Unparteiischen jedoch keine Schuld. Die hatten ganz allein die Friedrichsfelderinnen.

Kurz nach Anpfiff führten die 08/29-Damen mit 2:1. Das sollte die einzige Führung der Gastgeberinnen bleiben. Die Rheinhausenerinnen übernahmen ab der achten Minuten beim Stand von 3:4 aus Sicht der Friedrichsfelderinnen die Führung. Gäste-Trainer Michael Peter konnte dabei auf eine engagierte Defensive vertrauen, die durch ihre harte Gangart die Friedrichsfelderinnen aus dem Konzept brachten. Das Team von Felix Linden nahm zwar den Kampf ein, rieb sich aber zu sehr in Zweikämpfen auf, die zu viel Kraft kosteten und wenig Ertrag hatten. Vorne versuchte es der Tabellendritte mit der Brechstange. Hinten fehlte die Brechstange. Die Rheinhausenerinnen konnten leichte Tore erzielen, weil die Abwehr zögerlich agierte. „Wir hatten uns eigentlich taktisch auf die guten Außenspielerinnen eingestellt“, haderte Linden mit der Deckungsleistung.

Zu wenig kam gestern Abend von den Rückraumspielerinnen. Die erfahrenen Nicole Schulte-Euler, Andra Loredana-Pop und Larissa Heil blieben hinter ihren Möglichkeiten. Eine Viertelstunde vor Schluss kamen die „Vereinigten“ trotzdem noch einmal heran und glichen durch Loredana-Pops Stemmwurf zum 18:18 aus. Die doppelte Manndeckung setzte nun auch die Gäste unter Druck. Doch statt die Wende zu vollziehen, erlaubten sich die Friedrichsfelderinnen leichtsinnige Fehler. Die ausgelassenen Chancen bestraften die VfL-Damen per Tempogegenstoß. Der Sieg geriet außer Reichweite. „Das ist viel zu wenig“, kritisierte Linden. „Der Sieg der Rheinhausenerinnen geht absolut in Ordnung.“

08/29: Hillig, Schneider; Laatz (3), Heil (2), Scheja (1), Schulte-Euler (3/1), Beckord (1), Lippmann (3), Loredana-Pop (6/4), Karsli, Langert (2).