Gombarek gab den Ton an

Fabian Gombarek verwandelte den Foulelfmeter zum 2:0.
Fabian Gombarek verwandelte den Foulelfmeter zum 2:0.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Fußball-Oberligist TV Jahn Hiesfeld schlug den VfR Fischeln zum Rückrundenauftakt 2:1 (2:0). Fabian Gombarek traf zweimal.

Dinslaken..  Jörg Vollack ließ sich Zeit. Zweimal musste der stellvertretende Abteilungsleiter Thorsten Ippendorf den Trainer des Fußball-Oberligisten TV Jahn Hiesfeld am Sonntag nach der Partie gegen den VfR Fischeln per Mikrofon zur Pressekonferenz bitten. Erst danach kam Vollack ins Vip-Zelt neben der Tribüne, seine Entschuldigung verriet aber schon vor dem offiziellen Statement viel über die Stimmung seines Teams: „In der Kabine ist es so laut, da hörst du nix bei der Musik.“ Das 2:1 (2:0) über den bisherigen Tabellendritten wurde offensichtlich gefeiert.

Grund genug dafür gab’s. Das neunte Saisonspiel im eigenen Stadion brachte endlich den zweiten Heimsieg, gleichzeitig revanchierten sich die „Veilchen“ für die 1:3-Niederlage zu Beginn der Spielzeit beim überraschend erfolgreichen Aufsteiger.

Vollack schickte fast exakt die gleiche Startelf aufs Feld, die eine Woche zuvor im Test gegen Rubin Kasans U 23 begonnen hatte. Lediglich im Tor hatte er sich für Sebastian Wickl entschieden, Kevin Hillebrand blieb der Platz auf der Ersatzbank. „Wickl ist in der Spieleröffnung einen kleinen Tick besser, deshalb ist er die Nummer eins. Das gilt aber nicht für die Ewigkeit“, begründete Vollack seine Wahl am Wochenende. Auf der rechten Seite durfte Michael Ohnesorge verteidigen, hinter Angriffsspitze Danny Rankl agierten erwartungsgemäß Kevin Menke, Fabian Gombarek und Pascal Spors, während Ekin Yolasan und Yannic Melis als Abfangjäger vor der Abwehrreihe vor allem Fischelns torgefährlichen Spielmacher Kevin Breuer in Schach halten sollten. Das gelang weitgehend, Breuer kam kaum zur Entfaltung.

Die Tonart auf dem Feld bestimmte dagegen in der ersten Halbzeit Fabian Gombarek: Wenn die Gastgeber den Vorwärtsgang einlegten, lief viel über den Motor im Mittelfeld, der seine Mitspieler geschickt in Szene setzte und diesmal auch mal wieder Vollstreckerqualitäten zeigte. Als Danny Rankl ihn mit einem Heber über die Abwehr nach einer Viertelstunde auf die Reise schickte, ließ „Gomba“ im Alleingang Richtung Tor Keeper Halil Özcelik keine Chance, und eine Minute vor der Pause verwandelte er souverän einen Foulelfmeter zur 2:0-Führung. Nach dem ersten Treffer reklamierten die Gäste bei Schiedsrichter Gerrit Heiderich eine Abseitsstellung, Trainer Cherfi wollte davon aber hinterher nichts wissen: „In der Situation haben wir geschlafen.“

Kritik am Unparteiischen gab es während der neunzig Minuten aus Fischelner Sicht dennoch reichlich. Gegen die gelb-rote Karte für Görkem Kilic in der 40. Minute ließ sich noch wenig einwenden, auch der Strafstoß für den TV Jahn war nach einem Foul von Damian Raczka am starken Kevin Menke korrekt. Insgesamt hatte Heiderich jedoch mit vielen kleinlichen und manchen unverständlichen Entscheidungen auch seinen Anteil daran, dass mit zunehmender Spielzeit Hektik ins Geschehen kam. Vor allem dass er wenige Minuten nach Semih Ergens Anschlusstreffer (59.) den Krefeldern einen Elfmeter verweigerte, brachte deren Coach auf die Palme: „Wenn der starke Schiedsrichter da pfeift“, kommentierte Cherfi mit scharfer Ironie, „dann steht es 2:2“.

Möglicherweise, so sinnierte Jörg Vollack, hätte ein Ausgleich seine Mannschaft ja wachgerüttelt. Was die in der zweiten Halbzeit in Überzahl zeigte, gefiel dem Hiesfelder Coach gar nicht: „Wir hätten den Gegner laufen lassen können, stattdessen haben wir nur hohe Bälle gespielt.“ Wenn am kommenden Sonntag beim SV Hönnepel/Niedermörmter etwas Zählbares herausspringen soll, bliebe nur eins: „Wir müssen uns steigern.“

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