Hiesfeld jubelt dank individueller Klasse

Fabian Gombarek (rechts) und Ekin Yolasan trafen für den TV Jahn.
Fabian Gombarek (rechts) und Ekin Yolasan trafen für den TV Jahn.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Dinslaken. Drei starke Einzelleistungen beim 3:0-Sieg in Hilden. Jahn spielte aber auch eine Stunde in Überzahl.

Ein klares Urteil zur Szene des Spiels konnte und wollte Jörg Vollack hinterher nicht fällen – musste der Trainer des Fußball-Oberligisten TV Jahn Hiesfeld ja auch nicht. „Ich bin nicht für die gelben und roten Karten zuständig“, erklärte der 49-Jährige richtig. Es war zweifellos eine harte Entscheidung von Schiedsrichter Waldemar Kowollik, den Torhüter des gastgebenden VfB Hilden Asterios Karagiannis wegen des regelwidrigen Vereitelns einer vermeintlich klaren Torchance in der 32. Minute vom Platz zu stellen. Die Freude über ihren 3:0 (2:0)-Auswärtssieg mussten sich die „Veilchen“ deshalb aber trotzdem nicht nehmen lassen.

Die erste halbe Stunde waren die Hildener zwar das etwas bessere Team, den Klassenunterschied, den VfB-Coach Antonio Molina gesehen haben wollte, gab es aber nicht. Genauso wenig wie nennenswerte Gelegenheiten auf beiden Seiten. Der erste Aufreger war dann gleich die rote Karte für Karagiannis. Nach einem riskanten Rückpass setzte Hiesfelds Torjäger Danny Rankl nach, der Keeper schoss Rankl an und muss den Ball dann 20 Meter vor dem eigenen Tor auch gegen die Hand bekommen haben. Nach Rücksprache mit seinem Linienrichter griff Kowollik schließlich in seine Hosentasche. Und für Hilden kam es gleich noch dicker, weil der eingewechselte Ersatztorwart Malte Engelhardt das Leder als erste Amtshandlung aus dem Netz holen musste. Fabian Gombarek schlenzte den Freistoß zur Jahn-Führung ins Tor (33.). „Haltbar“, fand Molina. „Nicht so schlecht geschossen“, sah Vollack das ganz anders.

Weil Hiesfelds starker „Sechser“ Ekin Yolasan kurz darauf ungeahnte Abschlussqualitäten bewies und sein feines Solo mit dem zweiten Gästetreffer krönte (36.), sah alles schon nach einer sicheren Sache für die „Veilchen“ aus. Doch aus ihrer numerischen Überlegenheit machte die Vollack-Elf nach dem Wechsel lange Zeit zu wenig. Die sich ergebenden Kontermöglichkeiten wurden häufig schon im Ansatz verdaddelt. Bei den besseren Angriffsversuchen kam spätestens der letzte Pass nicht mehr vernünftig.

Weil die Hildener sich nicht aufgaben und Jahn immer mehr die Spielkontrolle abgab, hätte die Partie tatsächlich noch einmal kippen können. Mehr als zwei Gelegenheiten der eingewechselten Pascal Weber (63.) und Vincenzo Lorefice (84.) sprangen für den VfB aber nicht mehr heraus.

Soufian Rami war es schließlich, der mit der dritten sehenswerten Einzelleistung des Tages auch den dritten Hiesfelder Treffer erzielte und damit endgültig den Deckel drauf machte (87.). „Wir waren einfach die effektivere Mannschaft“, resümierte Vollack kurz darauf und lag damit wieder richtig. Auch das verbale Duell der beiden Übungsleiter ging damit an den TV Jahn.