Kein versöhnlicher Abschied

Larissa Heil (rechts) und die SV 08/29 Friedrichsfeld mussten sich erneut geschlagen geben.
Larissa Heil (rechts) und die SV 08/29 Friedrichsfeld mussten sich erneut geschlagen geben.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Voerde. Ein letzter Erfolg im Kreispokal blieb Felix Linden nach viereinhalb Jahren als 08/29-Trainer verwehrt. Jahn-Handballer gewinnen Finale gegen Wesel.

Auf der Tribüne suchte man Felix Linden und fand ihn nicht. Erst als die Unparteiischen das Spiel abpfiffen, der Kreispokal wie im Vorjahr zum Verbandsliga-Konkurrenten TV Borken wanderte, traf der 26-Jährige beim „Final Four“ in Friedrichsfeld ein. Der Kreispokal sollte sein letztes Engagement nach viereinhalb Jahren als Handball-Trainer der SV 08/29 Friedrichsfeld sein, aber seine Zweitaufgabe als Jugendtrainer verhinderte seinen Auftritt. Der versöhnliche Abschied blieb nach der 20:26 (7:16)-Schlappe verwehrt. Es war der Schlusspunkt einer letzten, verkorksten Saison.

„Der Wechsel kommt zum richtigen Zeitpunkt“, sagte Linden auf dem verwaisten Feld stehend. „Ich hätte gern mehr herausgeholt.“ Offiziell hatten die „Vereinigten“ das Ziel Wiederaufstieg nicht formuliert. Im Nachhinein ein geschickter Zug, denn daraus wurde trotz aller Bemühungen nichts. Rang vier in der Verbandsliga, frühzeitig aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet – der Kreispokal sollte wenigstens einen Erfolg bringen. Aber lediglich drei Minuten befand sich die Mannschaft in der Hoffnungszone. Die 2:1-Führung sollte bis zum Abpfiff die letzte sein.

Fehlende Entschlossenheit

Borken spielte konsequent, sicher im Angriff, fand die Lücken in der Friedrichsfelder Abwehr. Auf der Gegenseite scheiterten die Friedrichsfelderinnen reihenweise an der Borkener Torhüterin. Nach nur einer Viertelstunde lagen die „Vereinigten“ mit 5:9 zurück. Torfrau Nicole Hillig bekam kaum einen Ball zu fassen. Larissa Heil, die voraussichtlich die Nachfolge antreten wird und wegen der Sperre von Linden (Spielabbruch gegen Bocholt) das Zepter in der Hand hielt, nahm eine Auszeit.Danach verlieh Hillig mit einigen Paraden Stabilität, vorne aber fehlte die Entschlossenheit. Obwohl die 08/29-Damen in Halbzeit zwei mit zehn Toren zurücklagen (10:20/36.), kämpften die Damen und kamen in der 54. Minute zumindest auf 19:25 heran. In den letzten Wochen stimmte der Trainingsfleiß nicht mehr, bekannte Heil nach Abpfiff, „aber wir haben alles versucht und haben durch unsere Spielzüge ein paar schöne Tore gemacht.“ Jetzt müsse es weiter gehen, appellierte die Weißrussin. Auch ohne Torfrau Nicole Hillig, die mit TuS Lintfort in Verbindung gebracht wird.

08/29: Hillig, Schneider, Dronia; Heil (1), Schulte-Euler (4/1), Löckelt (1), Scheja (5), Beckord (1), Lippmann (2), Langert (3), Grune (3/2).

Das Halbfinale hatten die „Vereinigten“ noch ansehnlich für sich entschieden. Den Bezirksligisten SV Schermbeck ließen die Friedrichsfelderinnen beim 42:24 (24:12)-Sieg keine Chance. Vor allem die jungen Spielerinnen hatten die Möglichkeit, sich auszuzeichnen. Der TV Borken gewann sein Halbfinale gegen den Landesliga-Meister HC TV Rhede mit 30:21.

08/29: Hillig, Dronia, Schneider; Lippmann (2), Löckelt (4), Herms (2), Scheja (10), Schulte-Euler (5), Grune (8), Beckord (3), Langert (8).

Die 08/29-Herren, die sich ebenfalls für das erste Final Four des Kreispokals qualifiziert hatten, unterlagen im Halbfinale dem Verbandsligisten HSG Wesel mit 28:38 (15:12). „In der ersten Halbzeit haben wir super gespielt, aber danach fehlte uns die Kraft“, meinte Trainer Andreas Kott. Der Bezirksligist musste beim Finale zusehen.

08/29: Scholz (1), Borowski (5), Eberling (1), Gatz (4), Müngersdorf (4), Klein (2), Möhle (8), Willaschek (3).

Mit einem sicheren 29:22 (15:11)-Sieg gewannen die Handballer des TV Jahn Hiesfeld erneut den Kreispokal. Im Finale bezwangen die Hiesfelder ungefährdet die HSG Wesel. Der Oberligist geriet gegen den klassentieferen Verbandsligisten nie in Rückstand.

Für Trainer Arthur Groß wäre „alles andere als ein Sieg eine Überraschung gewesen“. Die Hiesfelder ließen noch etliche Möglichkeiten liegen, führten aber von Beginn an: „Jetzt ist die Luft auch raus“, freuen sich Groß und die Mannschaft auf die Sommerpause.

Das Halbfinale taugte allenfalls als Warmlaufen. Die Moerser Adler schickten eine B-Sieben nach Friedrichsfeld. Der 37:13 (14:5)-Sieg fiel entsprechend deutlich aus.