Hülser war trotz Pokalaus stolz auf seine Elf

Nach dem Abpfiff sahen die ungefähr 50 Zuschauer überwiegend hängende Köpfe bei den Spielern und Betreuern der C-Jugend des TV Voerde. Einer machte nicht den Eindruck unzufrieden und traurig zu sein: Trainer Jochen Hülser. „Die Jungs haben brillant gekämpft und dem Gegner lange die Stirn geboten“, analysierte Hülser beeindruckt nach dem Spiel. Trotz des großen Kampfes verloren die Voerder Fußballer im Niederrheinpokal mit 0:1 (0:0) gegen Rot-Weiß Oberhausen und mussten sich somit aus dem Wettbewerb verabschieden.

Der TVV fand in Hälfte eins gut in die Zweikämpfe und konnte die Angriffe des Tabellenersten der Niederrheinliga immer wieder unterbinden. Zwar kam der Gast häufiger in die Nähe des Strafraums und beherrschte meist Ball und Gegner, allerdings wurden die Offensivaktionen selten richtig gefährlich. RWO war bemüht, die Situationen spielerisch zu lösen, streute aber aufgrund des holprigen Geläufs immer wieder Stockfehler ein, welche dem Spielfluss erheblich schadeten.

Das relativ chancenarme Spiel hatte kurz vor der Pause noch einmal einen Aufreger zu bieten. Beinahe wäre das Heimteam in der 32. Minute in Front gegangen, als Oberhausens Keeper den heranstürmenden Giuliano Da Roed anschoss, von dessen Oberschenkel der Ball knapp am Tor vorbeirollte. An diese verpasste Chance erinnerte sich Hülser nach dem Spiel: „Die Partie wäre anders verlaufen, wenn uns da der Treffer gelungen wäre. Stattdessen kassieren wir kurz nach der Pause ein unglückliches Gegentor.“ In der 37. Minute steckte der Mittelstürmer von Rot-Weiß Oberhausen Jan Niklas Pia zu Kapitän Maximilian Wieszniewski durch, der den Ball schnell verarbeitete und umringt von mehreren Verteidigern halbhoch in die linke Ecke versenkte.

Der Assist zum Tor des Tages war die einzig nennenswerte Situation von Pia. Der großgewachsene Stürmer, der diese Saison in der Niederrheinliga in zwölf Spielen sagenhafte 24 Treffer erzielen konnte, hing beinahe über die gesamte Spieldauer in der Luft. Immer mindestens zwei Gegenspieler bewachten den Torjäger und isolierten ihn vom Spielgeschehen. Eine einzige Aktion reichte ihm dennoch um den goldenen Treffer einzuleiten.

Konzentration auf die Meisterschaft

Das Gegentor kurz nach dem Wiederanpfiff brachte die Elf von Jochen Hülser aus dem Tritt: „Uns hat gegen Ende des Spiels die Durchschlagskraft gefehlt. Die Jungs haben auch ein Stück weit den Glauben an den Erfolg verloren.“ Zwar wechselte der Coach noch einmal in der Offensive und brachte den dynamischen, aber gleichzeitig auch bulligen Prince Bolon, dennoch reichte es zu keiner Überraschung mehr. Fast hätte der Gast gar das 2:0 erzielt, doch der eingewechselte Florian Bahl verfehlte in der 59. Minute freistehend das leere Tor.

Coach Jochen Hülser versuchte sein Team nach dem Abpfiff direkt wieder aufzurichten: „Klar, die Jungs sind enttäuscht. Dafür gibt es aber keinen Grund. Sie haben das toll gemacht.“

Der TV Voerde wird sich jetzt ganz auf die Meisterschaft konzentrieren können, in der es am nächsten Wochenende direkt zum Topspiel gegen den momentanen Tabellenführer TV Jahn Hiesfeld kommt. Die Devise kann nur lauten: Kopf frei bekommen und wieder angreifen.

TVV: Berteld; Sonnenschein, Karaman, Herbstsommer, Vejzovic, Meyer, Hülser (35. Shabani/67. Franz), Acar, Gehrmann, Da Roed (52. Bolou), Künne.