Jetzt ist sogar der Aufstieg möglich

Aus Abstiegsängsten werden Aufstiegshoffnungen: Nach dem 4,5:3,5-Sieg beim SV Wattenscheid ist der immer noch ungeschlagene SV Dinslaken mitten drin im Aufstiegsrennen der Schach-Oberliga. „Jetzt wollen wir es auch probieren“, ist Mannschaftskapitän Christof Sielecki gespannt, ob der Sprung in die zweite Liga wirklich möglich ist.

Matchwinner war am Sonntag ausgerechnet Konstantin Cebulla. Wegen der Zeitüberschreitung musste Cebulla am letzten Kampftag gegen Würselen eine Niederlage hinnehmen. Diesmal fuhr der Dinslakener Spieler den einzigen Sieg gegen Wattenscheids Werner de Weerd ein. Sieben Unentschieden gingen Cebullas Siegpartie voraus. Typisch für die Mannschaft in dieser Saison, findet Sielecki: „Das zeichnet die Mannschaft aus: Die Leute verlieren nicht so oft.“

Tatsächlich hatten die Bochumer nur in der Partie von Sielecki und Benjamin Tereick an Brett eins die Chance, die Begegnung zu ihren Gunsten umzureißen. Beide kennen sich in- und auswendig. Tereick war ein langjähriger Schüler von Guido Kern, setzte sich bei der SG Duisburg-Nord zum ersten Mal ans Schachbrett. Tereick und Sielecki spielen heute in der holländischen und belgischen Liga. Die Bekanntschaft war am Sonntag nicht unbedingt von Vorteil. „Eine Kirmes-Partie“, fluchte Sielecki, „Ich bin noch immer enttäuscht“. Zu Beginn hatte der Bochumer noch Siegeschancen, die sich im Spielverlauf verflüchtigten. Zum Ende hin hatte Sielecki die Chance, aber es blieb beim Remis. Den Gästen war das 4,5:3,5 nicht mehr zu nehmen. Kollektiver Jubel auf Dinslakener Seite.

Bernhard Stillger und Jonas Walter legten mit ihren Unentschieden einen soliden Grundstein. Scheinbar nicht zu bezwingen ist momentan Thomas Trella, der gegen Pieter Hopman an Brett zwei wieder sicher stand. Früh war abzusehen, dass die Partie nicht verloren geht. Die Dinslakener hatten das nächste Remis sicher. An Brett drei hatte Guido Kern gute Erfolgsaussichten, den letzten Schritt konnte er allerdings nicht setzen, so dass Wattenscheids Timo Straeter und Kern sich den Punkt teilten. Johannes Mundorf steuerte gegen Rob Schoorl an Brett vier ein weiteres Unentschieden bei.

An Brett sechs erlebte Rainer Ossig ein Deja-vu. Wie schon im Vorjahr, als die Dinslakener mit 3:5 gegen Wattenscheid unterlagen, saß Johannes Franke Ossig gegenüber. Bei gleicher Farbverteilung kam es nach zehn Zügen zu exakt der gleichen Stellung. Ossig hatte keine Probleme, ein Remis zu erreichen.

Mannschaftskapitän Sielecki war stolz auf sein Team: „Das war verdient. Nur in meiner Partie hatte Wattenscheid eine ernsthafte Chance.“ Der Auswärtserfolg lässt Dinslaken die Abstiegssorgen vergessen. Mit mittlerweile sieben Punkten rangiert der SVD nicht nur auf Rang vier, die Dinslakener, die seit fast einem Jahr keinen Kampftag mehr verloren, haben auch einen Vorsprung von vier Zählern auf die Abstiegsränge. Bei einem Heimsieg gegen Mitkonkurrent SV Mülheim-Nord II am 8. Februar könnte es turbulent werden: Mit dann neun Zählern hätte Sieleckis Team die große Chance auf den Aufstieg, da zwei Mannschaften in die zweite Liga wandern. Die punktgleiche SG Porz II darf nicht aufsteigen, die erste Mannschaft spielt in der 2.Liga.