Der Zweite ist der erste Verlierer

Trainer Mark Lanfermann
Trainer Mark Lanfermann
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Was wir bereits wissen
Nach einer starken Hinrunde verspielten die Fußballer der SV 08/29 Friedrichsfeld in der Fußball-Bezirksliga ihre Aufstiegschance.

Voerde..  Als sich die Fußballer der SV 08/29 am 7. Dezember 2014 nach dramatischem Spielverlauf in allerletzter Sekunde den 4:3-Erfolg bei Olympia Bocholt und damit die Herbstmeisterschaft in der Fußball-Bezirksliga-Gruppe 7 sicherten, da wunderte sich Mark Lanfermann doch ein wenig. Nicht so sehr über das bis dahin exzellente Abschneiden seiner Friedrichsfelder, viel mehr über die Körpersprache seiner Schützlinge. „Mir hat da einfach die Euphorie gefehlt“, sagt der Mann, der seinen Trainerstuhl nach dreieinhalb Jahren zum Saisonende geräumt hat, heute. Eine Euphorie, die, da ist sich Lanfermann sicher, die „Vereinigten“ auch zum großen Ziel Aufstieg hätte tragen können. Am Ende reichte es trotz bester Voraussetzungen nicht ganz, und der an sich doch hervorragende Platz zwei fühlt sich am Tannenbusch ein wenig so an wie der erste Verlierer.

67 Zähler sammelten die Friedrichsfelder im Saisonverlauf, 36 waren es zur Halbzeit. Eine Bestätigung dieser Punktzahl in der Rückrunde hätte 08/29 zur Meisterschaft gereicht. Aufsteiger Hönnepel/Niedermörmter II kommt am Ende auf 71 Punkte. Gemeinsam mit der Hö./Nie.-Reserve kassierten die „Vereinigten“ die wenigsten Treffer (42), erzielten aber mit 86 Toren die mit Abstand meisten.

Allen voran Goalgetter Thomas Giesen knipste wieder für Friedrichsfeld. 27 Tore standen bei ihm schlussendlich zu Buche: „Auch wenn Tommy sicher kein Laufwunder ist und wohl auch keines mehr werden wird, ist er ein Phänomen. Abgesehen von seinen Treffern hat er auch viel Spielübersicht und Spielwitz, ist ein super Ideengeber“, lobt Lanfermann, der seinen Stürmer deshalb auch einige Male im Mittelfeld einsetzte.

Die größte Überraschung der Saison war für den Übungsleiter aber ein anderer: Finn Müller. Der blonde Schlaks, eigentlich als torgefährlicher Offensivakteur aus Spellen gekommen, wurde in der Hinrunde kurzerhand zum Verteidiger umfunktioniert und zeigte in der Defensive einige überragende Partien. „Als Maxi Kögel verletzt ausfiel, wollte ich hinten noch einen schnellen, zweikampfstarken Mann haben. Finn hat das dann wirklich bärenstark gemacht“, erzählt Lanfermann.

Was dem scheidenden Coach in der abgelaufenen Spielzeit noch gefiel: die über weite Strecken sehr gute Trainingsbeteiligung und die Tatsache, dass sich sein Team in der Saisonschlussphase nicht hängen ließ, als Hönnepel schon vorentscheidend enteilt zu sein schien. Apropos Hönnepel: Das Hinspiel gegen den späteren Meister war eines der stärksten der Friedrichsfelder. Obwohl an diesem Tag stark ersatzgeschwächt, ließen die Hausherren hinten so gut wie nichts anbrennen und konterten sich erfolgreich zum knappen 2:1-Sieg: „Das war eine klasse Leistung. Da hat jeder seine Aufgabe erfüllt“, erinnert sich Lanfermann.

Leichtfertig Zähler liegen gelassen

Trotz einer eigentlich sehr ordentlichen Wintervorbereitung gelangen solche starken Auftritte im neuen Jahr kaum noch. Leichtfertig ließ 08/29 einige Zähler liegen. Als dann auch noch das absolute Topspiel an der Düffelsmühle verloren ging, schien die Saison schon gelaufen. Erst in der Schlussphase starteten die Friedrichsfelder noch einmal eine Aufholjagd. Die kam am Ende jedoch zu spät.

Nun hat der neue Trainer Dirk Lotz die Aufgabe, das Team zu verjüngen und erneut oben anzugreifen. Lanfermann traut das seinem Nachfolger durchaus zu: „Ich muss Dirk da sicher keine Tipps geben. Die Mannschaft hat auf jeden Fall das Zeug dazu.“