Hiesfeld vergibt ersten Matchball

Die A-Jugend des TV Jahn Hiesfeld hatte die Tür zur Fußball-Niederrheinliga durch zwei Siege in zwei Qualifikationsspielen weit aufgestoßen. Nur das Hindurchschlüpfen gelang den Spielern am Wochenende nicht. Die „Veilchen“ verloren eine intensive Partie gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Mönchengladbach vor rund 250 Zuschauern mit 0:1 (0:1) und müssen am nächsten Wochenende in die Nachspielzeit der Nachspielzeit. Dann treffen die Lila-Weißen auf die SSVg Velbert zum Entscheidungsspiel um den Einzug in die Niederrheinliga.

Frank Pluhnau, Cheftrainer des TV Jahn Hiesfeld, musste seine Elf im Vergleich zur Vorwoche auf zwei Positionen verändern. Den etatmäßigen Kapitän Jan Frederik Homberg und Marvin Feldhoff ersetzten Sven Rüdel und Timon Büsdorf. Domenik Verhufen war ebenfalls verhindert.

Mönchengladbach kontrollierte das Spielgeschehen zu Beginn der Partie. Die Lila-Weißen verschoben jedoch gut und gewährten dem Gast wenig Freiraum. Somit ergaben sich recht lange Ballstafetten ohne nennenswerten Raumgewinn. Die Teams neutralisierten sich, Chancen gab es nur vereinzelt. Mönchengladbachs Janpeter Zaum vergab freistehend aus kurzer Distanz (9.), Joshua Brauer von Seiten der Hiesfelder schoss aus 16 Metern weit über den Querbalken (16.). Nach ungefähr einer Viertelstunde ging die Ordnung ein wenig verloren. Mit mehreren Positionswechseln stiftete der Gast in der Defensive des TV Jahn Verwirrung und kam nach 31 Spielminuten zum Tor des Tages. Kevin Bartz zog aus 20 Metern ab, sein Schuss flatterte ins obere rechte Eck.

Aufbäumen nach dem Gegentreffer

Noch vor der Halbzeitpause kreierten die „Veilchen“ in Person von Rüdel, der im Eins gegen Eins am gegnerischen Torwart hängen blieb, und Fabian Neukamp, der aus 20 Metern den Ball zu mittig aufs gegnerische Tor drosch, aussichtsreiche Chancen.

Kurz nach Wiederanpfiff ergab sich die letzte große Ausgleichsmöglichkeit. Erneut Sven Rüdel köpfte einen Ball an die Latte, den Nachschuss setzte Brauer knapp neben den rechten Pfosten (46.). In der Folge prallten die zaghaften Angriffsbemühungen der Hiesfelder unsanft auf die Gladbacher Defensivmauer. Der Gast war nur noch gewillt, den knappen Vorsprung ins Ziel zu retten, eigene Konterangriffe verpufften gänzlich. Dem TV Jahn fehlte Frische und Kreativität im Offensivspiel. Darauf reagieren konnte Coach Pluhnau nicht, da ausnahmslos Defensivspezialisten als Ergänzungsspieler eingeplant waren. Ein Marvin Feldhoff oder Jan Homberg wäre in dieser Phase des Spiels goldwert gewesen. Klägliche Distanzschüsse aus 30 Metern von Neukamp oder Onur Baran, die beinahe die Eckfahne streiften, spiegelten die Kraft- und Einfallslosigkeit wider. Gegen Ende schwächten sich die Hiesfelder dann auch noch selbst: Der eingewechselte Luca Kleinpaß und Nils Herbers bekamen eine Zeitstrafe. Gegen Sven Rüdel und Sechser Dinh Phong Truong zückte Schiedsrichter Tim Brüster nach Schlusspfiff gar die rote Karte. Beide waren in eine Rangelei verwickelt und fehlen somit gesperrt in der letzten Partie gegen die SSVg Velbert. „Der Schiedsrichter besaß einfach kein Feingefühl. Ich hätte versucht, beide Parteien auseinander zu bekommen. Er zeigt unseren Spielern einfach die rote Karte“, so Pluhnau verärgert. „Wir werden Beschwerde einreichen, das ist ganz sicher.“

Im Spiel gegen die SSVg Velbert geht es um viel. Sehr viel sogar. Vieles spricht momentan gegen die „Veilchen“. Ob sie den letzten Matchball verwandeln können?