In Hamburg geht’s wieder um den Titel

Pia Lhotak und Nathalie Kubalski im Gespräch mit NRZ-Mitarbeiter Timo Kiwitz.
Pia Lhotak und Nathalie Kubalski im Gespräch mit NRZ-Mitarbeiter Timo Kiwitz.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Die Dinslakener Hockey-Spielerinnen Pia Lhotak und Nathalie Kubalski spielen mit dem Düsseldorfer HC um die Deutsche Meisterschaft.

Dinslaken..  Als die Hockey-Damen des Düsseldorfer HC am 1. Februar 2015 zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte einen Deutschen Meistertitel nach Oberkassel holten, da tanzten auch zwei Dinslakenerinnen ausgelassen durch die Berliner Max-Schmeling-Halle. Torhüterin Nathalie Kubalski und Abwehrspielerin Pia Lhotak, die das Einmaleins ihrer Sportart beim TV Jahn Hiesfeld vermittelt bekamen, hatten großen Anteil am Erfolg ihres Clubs. Und den könnte der DHC schon am Wochenende bestätigen. Denn dann steht in Hamburg die DM-Endrunde auf dem Feld an, für die sich das Team aus der Landeshauptstadt bereits Mitte Mai qualifizieren konnte. Vor der Fahrt an die Alster traf sich die NRZ noch schnell mit Kubalski und Lhotak.

„Wir wussten, dass wir eine richtig gute Hallenmannschaft haben. Die Gegner haben wir mit unserem offensiven Spielstil aber wohl ein bisschen überrascht“, erinnert sich Kubalski an das große Hallen-Highlight. Am Hamburger Rothenbaum dürfte die Düsseldorferinnen nun sicher kein Kontrahent mehr unterschätzen, zumal das junge Team bisher auch in der Feld-Saison äußerst eindrucksvoll agierte.

Selbstbewusst wird dann von den beiden Dinslakenerinnen auch das Erreichen des Endspiels als Mindestziel ausgegeben. „Wenn wir verlieren sollten, dann wären wir natürlich erst einmal traurig, aber wir können auf jeden Fall stolz auf uns sein, denn wir haben jetzt schon eine starke Saison gespielt“, sagt die Torhüterin, die im Frühjahr schon mit der A-Nationalmannschaft im Trainingslager im spanischen Valencia war, ihre Chancen auf einen festen Platz im DHB-Kader aber auf absehbare Zeit eher gering einschätzt.

Der Beruf hat höchste Priorität

„Klar wären die Olympischen Spiele in Rio ein Traum, aber das muss man schon realistisch einordnen können. Wenn sich die Chance aber doch noch einmal ergeben sollte, dann werde ich auch alles dafür tun“, erklärt die 21-Jährige, die in Gelsenkirchen BWL studiert und den Ausgleich zum Leistungssport an der Uni durchaus zu schätzen weiß. Dass für eine Spielerin ihres Alters Brasilien noch längst nicht die letzte Chance auf Olympia gewesen sein muss, ist der Studentin natürlich auch bewusst.

Ihre Mannschaftskollegin sieht das ganz ähnlich. Weil Hockey selbst im erfolgsverwöhnten Deutschland nunmal kein Profisport ist, hat Pia Lhotak bei allem Talent und bei allem Enthusiasmus dem Beruf vorerst die höchste Priorität eingeräumt und im August 2014 bei einem Geldinstitut eine Ausbildung begonnen. Der Arbeitgeber unterstützt die 20-Jährige bei vielem und lässt ihr die nötigen Freiheiten, wenn mit dem DHC wichtige Termine anstehen. „Den Aufwand, der wohl nötig wäre, um es in die Nationalmannschaft zu schaffen, kann ich aber momentan trotzdem nicht betreiben. Die Ausbildung geht für mich einfach vor, und ehrlich gesagt gibt es da momentan auch einfach noch bessere Spielerinnen“, sagt Lhotak, die in den Auswahlteams der Jugend eigentlich immer dabei war. Ganz abschreiben will aber auch sie die A-Nationalmannschaft noch nicht: „Nach Rio ist sicher wieder alles offen.“

In Düsseldorf sieht das Dinslakener Duo in jedem Fall gute Zukunftsperspektiven und Entwicklungschancen. Beide können sich vorstellen, noch viele Jahre für den Verein aus der Landeshauptstadt aufzulaufen. Nicht nur, weil der Weg vom Niederrhein zum Training durchaus überschaubar ist, sondern vor allem, weil die Mannschaft zu einem ganz großen Teil noch lange zusammenbleiben dürfte. „Wenn wir im Training Jung gegen Alt spielen, dann sind wir beide bei Alt“, lacht Kubalski über den geringen Altersdurchschnitt ihres Teams.

Dass Jugend jedoch vor Titeln nicht schützt, hat der Düsseldorfer HC bereits in der Halle bewiesen und damit im eigenen Verein eine große Euphorie ausgelöst. Über mangelnde Unterstützung wird sich die Mannschaft deshalb auch in Hamburg nicht beschweren können. 150 bis 200 Fans wollen die Reise an den Rothenbaum mitmachen – und am liebsten wieder so schön feiern wie Anfang Februar in Berlin. Nathalie Kubalski und Pia Lhotak hätten sicher nichts dagegen.