Kein Frust beim SV Dinslaken

Wenn der SV Dinslaken gegen den Tabellenzweiten SV Mülheim-Nord II gewonnen hätte, dann hätte sich die Chance für den Aufstieg aus der NRW-Oberliga aufgetan. Doch die Schachspieler um Kapitän Christof Sielecki unterlagen chancenlos mit 2,5:5:5. Wirklich frustriert war im DGB-Pavillon an der Uhlandstraße aber niemand. Denn der fast schon sichere Klassenerhalt in der dritthöchsten Liga, zu dem nur noch ein Punkt aus den letzten drei Spieltagen fehlt, ist für den kleinen Verein schon ein großer Erfolg.

„Ich hätte gerne gewonnen, weil es dann noch spannend geworden wäre“, stellte Sielecki nach rund vier Stunden Spielzeit fest. Lange hielt sich der Mannschaftsführer mit diesem Gedanken allerdings nicht auf, denn Fakt ist auch: „Die ganze Saison ist prima gelaufen.“

Die Zufriedenheit hat unter anderem darin seinen Grund, dass die Pleite gegen den Tabellenzweiten die erste Niederlage seit einem Jahr darstellt. Im Februar 2014 unterlagen die Dinslakener dem SV Wattenscheid. Gegen den fuhr der SVD am letzten Spieltag einen 4,5:3,5-Auswärtssieg ein.

Die Mülheimer waren also gewarnt vor der Begegnung gegen die bis dahin noch ungeschlagenen Dinslakener und schickten ihre nahezu beste Truppe auf die Reise. Gleich vier Niederländer bot die Reserve auf, dazu noch mit Valentin Buckels einen der vielversprechendsten Nachwuchsakteure Deutschlands.

Von Beginn an sah es nicht nach einem Sieg für die Dinslakener aus. Guido Kern hatte an Brett drei gegen Thijmen Smith eine schwere Partie vor sich, die er in Ermangelung eines besseren Zeitmanagements verlor. Thomas Trella hatte an Brett zwei am Anfang noch einen Mini-Vorteil gegen Amir Rezasade, doch am Ende verbuchte Trella wie an jedem Spieltag ein souveränes Unentschieden. Keine Siegchancen waren an Brett vier bei Johannes Mundorf abzusehen, der sich mit Buckels remis trennte. Bernhard Stillger strich gegen Benjamin Nachbar nach seinem Siegeslauf zu Beginn der Saison das zweite Unentschieden in Folge ein. Während Christof Sielecki noch an Brett eins gegen Nico Zwirs den einzigen Dinslakener Sieg behauptete, lief am Sonntag an den unteren Brettern überhaupt nichts zusammen. „Das war ein ganz komischer Kampf. Irgendwie absurd“, rätselte Rainer Ossig im Nachhinein.

Der Dinslakener verlor an Brett fünf gegen Mees van Osch genauso wie Konstantin Cebulla gegen Tom Bus und Ralf Gräber an Brett acht gegen Andre Krüger.

Für Sielecki ging die Niederlage gegen seinen Ex-Verein in Ordnung: „Ich bin notorischer Optimist, aber heute hätten wir nicht gewinnen können. Die Mülheimer waren einfach besser.“

Am kommenden siebten Spieltag tritt der Tabellenfünfte die weite Reise zum SVG Plettenberg an. Welches Gesicht den SVD dort erwartet, ist noch Zukunftssache. Die Sauerländer, aktuell auf Rang vier, sind im Gegensatz zu den eher ausrechenbaren Dinslakenern eine Wundertüte. Sielecki ist – was sonst – optimistisch: „Ich rechne mit einem offenen Spiel.“