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Judo-Regionalliga

Geschafft! Jetzt muss der Vorstand kämpfen

17.06.2012 | 18:05 Uhr
Geschafft! Jetzt muss der Vorstand kämpfen

Voerde. Die Regionalliga-Judoka der SV 08/29 Friedrichsfeld haben sportlich die Aufstiegsrunde zur zweiten Liga erreicht. Ob sie daran im Herbst auch teilnehmen, hängt von der finanziellen Entwicklung ab.

Das Siegerfoto sagte alles: Die V-Formation also Symbol der mannschaftlichen Geschlossenheit und Angriffsstärke. Der Macher Walter Trapp im weißen T-Shirt als Denker und Lenker, Motivator und Antreiber, härtester Kritiker und stolzer Trainer hinter seinem Führungskämpfer Hubert Swiech. Das hochwertige Judo-Team der SV 08/29 Friedrichsfeld ist sein Lebenswerk. Und Trapp selbst wollte diese einzigartige Gegebenheit („So etwas wird es hier nie wieder geben.“) mit der Qualifikation für die Aufstiegsrunde in Liga Zwei krönen. Die Chance, das Wunder mit einem Wunder zu übertrumpfen, wäre durch ein leichtfertiges 3:3-Remis gegen den 1. Godesberger JC beinahe dahin gewesen.

Auch die versöhnliche, weil knappe 3:4-Niederlage gegen Meister und Gastgeber JC 66 Bottrop II konnte ihn nicht beruhigen. Trapp war schon verschwunden, als die Nachricht durchsickerte, dass die Konkurrenz gepatzt hatte und seine „Gallier“ Rang zwei behielten. Die davor platzierte Bottroper „Zweite“ darf zudem ohnehin laut Reglement nicht aufsteigen, weil die eigene erste Mannschaft bereits in der Bundesliga kämpft.

Geänderte Erwartungen

„Kein Kommentar“, wehrte Trapp mit entschiedener Geste ab und marschierte aus der Halle. Sein Verhalten war ein Indiz seiner Leidenschaft, aber auch dafür, dass sich die Erwartungen an seine Judoka im Verlauf der Saison rapide geändert hatten. Denn das plakatierte Minimalziel Klassenerhalt geriet vor dem letzten Kampftag in Vergessenheit: Mit 10:2 Punkten schufen die Judoka beste Voraussetzungen für den zweiten Platz und wahrten obendrein die Chance auf den Meistertitel. Nachdem Tim Gerpheide (-73 Kg) gegen den Godesberger Hans-Martin Kühn noch ein Unentschieden erzwang, verlor Teamkollege Ron Hendricks (-66 Kg) seinen ersten Kampf der Saison. Routinier Hubert Swiech (-60 Kg) bügelte den Fehler aus, ehe Ruben Wojnowski (-90 Kg) unterlag. Dank Timo Engelhardt, der in der Klasse +100 Kg mit seinen 85 Kg einen riesen Kampf bestritt und Jörn Lohmann (-100 Kg), führte der Favorit mit 3:2. Es lag an Hendrik Lohmann (-81 Kg), doch der verlor nach Punkten.

„Dass wir überhaupt so weit gekommen sind, ist einfach genial“, strich der Vorsitzende Frank Rehmann die leichte Enttäuschung weg. Der winzige Kader sei zu Anfang belächelt worden, habe sich aber eindrucksvoll bewiesen. Ob etwas Glück dabei war? „An manchen Stellen schon, aber das hat vor allem mit der Qualität unserer Leute und dem Trainer zu tun“, entgegnete Rehmann. Im Finale gegen Bottrop hatte 08/29 vor allem Pech, dass Engelhardt beim Stand von 2:2 wegen einer Knieverletzung aufgeben musste. Zuvor hatten Hendricks und Wojnowski die Weichen gestellt. In Folge konnte nur Jörn Lohmann gewinnen. Dann wurde telefoniert: Okay, Bochum und Beuel scheiterten. Und damit könnte die SV in die Aufstiegsrunde im Herbst, in der acht Teams aus den Verbänden in zwei Vierer-Gruppen gesplittet werden, einziehen. „Ob wir daran teilnehmen, muss der Vorstand klären“, machte Presserwart Frank Gerpheide deutlich. „Für die zweite Liga müssten wir Fremdkämpfer holen. Das würde unserer Philosophie widersprechen.“

Die größte Hürde

Doch die größte Hürde sei die Finanzierung. Bottrops Manager Volker Tapper rechnete gegenüber der NRZ vor: „Für eine Zweitliga-Mannschaft, die mithalten will, braucht man Sponsoren und einen Etat von etwa 20 000 Euro. Ich wünsche Friedrichsfeld, dass sie die zusammenbekommen, weil der Liga frisches Blut immer gut tut.“ Wie sich der 08/29-Vorstand letztlich auch entscheiden wird: Ein weiteres Jahr in der Regionalliga kann den Friedrichsfeldern so oder so keiner mehr nehmen.

Dominik Loth

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