Die Ära Timofte endet beim MTV

Häufig niedergestreckt, aber immer wieder aufgestanden: Marius Timofte zeigte stets vorbildlichen Einsatz.
Häufig niedergestreckt, aber immer wieder aufgestanden: Marius Timofte zeigte stets vorbildlichen Einsatz.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Dinslaken. Dinslakener Handball-Verbandsligist trennt sich vom Übungsleiter, der 16 Jahre lang als Spielertrainer das Zepter in der Hand hatte.

Als die Handballer des MTV Rheinwacht es Anfang des Jahrtausends bis in die Regionalliga schafften und dort auch einige Spielzeiten lang für Furore sorgten, da verpassten viele Konkurrenten dem Verein auch gleich einen neuen Namen. Aus dem Männer-Turn-Verein wurde im Westen der Republik kurzerhand der Marius-Timofte-Verein. Voller Ehrfurcht vor dem Mittelmann, der auch mit Ende Dreißig noch Torschützenkönig wurde und Woche für Woche mit zweistelliger Trefferzahl glänzte. Nach dem letzten Saisonspiel gegen Lobberich Ende April erklärte der mittlerweile 47-Jährige, zukünftig nur noch als Trainer fungieren zu wollen. Drei Wochen später ist die Ära Timofte beim MTV komplett beendet. Auf der Abteilungsversammlung der Handballer gab Obmann Heinz Buteweg am späten Montagabend die Trennung vom bisherigen Spielertrainer bekannt. Ein paar Stunden vorher hatte Buteweg dem langjährigen Weggefährten die Entscheidung mitgeteilt.

Er selbst hätte es gut gefunden, wenn Marius Timofte die Mannschaft weiterhin trainiert hätte, so Buteweg, der sich am Ende wohl von anderen Personen im Umfeld, unter anderem Manager Volker Marquard, überzeugen ließ. „16 Jahre sind ja auch eine lange Zeit. Wir wollen jetzt einfach mal etwas anderes machen“, sagt der Abteilungsleiter, der schon in den nächsten Tagen einen kompetenten Nachfolger präsentieren will und mittlerweile sehr zuversichtlich ist, dass die Mannschaft sich schnell wieder aus der Verbandsliga nach oben arbeiten kann.

Das Team sofort wieder nach oben zu führen, das hätte sich auch Marius Timofte durchaus zugetraut: „Wir haben das schon einmal geschafft, und diese Mannschaft hat Charakter“, sagt der Lehrer an der Ernst-Barlach-Gesamtschule. Schon seit einigen Tagen habe er geahnt, dass es für ihn als Trainer bei Rheinwacht nicht weitergehen würde. Dass irgendwann der Zeitpunkt kommen würde, sei ihm sowieso klar gewesen: „Als ich in Dinslaken angefangen habe, da konnte ich mir nicht vorstellen, dass es so lange gehen würde. Ich habe hier einiges auf die Beine stellen können, einen Großteil meiner gesamten Karriere hier verbracht, aber irgendwann kommt immer ein Ende“, reagierte der Rumäne gefasst auf die Entscheidung des Vorstands.

Die Verbandsliga-Handballer wurden nach der Rückkehr von der Mannschaftsfahrt nach Renesse von der Trennung unterrichtet und zeigten sich enttäuscht. Man habe sich zwar für Timofte als Trainer ausgesprochen, würde die Entscheidung aber akzeptieren, hieß es aus Spielerkreisen. Bis auf die bereits bekannten Abgänge von Ralph Willam (Ziel unbekannt) und Daniel Staub, der kürzer treten will, würden keine weiteren Akteure den Verein verlassen. Dass aus Hiesfeld nicht nur Maximilian Reede zum MTV wechselt, sondern auch Philipp Tuda zurückkehrt, machte Buteweg auf der Abteilungsversammlung öffentlich. Zudem seien zusätzliche Neuzugänge, darunter ein weiterer Mittelmann, im Gespräch. Die Perspektiven seien damit richtig gut. Manager Marquard, hieß es, wolle langfristig sogar die dritte Liga ins Visier nehmen.

Marius Timofte will sich nun in aller Ruhe Gedanken machen, welche Aufgaben er in Zukunft im Handball übernehmen möchte. Buteweg könnte sich durchaus vorstellen, den großen Erfahrungsschatz des Rumänen für einen Posten als Sportlicher Leiter oder Jugend-Koordinator zu nutzen. Der 47-Jährige steht aber auch einem Engagement als Trainer eines anderen Vereins nicht gleich ablehnend gegenüber: „Ich liebe einfach Herausforderungen, bei denen man etwas schaffen kann.“ Sein Verhältnis zu Heinz Buteweg sei durch den Rauswurf überhaupt nicht getrübt: „Da wird sich nichts ändern. Er hat in der langen Zeit immer hinter mir gestanden und mir bei allen Entscheidungen den Rücken frei gehalten“, sagt der Ex-Coach. Der Verein hat unterdessen schon mit den Planungen für ein großes Abschiedsspiel des Vorzeige-Sportlers begonnen. Marius Timofte freut sich drauf.