Der VfB kann alles klar machen

Tim Bruß will gegen Voerde den letzten Schritt machen.
Tim Bruß will gegen Voerde den letzten Schritt machen.
Foto: Foto: Heiko Kempken / WAZ FotoPo
Dinslaken/Voerde. Mit einem Sieg beim TV Voerde wäre Fußball-A-Ligist VfB Lohberg schon am Ziel aller Träume. Der Gegner kämpft aber noch um Platz zwei.

Von Aufstiegs-T-Shirts oder kalt gestelltem Sekt weiß Thomas Grefen nichts. Mit möglichen Feierlichkeitsszenarien will sich der Trainer des VfB Lohberg noch gar nicht beschäftigen, auch wenn sein Fußball-A-Ligist am Sonntag um 15 Uhr im Spitzenspiel beim Tabellenzweiten TV Voerde die Meisterschaft und damit den Sprung in die Bezirksliga perfekt machen kann. Die ganze Konzentration der „Knappen“ soll den 90 Minuten auf dem Feld gelten, damit möglichst schon der erste Matchball genutzt wird. Ein Sieg und der Spitzenreiter ist nicht mehr einzuholen.

„Wir können die Partie relativ locker angehen, denn es ist nur der erste Matchball von mehreren. Aber was könnte es Schöneres geben, als ausgerechnet beim Zweiten die Sache klar zu machen?“, fragt Grefen, dessen Schützlinge sich ohnehin fest vorgenommen haben, die Saison ohne Niederlage zu beenden. Die Voerder gelten da noch einmal als richtiger Prüfstein. „Das wird nicht leicht, die spielen einen technisch sehr guten Fußball“, weiß Grefen, der dennoch „guter Dinge“ ist.

Im Hinspiel „bessere Mannschaft“

Schon im Hinspiel bereitete der TVV den Lohbergern große Probleme, am Ende setzten sich die „Knappen“ trotzdem mit 2:0 durch. „Wir waren damals die bessere Mannschaft, haben nur das Tor nicht getroffen“, erinnert sich Voerdes Coach Torsten Klump, der für Sonntag ein ganz klares Ziel formuliert: „Wir werden alles daran setzen, den zweiten Platz zu verteidigen und dem VfB die erste Niederlage beizubringen.“

Auch wenn es wohl kaum noch für den Titel reichen wird, ist Klump, gerade angesichts des großen Verletzungspechs, mit dem Saisonverlauf zufrieden: „Die vielen Ausfälle konnten wir nicht ganz kompensieren, aber alle haben sich für den TV Voerde richtig reingehängt“, sagt der Übungsleiter. Personell soll es am Sonntag für die Hausherren wieder besser aussehen. Auch Thorben Isenberg hat das Training wieder aufgenommen. VfB-Coach Grefen hat ebenfalls die Qual der Wahl. Sein Kader ist vollzählig.

Nur RWS Lohberg kann den Voerdern den zweiten Rang noch streitig machen. Am nächsten Spieltag kommt es am Fischerbusch zum möglicherweise vorentscheidenden direkten Duell. Auf dem Weg dorthin wollen die Rot-Weißen natürlich nicht mehr patzen. Die gastgebende DJK Vierlinden II dürfte es Selimiyespor allerdings wesentlich schwerer machen, als ein harmloser SuS 09 beim 2:0 am letzten Sonntag. Trainer Mahmut Tas hofft deshalb auch, dass er diesmal wieder mehr Alternativen zur Verfügung hat.

Der SC Wacker Dinslaken könnte sich mit einem Heimsieg über den TV Jahn Hiesfeld II endgültig aller Abstiegssorgen entledigen, doch die „Veilchen“ sind als Vorletzter geradezu zum Punkten verdammt, wenn sie noch einmal den 14. aus Wehofen angreifen wollen. „Wir müssen gewinnen, egal wie“, sagt Jahn-Trainer Peter Haas, der trotz der jüngsten Niederlagen beobachtet hat, dass unter seinen Spielern „eine richtig gute Stimmung herrscht“. Haas muss noch auf die gesperrten Aytac Nehan und Daniel Borutta, der zum letzten Mal aussetzt, verzichten. Alle anderen Akteure sind fit und heiß auf das Derby.

Hermann optimistisch

Auch Wackers Verantwortlicher Dominic Herzog kann aller Voraussicht nach wieder aus dem Vollen schöpfen, nachdem die Dinslakener am letzten Sonntag beim SV Walsum mit einer „zusammengewürfelten Notelf“ mit 0:2 unterlagen. „Wir müssen von der ersten Minute an zeigen, dass wir das Spiel gewinnen wollen. Der Wille muss auf jeden Fall da sein“, fordert Herzog. Dass der Druck bei den Hiesfeldern noch größer ist, könnte der Elf aus der Feldmark entgegen kommen.

Ingo Hermann, Trainer des SuS 09, ist optimistisch, dass seine Dinslakener nach dem recht enttäuschenden Auftritt bei RWS am Sonntag zu Hause gegen GWR Meiderich wieder engagierter zur Sache gehen: „Die Mannschaft wird sich sicher zusammenreißen, eine gute Partie spielen und auch gewinnen“, glaubt Hermann. Vor allem die Rahmenbedingungen verleiten ihn zu dieser Annahme: „Das Wetter soll ja wieder besser sein, und wir spielen auf Rasen, da haben die Jungs bestimmt auch Lust“, schmunzelt Hermann, der im Training schon erste Anzeichen einer Steigerung verspürte.

Die Knieverletzung von Andrees Minta hat sich „nur“ als Prellung herausgestellt. Er kann möglicherweise sogar wieder spielen.