Im Derby alles ausblenden

Bastian Schwengers und der TV Jahn waren dem MTV zuletzt meist einen Schritt voraus.
Bastian Schwengers und der TV Jahn waren dem MTV zuletzt meist einen Schritt voraus.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Dinslaken. Noch kämpfen der MTV Dinslaken und der TV Jahn Hiesfeld in der Handball-Oberliga gegeneinander um den Klassenerhalt. Verband hat den ersten Antrag in Sachen Spielgemeinschaft erwartungsgemäß abgelehnt.

Gestern Mittag flatterte die Absage ins elektronische Postfach. Der TK-Vorsitzende des Handballverbandes Niederrhein Rolf Klimek lehnte den Antrag des MTV Rheinwacht und des TV Jahn auf die Zulassung einer Spielgemeinschaft der beiden Oberliga-Teams wie befürchtet ab. Eingehend sei geprüft worden, Spielordnung und Durchführungsbestimmungen sprächen aber dagegen. Es sieht also ganz danach aus, als sei das Derby der beiden Dinslakener Handball-Oberligisten am Sonntag um 11.15 Uhr in der Douvermannhalle nicht das letzte seiner Art. Mit der Zukunft sollten sich die Akteure morgen aber ohnehin nicht beschäftigen. Dafür ist die Begegnung für beide Vereine viel zu wichtig. Sowohl die Gastgeber, als auch die Hiesfelder müssen wohl gewinnen, um am Ende der Saison den drittletzten Rang zu vermeiden, der im schlimmsten Fall noch den Abstieg bedeuten könnte.

Die Tabelle sieht den TV Jahn mit zwei Punkten mehr auf der Habenseite leicht im Vorteil. Selbst im Falle eines Sieges würde Rheinwacht den Nachbarn nicht überholen können, denn im Hinspiel gelang den „Veilchen“ bekanntlich ein 43:27-Kantersieg, und der direkte Vergleich zählt vor dem Torverhältnis (hier ist Jahn allerdings auch klar im Vorteil).

Den Dinslakenern kann allerdings das Restprogramm Hoffnung machen. Während Hiesfeld mit Gladbach und Aldekerk an den letzten beiden Spieltagen noch auf die beiden Topteams der Liga trifft, werden dem MTV auswärts bei den launischen Bergischen Panthern und zum Abschluss zu Hause gegen Aufsteiger Lobberich noch Erfolge zugetraut.

Dudler hilft bei Jahn aus

„Zwei Punkte müssen her, alles andere zählt nicht“, sagt deshalb auch Jahn-Interimscoach Arthur Groß. Dass sein Team die letzten Vergleiche mit dem Nachbarn zumeist sehr souverän gewann, will Groß dabei auf keinen Fall überbewerten: „Ein Derby ist ein Derby, da kann alles passieren. Diesmal ist die Brisanz wegen der Tabellenkonstellation und der HSG-Geschichte vielleicht sogar noch ein wenig größer“, glaubt der 27-Jährige, der an seine Schützlinge appelliert, all das während des Spiels unbedingt auszublenden.

Ob der dünne Hiesfelder Kader zumindest noch auf Niklas Weghaus bauen kann, soll sich kurzfristig entscheiden. Der junge Rückraumspieler hat nach seiner Ellbogenverletzung noch gar nicht wieder mit dem Ball trainiert. Neuzugang Joel Huesmann soll am Sonntag definitiv noch keine Option sein. Dafür hilft Routinier Martin Dudler aus der „Dritten“ noch einmal aus.

MTV-Spielertrainer Marius Timofte hat alle Mann an Bord. Nur Marc Tomke ist mit einer Fingerverletzung leicht angeschlagen. Die Osterpause habe seinem Team sicher gut getan, hofft der 47-Jährige. Im Vergleich zu den letzten Nachbarschaftsduellen seien keine großen Umstellungen erforderlich: „Wir müssen einfach alles besser machen“, sagt Timofte, der Hoffnung daraus schöpft, dass der MTV nach einigen Auswärtspleiten in Pokal und Meisterschaft wieder einmal das Heimrecht gegen den Lokalrivalen genießt. Das größte Steigerungspotenzial sieht der Spielertrainer ohnehin im kämpferischen Bereich: „Das kann noch nicht alles gewesen sein, was wir da zuletzt gezeigt haben“, meint der rumänische Ex-Nationalspieler und kündigt gleichzeitig großen Einsatz an: „Wir wollen unbedingt gewinnen.“