Hüttermann spielt wieder für Hünxe

Stefanie Hüttermann (links) startet wieder für den STV Hünxe. Britta Alsdorf freut sich darüber.
Stefanie Hüttermann (links) startet wieder für den STV Hünxe. Britta Alsdorf freut sich darüber.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Hünxe. Beachvolleyballerin tritt ab dieser Saison für ihren Heimatverein STV an. Mit der talentierten Nachwuchsspielerin Lena Ottens ist die 29-Jährige gut in den Sommer gestartet .

Stefanie Hüttermann sitzt vor der kleinen Blockhütte der schmucken Sportanlage und ist ganz offensichtlich mit sich und der Welt völlig im Reinen. Die Beachvolleyballerin hat in der jüngeren Vergangenheit Antworten auf viele Fragen gefunden, nur eine, die kann sie nicht ganz so leicht klären. „Es müssen fast 15 Jahre sein“, schätzt die 29-Jährige nach längerem Überlegen. Knapp anderthalb Dekaden ist die Hünxerin nicht mehr für ihren Heimatverein, den STV, angetreten. Seit dieser Saison ist Hüttermann zurück – und hat großen Gefallen daran gefunden: „Es macht großen Spaß, wieder für Hünxe zu spielen. Hier habe ich mit dem Volleyball angefangen, hier wohnen meine Eltern. Mit dem STV verbinde ich einfach viel“, sagt die mittlerweile promovierte Sportwissenschaftlerin.

Bei den Clubs, für die Hüttermann in den letzten Jahren antrat, war das anders. Damit der Vereinsname hinter dem Namen der Spielerin auftauchte, gab’s halt die dringend benötigte finanzielle Unterstützung. Verbundenheit darüber hinaus – Fehlanzeige. Beim STV kann sich Hüttermann jetzt auch über Unterstützung freuen, im Gegenzug will die Beachvolleyballerin aber auch etwas zurückgeben, etwa bei Nachwuchs-Beachcamps dabei sein und als Vorbild für die nächsten Generationen dienen.

„Es ist natürlich auch schön, wenn unsere Vereinskinder sehen, dass uns jemand aus den eigenen Reihen bei nationalen und internationalen Turnieren vertritt. Außerdem bedeutet das natürlich auch Prestige für uns“, erklärt die stellvertretende Abteilungsleiterin Britta Alsdorf.

Dass Steffi Hüttermann auch 2015 noch leistungsbezogen Beachvolleyball spielt, ist allerdings gar nicht so selbstverständlich. Nachdem die Hünxerin Ende Oktober ihre Doktorarbeit mit Auszeichnung verteidigte und danach auch noch zwei Forschungspreise einheimste, war der Sportlerin lange überhaupt nicht klar, wie es weitergehen sollte. Eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der ehemaligen Hallen-Nationalspielerin Anne Matthes kam für sie nicht wirklich in Betracht, weil Matthes wegen einer schweren Knieverletzung nur noch sehr eingeschränkt trainieren kann. Ganz oder gar nicht, so lautete die Devise, und um sich darüber klar zu werden, zog es die Hünxerin im Dezember für einen Monat nach Brasilien, wo sie neben dem Sightseeing und der Arbeit an der Universität auch wieder mit dem Training begann. An der Copacabana mit ihren unzähligen Spielfeldern fiel es Hüttermann nicht schwer, geeignete Partner zu finden. In Rio kam der Spaß am Sport zurück. „Nach der Rückkehr stand für mich fest, dass ich die Saison auf jeden Fall spielen wollte“, erzählt die Beachvolleyballerin, die sich nun auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin machen musste.

Denkanstoß der Bundestrainer

Die Bundestrainer gaben den Denkanstoß, es vielleicht einmal mit einer ganz jungen Partnerin zu versuchen und damit etwas vom großen Erfahrungsschatz weiterzugeben. Schnell war die Verbindung zur U 18-Europameisterin Lena Ottens, die aus Everswinkel bei Münster kommt, hergestellt. „Sie ist in ihrem Alter sicher eine der besten Spielerinnen weltweit“, sagt Hüttermann, die dennoch erst einmal zögerte. Die Bedenken hinsichtlich des Altersunterschiedes und der fehlenden Erfahrung sind mittlerweile längst zerstreut. Nach einer notgedrungen sehr kurzen Vorbereitung ist das neu formierte Duo überraschend gut in die Saison gestartet. Gute Platzierungen bei den großen Turnieren in Münster und Hamburg ließen aufhorchen. Auch an Pfingsten überzeugte das Team auf Norderney mit Rang fünf und sammelte weitere Punkte für die deutsche Rangliste. Weil die frisch Abiturientin und Führerschein-Inhaberin Ottens bisher vornehmlich in der Jugend spielte und keine Zähler mitbrachte, musste das Duo bisher häufig in die Qualifikation. Wenn’s weiter so gut läuft, sollte diese Knochenmühle aber bald Geschichte sein.

Hüttermann ist nicht nur froh, weil es sportlich so gut läuft und der glänzende Auftakt noch viel für die nächsten Jahre – das Projekt ist längerfristig angelegt – erwarten lässt, sondern auch, weil es menschlich einfach passt: „Wir haben beide die gleiche Einstellung, das gleiche Ziel. Lena nimmt viel von mir an, und für mich ist es einfach schön zu sehen, wie sie mit großer Freude in den Augen zu jedem Training kommt und sich riesig auf jedes Turnier freut“, sagt die Hünxerin.

Erst einmal wollen sich Hüttermann/Ottens in den nächsten Wochen national behaupten. Mit einem Landesverbandsturnier in Heiligenhaus geht es am übernächsten Wochenende weiter, ehe die Smart-Beach-Cups in Jena und Dresden warten.

Am Ende der Saison ist dann vielleicht auch noch der ein oder andere internationale Einsatz denkbar. Spätestens dann könnte somit auch der STV Hünxe über die Landesgrenzen hinaus auf sich aufmerksam machen.