Kopflos ins Verderben

Bastian Schwengers setzte in der ersten Hälfte noch Akzente.
Bastian Schwengers setzte in der ersten Hälfte noch Akzente.
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Was wir bereits wissen
Dinslaken. Schwache Hiesfelder Oberliga-Handballer unterlagen dem kampfstarken Schlusslicht aus Vorst mit 25:26.

Das neue Jahr begann für die Handballer des TV Jahn wie das alte aufgehört hatte: mit einer knappen Niederlage. Nur dass die Hiesfelder diesmal nicht gegen den souveränen Oberliga-Spitzenreiter TV Aldekerk mit einem Treffer Differenz verloren, sondern gegen das bisherige Schlusslicht. „Veilchen“-Trainer Matthias Waclawczyk wusste den derzeitigen Leistungsstand seiner Mannschaft vor der Premiere 2015 nicht so richtig einzuschätzen. Nach der 25:26 (14:13)-Schlappe gegen den TV Vorst vor ordentlicher Kulisse in der GHZ-Halle hat er eine Ahnung.

Es lief von Beginn an nicht viel zusammen bei den Hausherren. Mit einigen feinen Einzelleistungen konnten die Nachwuchskräfte Bastian Schwengers und Niklas Weghaus zwar noch eine 6:3-Führung (10.) herauswerfen, doch im Angriff häuften sich die technischen Fehler, schwachen Abschlüsse und Fehlpässe mit zunehmender Spieldauer. Beim 7:8 (16.) lag Jahn gegen den spielerisch ebenfalls nicht überzeugenden, aber sehr kampfstarken Abstiegskandidaten erstmals hinten.

Bis zur Schlusssirene sollte es nun spannend bleiben. „Wir haben es einfach nicht geschafft, uns mal einen Vorsprung zu erarbeiten“, beklagte Waclawczyk hinterher. Die Chance dazu hatte sein Team mehrfach, aber in der Offensive waren die Hausherren vor allem in der zweiten Hälfte viel zu leicht auszurechnen. Bezeichnend: Kevin Kirchner erzielte auf Halblinks sieben der insgesamt elf Hiesfelder Treffer nach dem Wechsel. Die Außen auf beiden Seiten waren fast vollkommen abgemeldet und vergaben, wenn sich doch einmal eine Gelegenheit bot. Auch über den Kreis ging diesmal so gut wie gar nichts. Und warum der Jahn-Coach das Tempospiel unbedingt noch verbessern will, blieb den knapp 200 Zuschauern ebenfalls nicht verborgen. Lange Pässe landeten fast durchweg beim Gegner, über die zweite Welle kam Hiesfeld auch nicht zum Erfolg.

Schwacher letzter Angriff

Dennoch schafften es die „Veilchen“ mehrfach, einen Zwei-Tore-Rückstand wieder auszugleichen. Anderthalb Minuten vor dem Ende parierte Jahn-Keeper Stefan Meyer bei Gleichstand noch einmal einen Strafwurf von Andreas Bröxkes. Waclawczyk nahm eine Auszeit, doch dem anschließenden Angriff seiner Mannschaft konnte er damit auch nicht mehr Struktur verleihen. Max Reede wurde zu einem recht schwachen Abschluss genötigt, auf der anderen Seite hatte Vorst nun auch das Glück des Tüchtigen. Den Wurf von Pascal Mertens wehrte Meyer noch ab, doch der Abpraller sprang zum Gästelinksaußen, der zwei Sekunden vor dem Ende aus spitzem Winkel den Siegtreffer erzielte.

„Ich kann den Jungs den Einsatz gar nicht absprechen, aber wir haben einfach zu viele Fehler gemacht und kopflos gespielt“, resümierte Matthias Waclawczyk. Auf ihn und seine Schützlinge wartet nun nicht nur viel Arbeit, sondern auch vier Auswärtspartien in Folge. Die wohl leichteste Gelegenheit, die ersten Punkte des Jahres einzufahren, haben die Hiesfelder am Samstag verstreichen lassen.

TV Jahn: Schnier, Meyer; Tuda (1), Busjan, Schwengers (4), Schnier, Kirchner (8), Reede (1), Weghaus (7), Mergner (2), Enders (1), Bückmann, Schwarz (1), Kaspers.