Kampf unter Wasser

Was wir bereits wissen
Dinslaken. David Kreißig aus Dinslaken betreibt eine außergewöhnliche Sportart. Und das sehr erfolgreich.

Unterwasserrugby. Rugby? Bekannt als aggressive, körperbetonte Sportart, bei der die Mannschaften versuchen, den Ball im gegnerischen Malfeld abzulegen. Aber das unter Wasser? David Kreißig, Schüler des Gymnasiums im Gustav-Heinemann-Schulzentrum, übt diesen noch unbekannten Sport nun seit drei Jahren aus. Und das überaus erfolgreich – der 16-Jährige, der normalerweise beim TSA Sterkrade 69 spielt, gewann 2014 mit der Spielvereinigung Sterkrade/Krefeld die Deutsche Jugendmeisterschaft in der Altersklasse U 18.

Feste Wechselpartner

Ziel beim Unterwasserrugby ist es, den salzgefüllten Ball in einer Spielzeit von zweimal 15 Minuten so häufig wie möglich im gegnerischen Metallkorb zu platzieren. Die Spieler der jeweiligen Teams sind mit Badehose bzw. Badeanzug sowie Taucherbrille, Schnorchel, Schwimmflossen, Ohrenschützern und Armreifen ausgerüstet. Gespielt wird immer Sechs-gegen-Sechs, wobei „fliegend“ und im zügigen Rhythmus gewechselt wird und es feste Wechselpartner gibt.

Wie beim traditionellen Rugby ist auch Unterwasserrugby überaus körperbetont. „Außer treten, schlagen, kratzen, beißen und an der Ausrüstung ziehen“ sei alles erlaubt, so schreibt es das Regelwerk vor. So wundert es nicht, dass die meisten Spieler sehr kräftig sind. Neben der Kraft benötigt ein Spieler unter Wasser einen langen Atem und muss logischerweise „ausreichend tauchen und schwimmen können“, sagt David Kreißig.

Er selbst habe sich gar nicht beim Unterwasserrugby angemeldet. Vielmehr sei er irgendwie mit hineingerutscht. „Ich habe schon früh mit dem Schwimmen begonnen, sowohl mit als auch ohne Flossen. Dann wurde ich gefragt, ob ich mal Lust hätte, dort mit zu trainieren. Ein Ziel hatten wir schon im Hinterkopf: Die Teilnahme an den Deutschen Jugendmeisterschaften drei Monate später“, erzählt der Dinslakener. Diese schloss sein Team mit einem überraschend guten Ergebnis ab – die Mannschaft wurde Dritter. Vom Ehrgeiz gepackt erkämpften sich die Spieler der SG Sterkrade/Krefeld im Jahr darauf den zweiten Platz. Ein Jahr später reichte es dann endgültig zum ganz großen Triumph.

Bis dahin war es allerdings ein weiter Weg. Die harten Trainingseinheiten, bestehend aus Konditionstraining außerhalb des Wassers, Tauchübungen und dem Einstudieren von taktischen Kniffen, zahlten sich am Ende aus, so dass das Team den Pokal mit nach Hause nehmen konnte.

Nach der Vorrunde, die ohne Probleme überstanden wurde, traf das Team im Finale auf die Spielvereinigung Mülheim-Hamm. Auch dort gewann das Team um David Kreißig locker mit 10:2 und holte sich so die 20. Deutsche U18-Jugendmeisterschaft. Anbei zu erwähnen: Bruder Philip Kreißig war ebenfalls Mitglied des glorreichen Gewinnerteams.

Auffällig im letzen Jahr war, dass die Teilnehmerzahl in den Altersklassen U 15 und U 21 erheblich sank. Die actiongeladene Sportart droht auszusterben, bevor sie erst richtig aufblühen konnte. David Kreißig ist sich sicher: „Wer das Tauchen und Schwimmen liebt, ist bei dieser Sportart genau richtig. Unterwasserrugby vereint Kraft und Technik auf ganz neue Art und Weise.“

Potenzial schlummert auf jeden Fall in der abgewandelten Form des traditionellen Rugby, jetzt gilt es dieses auszuweiten, damit sich in Deutschland neben den traditionellen Schwimmformen vielleicht auch Unterwasserrugby als Mannschaftssport etabliert.