Erst die Laube, dann der VfB
20.06.2007 | 09:23 Uhr 2007-06-20T09:23:49+0200FUSSBALL. Udo Hauner übernimmt das Traineramt bei den "Knappen". Vorher muss er aber noch seinen Garten auf Vordermann bringen. Aktive Lohberger Zeit ist noch in bester Erinnerung.
Als Fußballtrainer bleibt nicht viel Zeit für weitere Hobbys. Davon kann auch Udo Hauner ein Lied singen. Der zukünftige Coach von Bezirksligist VfB Lohberg nutzt daher derzeit noch die freien Tage, um aufgeschobene Arbeiten im Garten zu erledigen. "Vor allem Holz", widmet er sich primär der Instandsetzung von Zaun und Laube. In den letzten Monaten war einiges liegen geblieben, da der gebürtige Bottroper mit den dortigen 1911ern mitten im Abstiegskampf steckte. Pikant: Hauner gab seine Zusage für die "Knappen", als beide Clubs direkte Konkurrenten um den Klassenerhalt waren. Am Ende retteten sich beide Vereine.
Warum hatte Hauner sich in einer Phase für den Wechsel zum VfB entschieden, in der die Zeichen Richtung Kreisliga zeigten? "Lohberg ist für mich eine Herzensangelegenheit", führt er emotionale Gründe an. Denn der jetzige Übungsleiter kickte ab Mitte der 80er Jahre selbst sieben Spielzeiten für die "Knappen" und war auf der hiesigen Zeche als Bergmechaniker in der Wetterabteilung beschäftigt. "Das war eine klasse Zeit mit Wolle Fengels, Ali Döring und den anderen", erinnert sich Hauner und kann sich dabei einen Seitenhieb auf die Trainingsmoral heutiger Akteure nicht verkneifen: "Damals hatte nicht dreimal im Jahr die Oma Geburtstag und wenn mal ein Autoreifen kaputt war, ist man mit dem Fahrrad gekommen."
Die Arbeitsbereitschaft seiner Schützlinge liegt dem Coach sehr am Herzen, denn: "Spieler kann man nur formen, wenn sie auch trainieren kommen." Von Hans-Günter Bruns hat er sich zum Ende seiner aktiven Zeit bei Adler Osterfeld viel abgeschaut: "Er war ein sehr guter Lehrmeister." Noch heute ist Hauner seinem Ex-Club sehr verbunden und trainiert seit Jahren die Mannschaft seines Sohnes, der mittlerweile im B-Jugendalter ist. "Ich wollte schon öfter aufhören, aber meine Frau sagt mir dann immer, dass ehrenamtliche Jugendarbeit heutzutage so wichtig ist, damit die Kinder nicht vor der Trinkhalle rumsitzen."
Ab der kommenden Saison steht Udo Hauner gleichfalls hauptverantwortlich beim VfB an der Seitenlinie. Wenn es nach dem Coach geht, nicht nur für kurze Zeit. In Lohberg will er etwas aufbauen: "Ich bin sowieso ein langfristiger Typ. Mit Klaus Schnurbusch hat man den optimalen Mann im Hintergrund. Zusammen werden wir das Schiff wieder auf Kurs kriegen." Auch zum Vereinspräsidenten pflegt er ein freundschaftliches Verhältnis: "Den Papa Kriener kenne ich schon lange." Also erleben die "Knappen"-Fans nicht wieder eine Zittersaison wie im letzten Jahr? Hauner bedeckt: "Ziele kann man erst zehn Spieltage vor Schluss formulieren."WERDEGANG Beim VfB Bottrop in der Oberliga begann 1982 die aktive Fußballerkarriere von Udo Hauner im Seniorenbereich. Drei Jahre später wechselte der Mittelfeldspieler zum VfB Lohberg. Ab 1992 schnürte er für zwei Spielzeiten die Schuhe bei Rot-Weiß Oberhausen, gefolgt von einem Engagement bei Adler Osterfeld. Dort wechselte Hauner 2000 vom Feld an die Seitenlinie und übernahm das Traineramt der zweiten Mannschaft in der Landesliga. Vor zwei Jahren heuerte er dann bei Bottrop 1911 an, ehe in diesem Sommer ein Neuanfang beim VfB Lohberg ansteht.
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