Einmal zurück auf Null

Yannic Melis setzt sich und dem TV Jahn hohe Ziele.
Yannic Melis setzt sich und dem TV Jahn hohe Ziele.
Foto: Dombrowski
Was wir bereits wissen
Dinslaken/Lara. Yannic Melis will beim TV Jahn nach seiner langen Verletzungspause voll angreifen und gibt im Trainingslager Gas.

Das Sportjahr 2014? Für Yannic Melis ist es eine Kurzgeschichte. Es begann mit einer Verletzung, der eine fast ein Dreivierteljahr lange Pause folgte. Später Einstieg als Neuzugang beim Fußball-Oberligisten TV Jahn Hiesfeld, der Abschluss des Jahres mit den „Veilchen“ mit dem achten Platz in der Tabelle hinter den eigenen Erwartungen. Im Trainingslager in der Türkei stellt der Mittelfeldspieler deshalb für sich erst einmal alles auf Null: „Es geht aufwärts.“

Drei Jahre stand Yannic Melis im Kader des Hiesfelder Liga-Konkurrenten Germania Ratingen, das letzte halbe Jahr war ein verlorenes. „Ab Januar war ich raus“, blickt der 25-Jährige zurück. Eine Schambeinentzündung zwang ihn, vorübergehend Abschied zu nehmen vom Fußball. Seine schlimmste Verletzung sei es gewesen, weil er außer auf Besserung zu warten nicht viel machen konnte: „Bei einem Kreuzbandriss hast du ein bestimmtes Reha-Programm, aber wenn du sowas hast und dir jeder Arzt was anderes erzählt, hängst du in der Luft.“ Im Alltag bemerkte er wenig Beschwerden, doch sobald er anfing zu laufen, spürte er ein Ziehen.

Trotz des Ausfalls bei seinem Team knüpfte Hiesfelds Manager Harald Plank in der Zeit Kontakt zu Melis, Trainer Jörg Vollack hatte auf der Suche nach Verstärkungen für die Saison 2014/15 ein Auge auf den „Sechser“ geworfen. Der entschied sich für einen Wechsel, unterschrieb einen Zwei-Jahres-Vertrag und setzte sich hohe Ziele: „Ganz oben mitspielen, eventuell einmal den Aufstieg schaffen“ will er mit den „Veilchen“, die in der vergangenen Spielzeit immerhin auf Platz vier landeten. Warum es bisher nicht nach Wunsch läuft? „Da bin ich der falsche Ansprechpartner“, wehrt der defensive Mittelfeldakteur ab. Aber er hat eine Idee, wie es vielleicht besser laufen könnte: „Wenn wir hier im Trainingslager noch mehr als Mannschaft zusammenwachsen und wenn wir uns in der Rückrunde hinten nicht mehr so oft blöd anstellen.“

Er selbst konnte erst ab September versuchen, mit dem Team den Erfolgskurs einzuschlagen. Durch Verletzungen anderer Spieler rückte er nach der Rückkehr ins Mannschaftstraining schneller als erwartet in die Elf, insgesamt kam er in dieser Saison auf zwölf Einsätze, davon vier über volle neunzig Minuten. Der Start verlief für den kaufmännischen Angestellten, der nebenher International Management studiert, wenig überraschend etwas holprig, Melis musste sich erst wieder in Abläufe beim Spiel, in die Laufwege einfinden. „Die ersten zwei Wochen ging’s ganz gut, dann fällt man in ein kleines Loch.“

Auf dem Spielfeld kamen zwei unglückliche Spiele in der Oberliga hintereinander, sowohl in Bocholt als auch gegen Bösinghoven kassierte er nach Fouls im Mittelfeld bereits nach einer Viertelstunde die gelbe Karte, Trainer Vollack wechselte ihn einmal zur Pause, einmal sogar noch vor dem Halbzeitpfiff aus, um keinen Platzverweis zu riskieren. „Das passiert, da war ich vom Kopf her noch nicht so im Spiel“, erklärt Yannic Melis, „das sehe ich aber nicht als tragisch an“.

Er blickt lieber positiv nach vorn, will sich empfehlen als unverzichtbare Größe im Mittelfeld. An der Verbesserung der Schnelligkeit, der Spritzigkeit arbeitet er, ebenso an der Kopfballstärke. Seine Mentalität und Körpersprache sieht der 25-Jährige in der Selbsteinschätzung als Vorteile an, als „Sechser“ kann er dem Spiel seinen Stempel aufdrücken: „Man hat viele Ballkontakte, entsprechend viel Einfluss auf den Spielverlauf und das Geschehen immer vor sich.“ Was er mit seinem Team noch vor sich hat, wird sich ab 22. Februar mit dem Beginn der Rückrunde zeigen.