„Die Schuld auf Dritte zu schieben, ist der falsche Weg“

Der Schlagabtausch zwischen der Dinslakener CDU-Fraktion und dem Sportverein RWS Lohberg geht in die nächste Runde: In einer Pressemitteilung kontern die Christdemokraten eine Stellungnahme des RWS-Vorsitzenden Ali Acabuga (die NRZ berichtete), der sich gegen Kritik unter anderem mit dem Vorwurf gewehrt hatte, die CDU habe erst die Kündigung des Nutzungsvertrags der Sportanlage durch den Verein zum Anlass genommen, „sich überhaupt mit der Entwicklung in Lohberg zu befassen“.

Fraktionsvorsitzender Heinz Wansing hält dem Angriff entgegen, die Christdemokraten hätten sich nicht nur für die Sanierung des Ledigenheims eingesetzt, in der Diskussion um die Schließung der Marienschule und dem Anstoß „um eine ehrliche Diskussion über Integration und Bildungschancen in Lohberg“ eingebracht, sondern auch für den Lohberger Box- und Sportverein und für die Entwicklung des Zechengeländes. „Der uns vorgeworfene Aktionismus ist seitens RWS mit der kurzfristigen Kündigung betrieben worden“, so Wansing.

Logo mit Flagge auf Facebook

Dem Einwand Acabugas, das offizielle Vereinslogo enthalte nicht die türkische Flagge, wie es der CDU-Ortsverbandsvorsitzende Rainer Hagenkötter behauptet hatte, hält Fraktions-Pressesprecher Fabian Schneider den Auftritt von RWS Lohberg im sozialen Netzwerk Facebook entgegen. Dort sei ein Logo zu sehen, in dem auch der Halbmond und der Stern der türkischen Nationalflagge abgebildet sind. „Mit einem Stempel darüber hinwegzutäuschen, ist doch ein sehr merkwürdiger Vorgang“, meint Schneider.

Auch die Forderung nach größeren Trainingskapazitäten für mehr Mannschaften hält die CDU für fraglich, da RWS Lohberg seit der Saison 2012/2013 maximal drei anstatt vier möglicher Mannschaften pro Saison gemeldet und damit nicht einmal die vorhandenen Kapazitäten genutzt habe.

„Mit Blick auf die Einbrüche und den Vandalismus an den Containern stellt die CDU-Fraktion klar, dass das Eigentum von RWS geschützt werden muss, aber es gehört auch zu der Pflicht eines Vereinsvorstands, sich versicherungstechnisch so aufzustellen, dass dem Verein kein finanzieller Schaden entsteht“, sagt Rainer Hagenkötter. „Hier die Schuld auf Dritte zu schieben, ist der falsche Weg.“

Rainer Holzborn, sportpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, erinnert an Maßnahmen in der Vergangenheit: Für RWS sei der Rotgrandplatz am Schulzentrum Hiesfeld für Meisterschaftsspiele hergerichtet worden, da in Hünxe im Winter aufgrund einer mangelnden Fluchtlichtanlage nur eingeschränkt trainiert werden konnte. „Zusätzlich wurde an der Halle ein Außen-Kabinentrakt mit Sanitäranlagen eingerichtet. Damit hat RWS ohne Eigenmittel eine Heimstatt in Dinslaken gefunden, die Belegungszeiten entsprachen bzw. entsprechen der Vereinsgröße und dem Bedarf, soweit diese mit den Nachbarvereinen kompatibel sind“, so Holzborn. „RWS wollte aber immer nach Lohberg. Diesem Wunsch ist die Stadt Dinslaken nachgekommen.“

RWS Lohberg habe in der Folge die Möglichkeit bekommen, die Bezirkssportanlage „Am Fischerbusch“ zu nutzen, „wobei klar war, dass Stadt nicht noch einmal in Kabinen investiert. Versorgungsleitungen wurden dennoch auf Kosten der Stadt erschlossen. Dass die Stadt nichts für RWS Lohberg investiert hat, ist falsch.“