Entspannte EM-Premiere

Heimspiel für Dustin Jäschke: Am 24. April steigt die
Heimspiel für Dustin Jäschke: Am 24. April steigt die
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Dinslaken. Bei seiner ersten Teilnahme kann das 23 Jahre junge Dreiband-Talent Dustin Jäschke ohne Druck spielen. In der Gruppenphase kommt nur der Erste weiter.

Zu der Weltmeisterschaft in Viersen Ende Februar fuhr Dustin Jäsckhke als Ersatzmann mit. Am 24. April wird dem 23 Jahre alten Ausnahmetalent eine Hauptrolle zuteil: Die Europameisterschaft in Brandenburg an der Havel ist der Auftritt des Dinslakeners auf der Weltbühne, denn die besten Karambolspieler der Welt kommen in der Hauptsache aus Europa. Nur einer aus jeder Dreier-Gruppe zieht ins Achtelfinale ein. Trotzdem sieht der Newcomer dem Turnier entspannt entgegen: „Ich habe da nichts zu verlieren. Keiner erwartet etwas von mir.“

Die Saison in Belgien in der dritten Liga ist gelaufen. Neben dem dritten Platz und einem persönlichen Schnitt von 1,1 gab es für Jäschke nach dem letzten Spieltag noch eine besonders gute Nachricht: Bisher im Aufgebot der zweiten Mannschaft von De Ploeg aktiv, wird Jäschke demnächst in der ersten Liga aufspielen. Das wurde ihm bereits zugesagt. Somit wird der vierfache Deutsche Junioren-Meister nicht nur in der ersten deutschen Bundesliga, in der ersten holländischen Division, sondern auch in der belgischen ersten Liga sein Können unter Beweis stellen.

Lindemann und Jäschke im Team B

Von der jugendlichen Bewunderung der Stars ist bei Jäschke nichts mehr zu sehen, denn der Dinslakener muss es mit genau diesen in der Liga und jetzt auch in Brandenburg aufnehmen. Im Team-Wettbewerb, der am 30. April im Stahlpalast beginnt, trifft Jäschke mit seinem Partner aus Dortmund, Ronny Lindemann, auf die Schweiz und die Niederlande. Mit Dick Jaspers, die Nummer zwei der Setzliste, und Raimond Burgman nehmen sie die Favoritenrolle ein.

Das Starterfeld im Einzel ist das Erlesenste, das man sich vorstellen kann. Der Weltenranglistenzweite Eddy Mercks aus Belgien, Altmeister Torbjörn Blomdahl, Titelverteidiger Marco Zanetti sind die Top-Favoriten im Einzelwettbewerb. Große Hoffnungen dürfen sich auch die Deutschen machen. Der gebürtige Dinslakener Christian Rudolph wurde bei der letzten Europameisterschaft Zweiter. Martin Horn machte zuletzt bei den Lausanne Masters mit dem zweiten Rang von sich Reden.

In diesem Topfeld wird sich zum ersten Mal Dustin Jäschke bewegen. Nach einem Trainingszwischenstopp in Hannover kämpft er in der Gruppe C gegen den Griechen Niko Polychronoupolos und den Luxemburger Gérard Goedert um den Einzug in die K.o.-Runde. Am ersten Turniertag ist das Material brandneu, weshalb Jäschke in den letzten Wochen die Kugeln mit Sprühsilikon einschmierte, um das Gleiten auf den neuen Tischen nachzuempfinden. Lässt die Arbeit es zu, trainiert der Dinslakener bei seinem Bottroper Verein fünf Stunden, um „die Schwächen, die ich in Belgien sehen konnte, zu eliminieren.“

Den Stahlpalast kennt Jäschke noch von der Junioren-Europameisterschaft 2013. Die Stimmung dort ist spektakulär. Unter den Augen des CEB-Präsidenten Wolfgang Rittmann werden rund 500 Starterinnen und Starter in 18 Wettbewerben die neuen Europameister ermitteln.

Der Sieger erhält 6000 Euro

Das Highlight des Turniers ist der Dreiband-Wettbewerb, der mit 28 700 Euro dotiert ist. Der Sieger erhält 6000 Euro. Doch darüber macht sich Jäschke, der vom DBU-Präsidenten Michael John die glückliche Nachricht der Nominierung erhielt, eine Woche vor dem Auftakt wenig Gedanken. „Gruppensieger zu werden, wäre schon ein Riesenerfolg.“